Stand: 21.10.2020 15:46 Uhr

Wann sind die Forscher am Ziel?

Wie lange dauert es, bis ein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung steht? Wer bekommt ihn zuerst, und wer entscheidet darüber? Wer finanziert die Forschung, wer profitiert? Diesen und anderen Fragen geht der NDR nach und veröffentlicht hier seine Recherchen zur Corona-Impfstoffentwicklung.

+++ Aktuelle Meldungen im Ticker +++

Ständige Impfkommission: Impfung Mitte 2021 in Impfzentren

21.10.2020: Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (StiKo) am Robert Koch-Institut, Thomas Mertens, glaubt, dass ab Mitte kommenden Jahres mit der Impfung von Menschen in Deutschland begonnen werden kann. "Ich sage Ihnen aber gleichzeitig, dass das nicht gleich alle sein werden", sagte Mertens im ARD-Interview. Außerdem weist der Virologe darauf hin, dass das aus seiner Sicht erst einmal wenig an der epidemischen Situation im Land ändern werde. Weitere Schutzmaßnahmen müssten aufrecht erhalten werden, erklärte Mertens. Die Stiko arbeite derzeit an einer Empfehlung, welche Gruppen zuerst geimpft werden sollten, so dass die Gemeinschaft davon am Ende den größten Nutzen habe. Das müsse nach wissenschaftlichen Erkenntnissen, aber auch nach ethischen Aspekten gehen, sagte Mertens. Wenn tatsächlich ein sicherer und wirksamer Impfstoff zur Verfügung stehe, könne man die Impfung nicht den Hausärzten zumuten, so Mertens, so werde es am Ende wohl Impfzentren geben - auch weil Lagerung und Transport der Mittel Herausforderungen werden könnten.

Impfstoffe aus Deutschland im Test in Südamerika

21.10.2020: Die Tübinger Firma Curevac testet seit Ende September seinen Impfstoff-Kandidaten an Hunderten Probanden in Peru und Panama in einer Phase-2-Studie. Auch das Mainzer Unternehmen Biontech lässt gemeinsam mit seinem US-Partner Pfizer sein Mittel in Südamerika untersuchen - in diesem Fall als Teil einer großen Phase-3-Studie mit Zehntausenden Teilnehmern. Der Grund dafür: In den vergangenen Monaten waren dort die Infektionszahlen besonders hoch. So hoffen die Forscher schneller zu aussagekräftigen Ergebnissen zu kommen - also zu sehen, ob tatsächlich Menschen geschützt werden, die einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sind. Der Leiter der Biontech-Studie in Brasilien, Christiano Zerbini, sagte dem SWR, dass für sie etwa Busfahrer oder Schaffner als Probanden besonders interessant seien, da sie regelmäßig zu anderen Menschen Kontakt hätten. Die Länder erhoffen sich umgekehrt offenbar einen Vorteil bei der späteren Verteilung des Impfstoffs, erläuterte der Curevac-Studienleiter in Panama, Xavier Sáez Lorens. Das Land könnte "für seine Beteiligung an der Studie belohnt werden".

Biontech/Pfizer wollen Ende November Zulassung in USA beantragen

16.10.2020: Das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Pharmakonzern Pfizer rechnen damit, Ende November die Zulassung ihres Impfstoffs in den USA beantragen zu können. Ende Oktober könnten sie wissen, ob der Impfstoff wirksam sei, teilte Pfizer-Chef Albert Bourla schriftlich mit. Bis zur dritten Novemberwoche werde es dann noch voraussichtlich dauern, bis die Unternehmen genügend Daten zur Sicherheit des Impfstoffes vorliegen haben. Sollten die Ergebnisse positiv ausfallen, könnte kurz darauf eine Notfallgenehmigung in den USA beantragt werden, schreibt Bourla. Ob und wann diese erteilt wird, entscheidet die US-Arzneimittelbehörde FDA auf Basis der von den Firmen eingereichten Daten. In Europa läuft das Zulassungsverfahren für das Mittel von Biontech und Pfizer bereits im Rahmen eines "rollling review"-Verfahrens. Das bedeutet, dass die hier zuständige Behörde EMA bereits die Daten während der noch laufenden Studien überprüft.

Frühere Meldungen finden Sie in der Übersicht.

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Überblick: Das Rennen um den Impfstoff

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Anmerkung: Die Liste umfasst Projekte, die laut WHO mindestens in Phase 2 sind sowie des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF). Normalerweise laufen bei der Entwicklung von Impfstoffen die Phasen nacheinander ab - aktuell jedoch oft gleichzeitig, um den Prozess zu beschleunigen. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat zudem erste Zulassungsverfahren gestartet, während die Phase-3-Studien noch liefen ("rolling review"). Der Impfstoff des Gamaleya-Instituts wurde in Russland bereits vor dem Start der Phase 3 für einen Einsatz zugelassen.

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Panorama - die Reporter | 02.02.2021 | 21:15 Uhr

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