Rund um den Michel

Es gibt viele Dinge, die man so nur in Hamburg findet, die den Charme der Stadt ausmachen und irgendwie einzigartig sind. Oder zumindest von uns Hamburgerinnen und Hamburgern dafür gehalten werden. Helmut Schmidts Elbsegler, das Franzbrötchen, die Reeperbahn oder der Fischmarkt gehören auf jeden Fall dazu.

Rund um den Michel | 08.03.2020

Rund um den Michel -

Rund um den Michel präsentiert Geschichten mitten aus dem Hamburger Leben - komische, spannende, nachdenkliche und schräge.

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Hinter jeder Einzigartigkeit steckt eine Geschichte

Wir haben hier mit dem Miniatur Wunderland aber auch die größte Modelleisenbahn-Anlage aller Zeiten, mit der Sierichstraße die einzige Einbahnstraße, die zweimal am Tag ihre Richtung wechselt und mit dem Hauptbahnhof den meistfrequentierten Bahnhof Deutschlands. Einzigartigkeiten, hinter denen jede Menge spannende Geschichten stecken, die Rund um den Michel erzählt.

Das chinesische Teehaus

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Blick auf das Teehaus im Yu Garden in Hamburg.

Ein chinesischer Löwe tanzt beim Lampionfest - und das mitten in Hamburg im Yu Garden. Was für ein Bau, dieser originalgetreue und in Deutschland einzigartige Teehauskomplex. Vor zwölf Jahren war er ein Geschenk von Hamburgs Partnerstadt Shanghai. Der Yu Garden soll den kulturellen Austausch zwischen Chinesen und Deutschen fördern.  Nach Renovierungsarbeiten und einer zweijährigen Schließung blüht das chinesische Teehaus jetzt wieder auf. Der neue Restaurant-Betreiber Qiuyi Chen will dem Yu Garden neuem Glanz verleihen - mit einer edlen und leckeren Shanghai-Küche. Das Teehaus "sei ein Juwel", sagt er. Deshalb führt auch das Konfuzius-Institut im Yu Garden viele Veranstaltungen durch - natürlich für Chinesen und Hamburger gleichermaßen.

Casting im Zuhörkiosk

Ein kleiner Kiosk zwischen zwei U-Bahngleisen - wohl kaum ein einzigartiger Ort? In Hamburg schon, denn im Zuhörkiosk in der Emilienstraße wird nichts verkauft, sondern nur das Ohr angeboten. Jeder Fahrgast kann spontan vorbeikommen und seine Geschichte im Kiosk lassen. Und das wird so gut angenommen, dass immer mehr Menschen zum Zuhören gebraucht werden. Wer sich dafür eignet, das testet der Erfinder des Zuhörkiosk Christoph Busch im Gespräch.

Die Bergedorfer Sternwarte

Bei ihrem Bau 1909 war sie die modernste ihrer Art: die Hamburger Sternwarte. Heute wird hier vor allem mit Daten aus dem Ausland gearbeitet - die Teleskope werden fast nur noch bei Führungen benutzt. Das denkmalgeschützte Ensemble der Sternwarte ist Teil des Fachbereichs Astrophysik der Universität Hamburg - und wir haben eine junge Forscherin getroffen, die in ferne Galaxien schaut.

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Sternstunden erleben in Hamburg-Bergedorf

Sie war einst ein Observatorium von Weltrang. Heute ist die Sternwarte in Hamburg-Bergedorf mit ihren Kuppelbauten ein spannendes Ausflugsziel nicht nur für Hobby-Astronomen. mehr

Top-Sehenswürdigkeit Miniaturwunderland

In der Speicherstadt liegt Deutschlands beliebteste Sehenswürdigkeit: Das Miniaturwunderland“ lockt seit 20 Jahren Besucher aus aller Herren Länder, die die Welt hier im Maßstab 1:87 erleben möchten. Der zum Publikumsmagnet gewordene Traum der beiden Zwillingsbrüder Gerrit und Frederik Braun beschäftigt mittlerweile mehr als 350 Mitarbeiter, die täglich daran arbeiten, den Besuchern immer wieder neue Attraktionen zu bieten. Wir besuchen das Miniaturwunderland und gewähren unseren Zuschauern exklusive Einblicke in die Zukunft des Wunderlandes: noch im Bau befindliche Bauabschnitte wie Monaco und die Provence und Südamerika.

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Kleine, große Welt: Das Miniatur Wunderland

Vom Harz bis zum Grand Canyon, vom Open-Air-Konzert bis zum Liebespaar im Blumenfeld: In den fantasievoll gestalteten Landschaften der Hamburger Modelleisenbahn wimmelt es von Details. mehr

Ein Mann, ein Brot

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Zimtig und süß: Franzbrötchen sind in so gut wie jeder Hamburger Bäckerei zu finden.

Die Deutschen und ihr Brot verbindet eine weltweit einzigartige Liebesgeschichte. Deutsches Brot gilt sogar als Weltkulturerbe. Offiziell gibt es mehr als 3.000 verschiedene Brotspezialitäten, die wir täglich in Bäckereien kaufen können. Ein Gourmet-Magazin wählte Christian Aeby vor kurzem zu "Hamburgs bestem Bäcker". Dabei kommt der Schweizer eigentlich aus einer ganz anderen Branche und backt nur eine einzige Sorte Brot.

Die umklappende Einbahnstraße

Sie ist einfach einmalig, zumindest in Deutschland, wenn nicht in Europa. Die Sierichstraße mit ihrer zweimal täglich wechselnden Einbahnstraßenregelung: von 12 Uhr mittags bis nachts um vier geht sie stadtauswärts, von vier Uhr in der Frühe bis zwölf wiederum stadteinwärts. Seit 1952 besteht diese Regelung, die den Autofahrern ein wenig Aufmerksamkeit bei den Wechselzeiten abfordert und jeden Tag wieder kleine Verwirrungen beobachten lässt. Als Unfallschwerpunkt ist die Sierichstraße nicht auffällig und eigentlich ist unverständlich, dass die Idee nicht weiter Schule gemacht hat. Ein Report von den Kanten der täglichen Veränderung.

Interview mit Barbara Plankensteiner, Direktorin MARKK

Hamburgs Einzigartigkeit hat mitunter auch Schattenseiten: Die vorherrschende Rolle, die die Hafenstadt in der Kolonialzeit gespielt hat zum Beispiel. Exponate aus vielen Expeditionen, die Hamburger damals unternahmen, bilden den Grundstock der Sammlung des ehemaligen Völkerkundemuseums, das sich in Museum am Rothembaum für Kulturen und Künste der Welt umbenannt hat. Wie das Museum mit diesem kolonialen Erbe umgeht, und inwiefern es seine Rolle neu definiert, erklärt die Direktorin Barbara Plankensteiner im Interview mit Julia-Niharika Sen.

Der Bahnhofsmanager

Der Hamburger Hauptbahnhof ist der meistgenutzte Bahnhof Deutschlands: Eine halbe Million Menschen kommen täglich dort an, steigen um, fahren ab. Ein einzigartiger Verkehrsknotenpunkt. Und einer hat über die Massen den Überblick: Der Bahnhofmanager sorgt dafür, dass am Flaschenhals Hauptbahnhof alles reibungslos abläuft. Der Michel hat dem Manager dabei einen Tag über die Schulter geschaut.

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Das Hamburger Portugiesenviertel ist für Besucherinnen und Besucher immer einen Spaziergang wert.
Portugiesenviertel

In Hamburg lebt einer der größten Portugiesischen Gemeinschaften außerhalb Portugals. Rund 12.000 Portugiesen haben sich in der Hansestadt angesiedelt. Und die Portugiesen haben hier sogar ein eigenes Viertel direkt am Hafen. Über die Jahrhunderte hatte sich bereits eine beachtliche Anzahl portugiesischer Einwanderer samt Familien in Hamburg angesiedelt, ab den 1960er Jahren trafen dann als Gastarbeiter noch mehr Menschen aus Portugal ein, die günstige Wohngelegenheiten in der Nähe zu ihren Arbeitsplätzen im Hafen suchten. Die zugewanderten Familien suchten bald auch außerhalb der Hafenindustrie nach Beschäftigung, vielfach in der Gastronomie. Nach und nach verdichteten sich in dem Viertel so die Restaurants mit iberischer Küche. Das Portugiesenviertel entstand, auch wenn der Name nie offiziell verliehen wurde. Wir haben die Hamburger Portugiesen in ihrem Viertel getroffen, unter anderem den Restaurantbesitzer, der findet, dass das portugiesische Bier in Portugal einfach anders schmeckt als hier - obwohl es ein- und dasselbe ist. Und den inoffiziellen Bürgermeister des Viertels, den wir zu einer echten "Ronda", einer abendlichen portugiesischen Zusammenkunft begleiten durften.

Der singende Trachtensticker

Schon seine Eltern und Großeltern haben Tracht getragen. Und aus Tradition und aus Liebe zur Heimat trägt sie auch Jürgen Dreekmann seit Kindestagen. Der Neuengammer ist Vorsitzender der Vierländer Speeldeel. Mit der tanzenden Trachtengruppe singt er plattdeutsche Lieder und hält so die 230 Jahre alte Kultur der Vierländer Tracht aufrecht.  Dazu gehört bei Jürgen Dreekmann auch das Restaurieren von Trachten. Dieses Handwerk beherrscht er wie kaum ein anderer in der Region. Der Banker gilt als "Stick-Guru" und bringt sogar den Frauen in den Vierlanden das Sticken und Nähen von Trachten bei. In seinem Haus lagern jedenfalls wahre Trachtenschätze, z.B. die Tracht seiner Ur-Ur-Großmutter.

Weitere Informationen

Bummel über den Hamburger Fischmarkt

Fischbrötchen und Kaffee, Bananen und Blumen: Auf dem Hamburger Fischmarkt treffen sich jeden Sonntag Frühaufsteher, Touristen und Nachtschwärmer beim Einkaufsbummel an der Elbe. mehr

Franzbrötchen - Hamburgs Kultgebäck

In Hamburg gibt es das zimtig-süße Gebäck in jeder Bäckerei - in anderen Regionen ist es dagegen nahezu unbekannt. Wer erfand das Franzbrötchen und woher hat es seinen Namen? mehr

Produktionsleiter/in
Edgar Rygol
Redaktionsleiter/in
Sabine Rossbach
Redaktion
Susanne Dobke
Moderation
Julia-Niharika Sen