Rund um den Michel

Boomtown Hamburg

Sonntag, 07. Oktober 2018, 18:00 bis 18:45 Uhr
Montag, 08. Oktober 2018, 01:40 bis 02:25 Uhr

Julia-Niharika Sen im Tiny-House.

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Hamburg wächst: Die Stadt hat bereits mehr als 1,8 Millionen Einwohner und jährlich kommen Zehntausende dazu. All diese Menschen brauchen Wohnungen, deshalb boomt das Bauwesen. Das Gesicht der Metropole verändert sich und für ihre Bewohner stellt sich die Frage: Wie wollen wir künftig in der Stadt leben? Rund um den Michel hat sich unterschiedliche Antworten auf diese Frage angeguckt: Wir begleiten die ersten Bewohner des Baakenhafens, das neue Gebiet der Hafencity. Wir werfen einen Blick in eine Nachbarschaft in bester Alsterlage, in die Sophienterrassen, und wir stellen eine kleine, feine Lösung vor, zu einem Eigenheim zu kommen: das "Tiny House".

Julia-Niharika Sen im Tiny-House.

Rund um den Michel

Rund um den Michel -

Hamburgs Bauwesen boomt und das Gesicht der Hansestadt verändert sich stetig. Wie sollen die Bewohner künftig in der Stadt leben? Rund um den Michel hat sich umgeschaut.

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Baakennest im Hafen

Es ist eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas. Der Bau der Hafencity. Der westliche Teil ist schon fertig. Der östliche Teil, das Baakenhafen-Quartier, wird zurzeit bebaut. Insgesamt sollen mehr als 7.500 Wohnungen für circa 15.000 Bewohner entstehen. Wir haben einige der Pioniere in dem neuen Viertel begleitet. Der 35-jährige Mario Kretschmer hat das Restaurant "Baaken-Nest" im April eröffnet. Noch sind die meisten seiner Gäste Touristen und Arbeiter der umliegenden Baustellen. Doch er glaubt fest daran, dass die Hafencity ein lebendiger Stadtteil und sein Restaurant ein Treffpunkt für die langsam wachsende Nachbarschaft wird.

"Tiny House"

Weitere Informationen

Tiny Houses: Das Wohnen der Zukunft?

Wohnen auf kleinster Fläche, ohne dabei auf Küche, Bad und Bett zu verzichten: Tiny Houses erfreuen sich wachsender Beliebtheit und werden dabei immer professioneller. mehr

Weniger ist bekanntlich ja manchmal auch mehr. Und so ist vor ein paar Jahren ein ganz aktueller Wohntrend aus den USA nach Europa und auch nach Deutschland gekommen: die sogenannten "Tiny Houses". Also winzige Häuser für Leute, die ein Leben ohne unnötigen Ballast führen wollen. Für Menschen, die zwar Wohneigentum besitzen möchten - aber sich trotzdem nicht auf einen festen Wohnort festlegen wollen. Der Hamburger Jean-Pierre Jacobi ist einer der Pioniere dieser Bewegung in Deutschland und produziert mit seiner kleinen Start-up-Firma "Tiny Houses". Diese werden auf sogenannten Wechselbrücken für Lkw gebaut und lassen sich somit jederzeit unproblematisch und kostengünstig an einen anderen Standort transportieren.

Neues Leben im Bunker

Wie schafft man Wohnraum in einer Metropole, in der es kaum noch freie Grundstücke gibt? In Hamburg wenden sich Architekten verstärkt Bauwerken zu, die während des Zweiten Weltkriegs entstanden sind: Denn in keiner anderen deutschen Stadt haben die Nationalsozialisten so viele Bunker errichtet wie in der Hansestadt. Am auffälligsten sind die mehr als siebzig noch existierenden Hochbunker, die über die ganze Stadt verteilt sind. Architekt Rainer Mielke ist so etwas wie ein "Weltmarkt- Führer" im Bunker-Umbau. Bereits vor zwanzig Jahren hat er sich mit seinem Architektur-Büro auf den Umbau von Bunkern spezialisiert. Momentan errichtet er Wohnungen in einem Bunker in Hamburg-Eilbek und entwickelt so neues Leben in den alten Betonklötzen.

Hamburgs Bunker: Groß, klein, hoch und tief

"Neue Mitte Altona"

Das größte und aufregendste Neubaugebiet direkt nach der Hafencity liegt in Altona. Dort, auf den Brachflächen des ehemaligen Güterbahnhofs, sollen in den nächsten Jahren 3.500 neue Wohnungen entstehen. Das sind so viele, dass gleich ein ganz neuer Stadtteil daraus gemacht wird, die "Neue Mitte Altona". Vor rund einem Jahr sind die ersten Wohnungen fertiggestellt worden, drei von vier Kitas haben ihren Betrieb aufgenommen und als nächstes wird eine Schule gebaut. Wir haben den Hauswart der SAGA begleitet, der hier 180 Wohnungen und ihre Mieter betreut.

Hamburg-Erbauer

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Die Kattwyk-Brücke in Hamburg-Harburg.

Wenn Jochen Capell durch Hamburg fährt, ist es, als führe er durch sein eigenes Werk. Überall stehen Bauwerke, die entweder er selbst mit errichtet hat oder die zumindest von seiner 1869 gegründeten Baufirma stammen. Capell ist Polier bei der traditionsreichen Baufirma HC Hagemann, arbeitet dort seit fast 30 Jahren. Auch sein Bruder arbeitet dort als Polier. Genauso wie schon zuvor ihr Vater. Zwei Generationen an Hamburg-Erbauern also, die an so prestigeträchtigen Bauwerken wie dem Lighthouse in der Hamburger Hafencity oder der neuen Kattwyk-Brücke im Hafen mitgebaut haben und in Harburg das neue Gesicht eines ganzen Stadtteils mitgeprägt haben. Wir haben den Hamburg-Erbauer Jochen Capell zu einigen seiner Werke begleitet und erfahren, welches seiner Werke selbst den erfahrenen Vater zum Staunen gebracht hat.

Wie wohnen wir in der Zukunft?

Hamburg baut und baut. Experten haben berechnet: 15.000 neue Wohnungen braucht die Stadt pro Jahr. Ganz so viele entstehen noch nicht, aber die Stadt wächst in hohem Tempo. In Zukunft vor allem auch in die Höhe! Denn gerade im Zentrum fehlt Platz. In der Hafencity entstehen neue Wohnhochhäuser. Zum Beispiel die "Wildspitze" - mit 64 Metern Deutschlands höchstes Haus aus Holz. Aber auch die Frage nach der Bezahlbarkeit zukünftigen Wohnens treibt Stadtplaner, Quartiersmanager und Architekten um. Sind acht Euro kalt pro Quadratmeter ein realistisches Ziel?

In der Hobenköök im Oberhafen

In der sich verändernden Stadt werden ehemalige Industrieflächen umgenutzt. In den alten Hallen des Oberhafen haben sich immer mehr Kreative angesiedelt und die kriegen dort jetzt auch endlich was zu Essen: Denn vor kurzem hat hier die Hobenköök eröffnet, die Hafenküche. Eine Markthalle für regionale Produkte mit integriertem Restaurant. Julia-Niharika Sen interviewt einen der Gründer, den Koch Thomas Sampl, und Ulf Schönheim von der Regionalwert Hamburg AG, die dafür sorgt, dass hier ein Netzwerk aus regionalen Anbietern seine Produkte platzieren kann.

Edel-Getto: Sophienterrassen

Direkt am westlichen Alsterufer, nur getrennt vom Alstervorland mit seinen Liegewiesen und alten Bäumen, liegt Hamburgs exklusivstes Neubauprojekt: die Sophienterrassen. Bis 2005 wurde das 44.000 Quadratmeter große Gelände in Premiumlage von der Bundeswehr als Standort-Kommandantur genutzt. Jetzt sind dort rund Luxuswohnungen mit Quadratmeterpreisen bis zu 18.000 Euro entstanden. Entworfen von namhaften Architekten und bezogen von Hamburgern und Menschen aus aller Welt, die sich eine solche Immobilie leisten können.

Mümmelmannsberg-Hymne

In der Großsiedlung Mümmelmannsberg werden jedes Jahr rund 200 Kinder geboren. Die Neugeborenen sind das Thema einer außergewöhnlichen Klanginstallation auf dem Dach eines der Wohnhochhäuser in Mümmelmannsberg: Ab November soll eine "Willkommensmelodie" für Neugeborene durch die Siedlung schallen - immer wenn eine neues "Mümmel"-Baby zur Welt kommt. Dafür legen sich die Mümmelmannsberger ordentlich ins Zeug, denn die Hymne soll möglichst viele Facetten des Stadtteils abbilden und natürlich gut klingen!

Ein Chor.

Mümmelmannsberg begrüßt Neugeborene mit Musik

Hamburg Journal -

Bald kann man die Ankunft eines neuen Menschenkindes in Mümmelmannsberg auch hören: Bei jedem Neugeborenen soll künftig eine Willkommensmelodie im Stadtteil erklingen.

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Ode an die Lücke

Hamburg muss wachsen, keine Frage. Und Hamburg braucht Wohnungen. Aber die Hansestadt soll ja auch lebenswert bleiben, dabei braucht sie nicht nur Platz für Grün, sondern auch für Kreativität, für Begegnungen, für Leben. Und all das entsteht oft ausgerechnet da, wo sich in der Großstadt mal Lücken ergeben, die nicht komplett durchgeplant und bebaut sind. Oder man könnte auch sagen: Jeder ist seines Lückes Schmied.

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Rund um den Michel

Die Sendung präsentiert Geschichten mitten aus dem Hamburger Leben - komische, spannende, nachdenkliche und schräge. mehr

Redaktionsleiter/in
Sabine Rossbach
Produktionsleiter/in
Edgar Rygol
Redaktion
Susanne Dobke
Moderation
Julia-Niharika Sen