Nordmagazin

Sonntag, 07. Februar 2021, 19:30 bis 20:00 Uhr
Montag, 08. Februar 2021, 09:00 bis 09:30 Uhr

Zusammenschluss: Wegebahnenbetreiber im Land kämpfen um ihre Existenz

Wer kennt sie nicht? Petermännchenexpress, Carolinchen, Warnemünder Strand- oder die Arkona-Bahn, Jagdschlossexpress - um nur ein paar zu nennen. Touristische Highlights von Boltenhagen bis Baabe. Jetzt aber haben sich die Betreiber der Wegebahnen im Land zusammengetan, weil sie Angst haben vor den kommunalen Nahverkehrsbetrieben.

Marktstände: Kampf der Schausteller in Bad Doberan

Wer sich durch die Doberaner Innenstadt bewegt, kann sie kaum übersehen. Die zwei Stände am Kleinen Kamp, die wie Weihnachtsmarktbuden anmuten. Gebackener Schafskäse, Burger und Pommes. Die Mitglieder einer Schaustellerfamilie wollten und mussten etwas tun. Bis heute sind keine Hilfen für November und Dezember da, doch die Kosten für Haushalt, Strom und Familie laufen weiter. Typisch für Selbständige, wollten sie ihr Schicksal selbst in den Händen halten. So kam es zu der Idee mit der Bude. Unterstützung kommt von der Stadt, 35 Cent bezahlen sie für den Quadratmeter. Die Buden sind mit einer Klingel für Bestellungen ausgestattet, wegen des Abstand. Ihr Nachbar verkauft Süßes. Auch er ein Schausteller, Betreiber eines Riesenrades.

Projekt: Bezahlbarer Wohnraum für junge Menschen in Rostock

Bezahlbarer Wohnraum für junge Menschen - darum geht es ihnen. Sie sind zwischen 18 und 32 Jahren und leben in WGs in zwei Häusern im beliebten Studentenviertel Rostocks. Früher waren die beiden Häuser einmal besetzt. Heute gibt es in den AWiro-Häusern eine Kneipe, einen Proberaum für Bands und eine offene Fahrradwerkstatt. Nach Jahren können die Bewohner die beiden Häuser jetzt von der WIRO kaufen. Sie haben eine Wohnungsgenossenschaft gegründet, das Eigenkapital für einen Kredit über Spenden und Leih- und Schenkgemeinschaften zusammenbekommen.

Zeitreise: Eis auf der Ostsee

Auf dem Saaler Bodden hat das Eisfischen eine lange Tradition - aus der Not heraus. Wenn die offene See zugefroren war, mussten die Fischer sich etwas einfallen lassen, um ihr Einkommen zu sichern. Frischer Fisch war auch im Winter in der DDR begehrt. Das Eisfischen, das "Klappern" hatten nach dem 2. Weltkrieg Flüchtlinge vom Kurischen Haff aus Ostpreußen mitgebracht. Die Zeitreise führt zurück in extrem kalte Winter, als auf dem Saaler Bodden im Eis gefischt wurde, Eissegler ihre Bahnen zogen, Eisfähren Hiddensee versorgten, in Warnemünde Fischer Enten statt Fisch fingen und die Menschen selbst bis nach Dänemark über das Eis hätten laufen können.

Vorgestellt: Die Häuser-Therapeutin

Das Stettiner Haff als Rückzugsort vom Berliner Großstadtleben, immer mal wieder dort am Wochenende die Seele baumeln lassen. Das war vor mehr als 15 Jahren der Plan von Ulrike Leye. Sie kaufte eine alte Fischerkate in Bellin bei Ueckermünde, motzte sie auf. Das wiederum bekam man auch im Nachbarort mit und seitdem hat die Therapeutin eine neue Berufung gefunden. Man könnte fast sagen: Sie ist so etwas wie eine Häuser-Therapeutin geworden.

Redaktionsleiter/in
Sibrand Siegert