Stand: 04.07.2017 11:19 Uhr

Ehemann von Infantin Cristina droht längere Haft

Bild vergrößern
Iñaki Urdangarín ist gegen das Urteil im Veruntreuungsprozess in Berufung gegangen.

Iñaki Urdangarín droht eine Verlängerung seiner Haftstrafe. Nachdem der Ehemann der spanischen Infantin Cristina wie angekündigt Berufung eingelegt hat gegen das Urteil, das im Februar gegen ihn ergangen war, fordert die Staatsanwaltschaft nun zehn Jahre Haftstrafe wegen der Veruntreuung öffentlicher Gelder. Zuvor war er zu sechs Jahren und drei Monaten Haft sowie der Zahlung von 512.000 Euro verurteilt worden. Das Oberste Gericht kann das Urteil aus der vorherigen Instanz bestätigen, für ungültig erklären, die Strafen verschärfen oder abmildern. Gegen seine Entscheidung ist keine Berufung mehr möglich. Urdangarín bleibt bis zu einem rechtskräftigen Urteil auf freiem Fuß.

Millionen Euro aus der Staatskasse veruntreut

Nach einem langen Prozess gegen die spanische Infantin Cristina und ihren Ehemann Iñaki Urdangarín hatte das Gericht in Palma de Mallorca Urdangarín schuldig gesprochen. Cristina wurde vom Vorwurf der Beihilfe zum Steuerbetrug freigesprochen. Das Gericht befand den 49-jährigen Schwager von König Felipe VI. für schuldig, zwischen 2004 und 2006 über seine gemeinnützige Nóos-Stiftung mehrere Millionen Euro aus der Staatskasse veruntreut zu haben. Urdangarí hatte rund zwei Monate nach dem Urteil im April Medienberichten zufolge Berufung eingelegt. Die von der Staatsanwaltschaft zunächst geforderte Haftstrafe für Urdangarín betrug 19 Jahre und sechs Monate.

Ein bisher beispielloser Fall

Ganz ohne Strafe ist aber auch Cristina nicht davongekommen: Weil sie von den Machenschaften ihres Mannes profitiert habe, muss sie 265.000 Euro zahlen. Der ehemalige Handballstar Urdangarín hat neben seiner Haftstrafe einen Betrag von 512.000 Euro zu zahlen. Cristina war das erste Mitglied des spanischen Königshauses, das sich in einem öffentlichen Strafprozess zu verantworten hatte. Sie war zur Hälfte an einer Firma ihres Mannes beteiligt, über die er die abgezweigten Gelder gewaschen haben soll. Ihr zufolge habe sie ihrem Mann vertraut und sich nie um die Geschäfte gekümmert.

Infantin verliert Adelstitel

In den vergangenen Jahren lief es nicht besonders gut für die Infantin. Cristina darf sich nicht mehr Herzogin nennen - König Felipe erkannte seiner Schwester ihren Titel ab. Cristina hatte 1997 zu ihrer Heirat mit dem Ex-Handballstar Urdangarin vom damaligen Monarchen, ihrem Vater Juan Carlos, den Titel einer Herzogin von Palma de Mallorca erhalten. Auch ihr Mann Urdangarin verlor seinen Titel und darf sich nicht mehr Herzog von Palma de Mallorca nennen. Seit der Aufdeckung des Skandals spielen Urdangarín und die einstmals beliebte Infantin Cristina keine öffentliche Rolle mehr.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Mein Nachmittag | 14.01.2016 | 16:10 Uhr

Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 24.08.2017 | 16:00 Uhr