Stand: 05.05.2018 10:00 Uhr

9.000 Sendungen Nordmagazin und was wir daraus lernen können

von Jörg-Michael Schmidt, Chef-Reporter NDR Mecklenburg-Vorpommern

Bild vergrößern
Für den gebürtigen Schweriner und langjährigen Nordmagazin-Chef Jörg-Michael Schmidt ist das Nordmagazins Kopf- und Herzensache.

Am 6. Mai abends, pünktlich 19.30 Uhr, werden nicht nur Freunde von Superlativen auf ihre Kosten kommen. Wenn die 9000. Folge des Nordmagazins über die Bildschirme flimmert, sollte das auch für uns Macher Anlass sein, dieses Jubiläum zu würdigen. Und wir sollten uns fragen: Können wir mit der Geschichte dieses erfolgreichsten Fernseh-Regionalmagazins des öffentlich-rechtlichen Rundfunks heute noch was anfangen? Die Antwort - ein klares Ja und damit verbunden fünf Lehren.

Birgit Müller, ein Pavian und sein Pfleger (v. r. n. l.) 1994 im Nordmagazin.

Remix-Best-of: 9.000 Mal Nordmagazin

Nordmagazin -

Das Nordmagazin bietet die perfekte Mischung aus Nachrichten, Unterhaltung, Action und Gemütlichkeit. Zur 9.000. Ausgabe haben wir das Nordmagazin mal ganz neu geremixt.

3,29 bei 7 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

1. Ein chaotisches Umfeld kann tolle Ideen hervorbringen

Das Nordmagazin ist wahrlich nicht das Ergebnis langer Planungen, endloser Arbeitsgruppensitzungen, Finanzjonglierereien und wohlwollenden Intendantenabnickens. Im Gegenteil. In der turbulenten Wendezeit kamen Kollegen der Studiotechnik Rostock auf die Idee, die Zeit des Testbildes im zweiten Programm des DFF ab 16 Uhr sinnvoller zu nutzen.

Ohne die großen Chefs in Berlin-Adlershof zu fragen, bastelten sie gemeinsam mit der Redaktion eine eigene regionale Sendung. Der "Nordreport" wurde am 9. März 1990 um 16 Uhr das erste Mal ausgestrahlt. Kurzerhand wurden die Testbild-Frequenzen der Sender Marlow, Zippendorf und Helpterberg für zehn Minuten Regionalfernsehen quasi gekapert. Die gute Laune der Enthusiasten wurde einzig von einem Hamburger Unternehmen getrübt. Das erhob nämlich Anspruch auf den Titel der Sendung. Für langwierige Rechtsstreitereien fehlten sowohl die Zeit als auch das nötige (West-) Geld. Ein neuer Name wurde gefunden: Nordmagazin. Ab 20. April 1990 ging es auf Sendung - also lange, lange bevor Mecklenburg-Vorpommern zum NDR kam. Eine Pionierleistung und typisch Osten!

2. Bloß keine Angst vor großen Tieren

Bild vergrößern
1994 organsisiert der damalige Fernsehchef Peter Gatter tierische Verstärkung fürs Nordmagazin.

Im Sommer 1994 hatte Fernsehchef Peter Gatter mal wieder eine seiner durchschlagenden Ideen. Es sollten unbedingt Tiere in die Sendung. Getreu dem Motto: Kinder und Tiere bringen mindestens eine Viere. Im Ergebnis fanden einen Monat lang Doppelmoderationen statt - vor der Kamera im Rostocker Studiogarten standen nunmehr ein Mensch plus ein tierischer Bewohner des benachbarten Zoos.

Birgit Müller, die damals frisch aus dem Urlaub kam, wusste gar nicht wie ihr geschah. "Du kriegst heute einen Pavian", hieß es. Deshalb solle sie bitte nicht laut reden, das Tier nicht angucken und schon gar nicht erschrecken. Tolle Ansagen für eine Moderation. Kaum gingen die Lampen an, fauchte der Affe wie wild, guckte seinerseits reichlich böse die eingeschüchterte Birgit Müller an und schien überhaupt ziemlich sauer zu sein mit dem Set. An den Tagen danach folgten ein spuckendes Lama, der Pinguin Phillipp, ein gestreifter Lemur-Halbaffe namens Ralf, der sich augenblicklich in den Studio-Kirschbaum verdrückte, um sich gegen Ende der Sendung auf die Schulter der Moderatorin plumpsen zu lassen, eine Schildkröte, die nur scharf auf Löwenzahn war und ein permanent stolperndes Entenküken. Alles in Farbe und alles live! 

01:51
NDR 1 Radio MV

Funkhausfest mit Friederike Witthuhn

17.09.2017 16:00 Uhr
NDR 1 Radio MV
03:23

Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 06.05.2018 | 19:30 Uhr