Stand: 13.08.2020 14:04 Uhr

Biontech / Pfizer / Fosun

Name des Impfstoffs: BNT162

Art: Genbasierter Impfstoff (mRNA)

Webseiten: Biontech, Pfizer, Fosun

Redaktioneller Hinweis

Viele Forschungseinrichtungen und Firmen weltweit suchen nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Allerdings ist es teils schwierig, unabhängige Informationen zu den Projekten zu erhalten. Manche Teams haben bereits Daten in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht, die andere Experten beurteilen können. Zu anderen Impfstoff-Kandidaten ist wenig bekannt, manches nur aus Pressemitteilungen der beteiligten Unternehmen. Eine Prüfung der Daten und Methoden ist dann kaum möglich.

Das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Pharmakonzern Pfizer dürfen ihren Impfstoff-Kandidaten seit Ende Juli in einer großen Phase-2/3-Studie testen. Die US-Behörde FDA erteilte ihnen die entsprechende Erlaubnis. 30.000 Probanden sollen an der Untersuchung teilnehmen. Ziel ist es zu prüfen, ob der Impfstoff wie erhofft wirkt und keine schweren Nebenwirkungen verursacht. Läuft alles wie geplant, könnten sie im Oktober die Zulassung beantragen, teilten die Unternehmen mit.

Mit der Entwicklung des Impfstoffs begonnen haben die Wissenschaftler*innen bei der deutschen Firma Biontech Ende Januar. Sie arbeiten dafür seit März mit dem US-Pharmariesen Pfizer zusammen.

Die klinischen Tests begannen Ende April. Es war die erste derartige Studie, die in Deutschland genehmigt wurde. Insgesamt sollten hier etwa 200 Probanden im Alter von 18 bis 55 Jahre untersucht werden. Erste, vorläufige Ergebnisse von 60 Teilnehmern veröffentlichten die Unternehmen in einer Pressemitteilung Mitte Juli.

Parallel dazu ist in den USA bereits eine weitere Studie (Phase-1/2) gestartet - mit geplant etwa 8.000 Teilnehmern. Im ersten Schritt ging es dort darum, verschiedene Varianten des Impfstoffs und jeweils unterschiedlich hohe Dosierungen zu testen. Am 1. Juli stellten Biontech und Pfizer vorläufige Ergebnisse dieser Untersuchung vor.

Die Unternehmen geben an, dass sie bis Ende 2020 100 Millionen Dosen des Impfstoffs produzieren können, bis Ende 2021 sollen es dann insgesamt etwa 1,3 Milliarden werden. BioNTech und Pfizer stellen den Wirkstoff teils selbst her, bemühen sich aber auch um Auftragsproduzenten - etwa die Firma Acuitas therapeutics, die bestimmte Inhaltsstoffe liefern soll. 

Nach Angaben des Unternehmens hat Mitte Juli die US-Behörde FDA dem Projekt einen "Fast Track"-Status zugesprochen. Damit soll eine mögliche Zulassung beschleunigt werden. Die britische Regierung hat kurz darauf eine Vereinbarung mit dem deutschen Unternehmen Biontech und dem US-Konzern Pfizer getroffen. Falls ihr Impfstoff zugelassen wird, sollen sie 30 Millionen Dosen liefern.

Am 22.7. teilten Pfizer und Biontech mit, dass die US-Regierung 100 Millionen Dosen zum Preis von 1,95 Milliarden Dollar bestellt habe - mit der Option für weitere 500 Millionen Dosen. Ende Juli haben sie zudem zugesagt, Japan in der ersten Hälfte des Jahres 2021 120 Millionen Dosen ihres Coronavirus-Impfstoffs zu liefern, sollte er zugelassen werden. Auch mit Kanada haben sie bereits eine Lieferung vereinbart. Zu welchem Preis das Mittel dort jeweils verkauft wird, teilten die Unternehmen nicht mit.

Im März war bereits das chinesische Unternehmen Fosun in das Projekt eingestiegen und hatte sich damit die Rechte für China gesichert, sollte die Entwicklung erfolgreich sein. Fosun hat seinen Hauptsitz in Shanghai und gilt als größter Mischkonzern Chinas gilt.

Biontech, mit Hauptsitz in Mainz, wurde 2008 gegründet und hat nach eigenen Angaben mehr als 1300 Mitarbeiter. Die Firma arbeitet in Kooperation mit verschiedenen Unternehmen unter anderem an Krebstherapien und Impfstoffen.  

Der US-Konzern Pfizer ist mit einem Jahresumsatz von etwa 45 Milliarden Euro einer der größten Pharmakonzerne der Welt.

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Anmerkung: Die Liste umfasst Projekte, die laut WHO mindestens in Phase 2 der klinischen Studien sind sowie die der deutschen Firma Curevac und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF). Normalerweise laufen bei der Entwicklung von Impfstoffen die Phasen nacheinander ab - aktuell jedoch oft gleichzeitig, um den Prozess zu beschleunigen.

Dieses Thema im Programm:

Panorama - die Reporter | 02.02.2021 | 21:15 Uhr

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