Stand: 18.06.2018 10:45 Uhr

Spanien: König Felipes Schwager tritt Haftstrafe an

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Inaki Urdangarin wurde zu einer Haftstrafe von knapp sechs Jahren verurteilt.

Schlechte Nachrichten für die spanischen Royals um König Felipe VI.: Schwager Iñaki Urdangarín muss für fünf Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. Infantin Christinas Ehemann hat die Haftstrafe in Brieva, etwa 100 Kilometer nordwestlich von Madrid, am 18. Juni angetreten. Gegen acht Uhr morgens habe er sich im Gefängnis gemeldet, wie ein Sprecher der Strafvollzugsbehörde bestätigte. Die Frist zum Haftantritt lief um zehn Uhr ab. Das Oberste Gericht in Madrid hatte zuvor eine langjährige Gefängnisstrafe in leicht gemilderter Form gegen Urdangarín bestätigt.

Betrug und Veruntreuung

Urdangarín war im Februar 2017 von einem Gericht in Palma de Mallorca wegen Veruntreuung von sechs Millionen Euro Steuergeldern sowie wegen Geldwäsche, Urkundenfälschung und Betrugs zu sechs Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Gegen das Urteil hatte der bekannte Ex-Handballer Berufung eingelegt.

Folgenschwere Finanzaffäre

In der Affäre um die vermeintlich gemeinnützige Stiftung "Nóos" waren insgesamt 17 Verdächtige angeklagt worden. Urdangarín kann noch das Verfassungsgericht anrufen, um der Gefängnisstrafe zu entgehen - oder die Regierung könnte beim König eine Begnadigung beantragen. Dies gilt aber als unwahrscheinlich.

Freispruch für Cristina

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Seit der Finanzaffäre spielen Infantin Cristina und ihr Mann Iñaki Urdangarín in der Öffentlichkeit keine Rolle mehr.

Cristina ist die jüngere der beiden Schwestern von König Felipe und die Nummer sechs in der Thronfolge. Sie wurde in dem Fall vom Vorwurf der Beihilfe zum Steuerbetrug freigesprochen. Ganz ohne Strafe ist aber auch sie nicht davongekommen: Weil sie von den Machenschaften ihres Mannes profitiert habe, wurde sie zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Infantin war das erste Mitglied des spanischen Königshauses, das sich in einem öffentlichen Gerichtsprozess zu verantworten hatte. Sie war zur Hälfte an einer Firma ihres Mannes beteiligt, über die er die abgezweigten Gelder gewaschen haben soll. Nach eigenen Angaben hatte sie ihrem Mann vertraut und sich nie um die Geschäfte gekümmert.

Imageverlust für das Königshaus

Der Skandal war im Jahr 2011 ans Licht gekommen. Zusammen mit anderen Affären führte er zu einem starken Imageverlust des Königshauses. Seit der Aufdeckung der folgenschweren Finanzaffäre spielen Urdangarín und die einstmals beliebte Infantin Cristina keine öffentliche Rolle mehr.

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Mein Nachmittag | 24.08.2017 | 16:00 Uhr