Nordseereport - Die Letzten ihrer Art

Sonntag, 08. April 2018, 18:00 bis 18:45 Uhr
Montag, 09. April 2018, 01:35 bis 02:20 Uhr

Netzstricker Hermann Holzkämper steht vor einem Schiff. © NDR, honorarfrei

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Masche, Knoten, Masche, Knoten. Tag ein, Tag aus. Ruhig und geduldig, gar meditativ, strickt Hermann Holzkämper Fischernetze in seinem Keller in Greetsiel. Die Kunden des 80-Jährigen: die Krabbenfischer aus der kleinen ostfriesischen Gemeinde. Früher war Holzkämper einer von ihnen, bevor er aus gesundheitlichen Gründen damit aufhören musste und eine neue Beschäftigung suchte. "Der Neffe kam und hatte ein kaputtes Netz", erinnert er sich. Ob er es reparieren könne, sei er gefragt worden. "Ja, mache ich", habe er geantwortet. Schnell sprach sich herum, dass Holzkämper das alte Handwerk allzu gut versteht. Das Team des NDR Nordseereports hat ihn für die Ausgabe "Die Letzten ihrer Art" besucht.

Netzstricker Hermann Holzkämper steht vor einem Schiff. © NDR, honorarfrei

Altes Handwerk: Frische Netze aus Greetsiel

Nach langer Zeit als Krabbenfischer stellt Hermann Holzkämper aus Greetsiel neue Fischernetze her - oder repariert kaputte. Das alte Handwerk beherrscht der 80-Jährige seit seiner Kindheit.

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65 bis 70 Stunden pro Netz

Damals, erzählt der 80-Jährige, der das Handwerk im Alter von 14 Jahren lernte, seien die Netze noch aus Baumwolle gewesen. Mittlerweile seien sie aus Nylon und imprägniert für eine längere Haltbarkeit. Das feinmaschige Material kauft Holzkämper ballenweisen, schneidet die Stücke zurecht und strickt sie anschließend mit einem grünen Faden zusammen. Zwischen 65 und 70 Stunden braucht er für ein neues Netz. Kein Wunder, denn die Größe ist beachtlich: Acht bis neun Meter ist ein Netz breit und zwölf Meter lang. So lang, dass Holzkämper ein fertiges Netz gleich über mehrere Zimmer in seinem Keller auslegen muss.

Die vom Aussterben bedrohte Kornweihe

Weit mehr Platz bei der Arbeit haben Nadine Knipping und Carola Kaltofer auf der Nordseeinsel Norderney. An der frischen Luft haben die beiden Vogelschützerinnen die Kornweihen im Blick. Die habichtartigen Jäger gehören zu den seltensten Vogelarten Deutschlands. Während sie vor 100 Jahren noch häufig vorkamen, gilt ihr Bestand mittlerweile als stark gefährdet. Konkret bedeutet das: 60 Prozent Rückgang in den vergangenen zehn Jahren. "Das ist richtig, richtig viel in kurzer Zeit", erklärt Knipping. Die Gründe dafür seien bisher unbekannt.

Nadine Knipping guckt durch ein Fernrohr. © NDR, honorarfrei

Auf der Suche nach der bedrohten Kornweihe

Die Kornweihe ist vom Aussterben bedroht. Seit Jahren leben weniger der gefiederten Jäger auf Norderney. Nadine Knipping kümmert sich mit ihren Kollegen um die Vögel auf der Insel.

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Beringt und ausgesetzt

Tatsache ist, dass weniger Tiere zum Brüten auf die Insel kommen. Doch wenn Knipping und Kaltofer ein Nest auf der Insel gefunden haben, werfen sie ein wachsames Auge darauf. Aber nicht nur darauf: So beobachten sie etwa auch, wie ein Männchen gefangene Beute in der Luft an das Weibchen übergibt. Unter Videobeobachtung wachsen die Jungtiere über Wochen heran. Bevor sie flügge sind und das Nest verlassen, werden sie von den Tierschützerinnen beringt. Ab August fliegen sie gemeinsam mit ihren Eltern in die Winterquartiere. Ob sie auch wieder zurück nach Norderney kommen, ist ungewiss.

Videos
06:24

Buddelschiff bauen - eine Arbeit für Geduldige

08.04.2018 18:00 Uhr

Kein maritimer Kitsch, sondern liebevolle Details: Willy Jahn aus Brake ist einer der letzten Buddelschiffbauer. Mit viel Geduld fertigt er die Schiffe in Miniaturgröße. Video (06:24 min)

"Präzise und diffizil": Der Buddelschiffbauer

Gewiss einer der letzten seiner Art ist Willy Jahn. Während in Ländern wie China etwa Buddelschiffe für Touristen an der Nordseeküste maschinell in großen Mengen hergestellt werden, widmet sich der Mann aus Brake in aller Ruhe um die Schiffe in Miniaturgröße. Er vergleicht seine Arbeit mit der eines Uhrmachers: "präzise und diffizil" - mit einem Auge fürs Detail: "Ich möchte gerne, dass alles so originalgetreu wie bei den wirklichen Objekte aussieht", sagt er. "Das ist mein Antrieb."

Auf und ab in Devon

Auf Borkum trifft Moderatorin Antje Wöhnke auch Christoph Müller, den einzigen Schäfer auf den Ostfriesischen Inseln, der sich um die aussterbenden Moorschnucken kümmert. Außerdem zu sehen beim Nordseereport am Sonntag, den 8. April, ab 18 Uhr im NDR Fernsehen: die bei Touristen beliebte Klippenbahn an der Nordküste von Devon. Seit 126 Jahren verbindet sie die englischen Orte Lynton und Lynmouth - über eine ziemlich steile Strecke.

Weitere Informationen

Nordseereport

Mit einer vielseitigen Themenauswahl rund um die Nordsee überraschen die Moderatorinnen Laura Lange und Antje Wöhnke ihre Zuschauer. mehr

Leitung der Sendung
Andrea Lütke
Redaktionsleiter/in
Angela Sonntag
Produktionsleiter/in
Thomas Kay
Moderation
Antje Wöhnke