Nordseereport

Meeresforschung

Sonntag, 02. Juni 2019, 18:00 bis 18:45 Uhr

Klimaforschung des Alfred Wegener Instituts © NDR

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Die Nordsee ist ein komplexes Ökosystem - und ein sensibles. Längst prägen nicht mehr nur die Gezeiten, Wind und Wetter das Leben im und am Meer. Die unterschiedlichen Landschaften an der Küste und auch unter Wasser sind beständig Veränderungen unterworfen. Und auch die Meeresbewohner passen sich an, verlassen die Nordsee, neue aus anderen Gefilden kommen hinzu. Der Klimawandel ist nahezu überall spürbar. Kein Wunder, ist die Temperatur des Wassers um fast zwei Grad in den vergangenen vierzig Jahren gestiegen. Das haben Forscher des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI) herausgefunden. Seit 1973 nehmen sie vor der Insel Sylt regelmäßig Proben. Und untersuchen auch Algen, Plankton, Fische und andere Lebewesen im Wattenmeer - und beobachten zusehends neue Arten. Moderatorin Britta von Lucke geht mit an Bord des Forschungsschiffes "Mya", wo die Meeresbiologen das Leben in der Nordsee ganz genau unter die Lupe nehmen.

Die Meeresbiologin Antje Boetius steht in einem Labor. © NDR

Dem Klimawandel auf der Spur - im Meer und im Eis

Nordseereport -

Welche Rolle spielen Kleinstlebewesen am Meeresboden für die Entwicklung des Klimas? Das erforscht Antje Boetius, Leiterin des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts.

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3.000 Meter unter dem Meer

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Im ewigen Eis wollen die Forscher des AWI den Klimawandel besser verstehen lernen.

Wo der Klimawandel allerdings genau beginnt, das liegt noch im Dunkeln - oder genau gesagt: in der Tiefsee. Da ist sich die Meeresbiologin und AWI-Direktorin Antje Boetius sicher. Sie ist selbst mehr als 3.000 Meter tief getaucht und hat an mehr als 40 Expeditionen teilgenommen. Die erste vor 25 Jahren als Studentin, aktuell als Expeditionsleiterin für die größte Nordpolexpedition aller Zeiten: Ein internationales Forscherteam wird sich an Bord eines Eisbrechers ein ganzes Jahr in der Arktis einfrieren lassen. Denn auch dort hinterlässt der Klimawandel seine Spuren. Eine Frage dabei lautet: Wie wird sich der Rückgang des Meereises auf die Umwelt auswirken?

Innovatives aus den Niederlanden

Geforscht wird aber nicht nur über das Leben in der Nordsee, sondern auch über das an der Küste. Zum Beispiel in der niederländischen Provinz Groningen. Als Projekt wird Schlick aus dem Dollart für Ackerdüngung und Deichbau verwendet. Und viele Landwirte in der Region haben inzwischen eigene kleine Windkraftanlagen für den privaten Strom-Bedarf - gefertigt mit Rotorblättern aus Lärchenholz. Gegründet haben die Firma holländische Maschinenbaustudenten. Die Geschäfte führt inzwischen eine gebürtige Niedersächsin, die die Windmühlen jetzt auch an die deutsche Nordseeküste geholt hat. Auf Norderney wollen unterdessen zwei Biologinnen herausfinden, warum der Bestand der Kornweihe so drastisch zurückgegangen ist. Dazu beobachten sie intensiv drei auf der Insel geschlüpfte Jungvögel.

Videos
01:08

Wilde Ponys pflegen die Dünen auf Texel

In den Dünen der westfriesischen Insel Texel hat eine Herde Exmoor Ponys eine besondere Aufgabe: Die Wildpferde sorgen dafür, dass sich dort Büsche und Bäume nicht zu sehr ausbreiten. Video (01:08 min)

Große Aufgabe für kleine Pferde

Auf Texel in Nordholland sorgen nicht nur Schafe sondern auch Pferde für die Landschaftspflege. Was vor zwanzig Jahren als Experiment begann, hat sich inzwischen bewährt: Die wilden Ponys fressen Büsche und Bäume, die sonst die Dünenlandschaft überwuchern würden. Gleichzeitig schaden Hufe und Gewicht der kleinen Pferde den Dünen nicht.

Die vor dem Klimawandel fliehen

Außerdem besucht der Nordseereport die Seespinnen-Forschung beim AWI. Die Zehnflusskrebse, die ursprünglich vor Helgoland lebten, haben schon auf den Klimawandel reagiert: Sie ziehen sich immer weiter nach Norden zurück - dahin, wo das Wasser kälter ist und der Nachwuchs besser gedeiht. Denn die Forscher haben festgestellt, dass die Eier der Krabben bei leicht erhöhten Wassertemperaturen nicht mehr so vital sind, wie sie eigentlich sein sollten.

Leitung der Sendung
Andrea Lütke
Redaktion
Angela Sonntag
Moderation
Britta von Lucke
Produktionsleiter/in
Thomas Schmidt