Stand: 25.12.2018 09:50 Uhr Archiv

Königin Silvia feierte 75. Geburtstag

Königin Silvia ist am 23. Dezember 75 Jahre alt geworden. Als Kind war die gebürtige Heidelbergerin nicht so glücklich über ihren Geburtstag. Alle waren viel zu beschäftigt mit den Vorbereitungen für Weihnachten, als dass sie dem kleinen Mädchen eine schöne Geburtstagsparty hätten bereiten können. Mittlerweile ist das aber kein Problem mehr. Schließlich lenkt sie die Aufmerksamkeit lieber auf diejenigen, die ihr selbst am Herzen liegen: auf Kinder, die obdachlos sind, die missbraucht werden, die Suizidgedanken haben. Beim Geburtstags-Empfang im Oscarsteatern in Stockholm, der bereits am 18. Dezember stattfand, gab es anstelle eines großen Festes zu ihren Ehren, ein Seminar, bei dem es um die Stiftungen ging, für die sich die Königin einsetzt.

Ein Herz für bedürftige Kinder und Demenzkranke

Silvia ist bekannt für ihren unermüdlichen Einsatz zugunsten hilfsbedürftiger Kinder in aller Welt - von Schweden bis nach Brasilien. Sie ist die Gründerin und Schirmherrin der World Childhood Foundation. Der Ursprung ihres Engagements ist wohl tief in ihrer Kindheit verwurzelt, denn die Tochter eines deutschen Kaufmanns und einer Brasilianerin wächst ab ihrem vierten Lebensjahr in São Paulo auf. Geprägt von den Eindrücken dort, setzt sie sich ihr Leben lang für die Schwachen in der Gesellschaft ein. Die spätere Königin von Schweden wird dafür geschätzt, geliebt und vielfach ausgezeichnet.

Unbeschwerte Kindheit in Brasilien

Am 23. Dezember 1943 wird Silvia Renate Sommerlath in Heidelberg geboren. Ihr Vater Walther ist mit der Brasilianerin Alice Soares de Toledo verheiratet und wird von der schwedischen Firma Uddeholm als Werksdirektor nach Brasilien geschickt. Für die Vierjährige und ihre drei älteren Brüder geht es daher 1947 mit den Eltern nach São Paulo. Zehn Jahre verbringen die Sommerlaths dort, bevor die Familie 1957 wieder nach Deutschland zurückkommt.

Vielleicht sind es ihre südamerikanischen Wurzeln, die es ihr erleichtern, spontan und überhaupt nicht schüchtern zu sein. "Es heißt, ich habe ein brasilianisches Herz, einen deutschen Kopf und eine schwedische Seele", sagt sie einmal in einem Interview.

Silvia Sommerlath wird Königin von Schweden

Porträt

Carl Gustaf - Der royale Botschafter

König Carl Gustaf war 1973 der jüngste König auf dem Thron, mittlerweile hat er das Amt seit über 40 Jahren inne. Heute freuen sich die Schweden auf seine Nachfolgerin Victoria. mehr

Ihren Ehemann Carl XVI. Gustaf von Schweden lernt Silvia im Jahr 1972 bei den Olympischen Spielen in München kennen. Als Chef-Hostess betreut die studierte Dolmetscherin dort Prominente, darunter auch den Prinzen. Offensichtlich kann sie ihm nicht nur mit ihrem Schwedisch - das sie auch in der Gebärdensprache beherrscht - imponieren. Sechs Sprachen beherrscht sie fließend. Auch das schwedische Volk kann sich schnell für die Deutsche erwärmen. Vier Jahre später, am 19. Juni 1976, findet die Hochzeit in der Stockholmer Kathedrale statt.

Den Thron hatte Carl Gustaf schon 1973, vor seiner Vermählung mit Silvia, bestiegen. Dass der König nun eine Bürgerliche heiratet, spielte daher keine Rolle: Nach schwedischer Tradition muss nur ein Kronprinz eine Adlige heiraten, ein König hingegen hat die freie Wahl. Dafür ist Silvias Alter anfänglich so manchem Schweden ein Dorn im Auge. Sie ist drei Jahre älter als ihr Mann - ungewöhnlich für diese Zeit. Dank ihrer offenen und liebenswürdigen Art kann sie diese Einwände schnell zerstreuen. Silvias privates Glück machen ihre drei Kinder perfekt - Prinzessin Victoria, geboren 1977, Prinz Carl Philip, geboren 1979, und Prinzessin Madeleine, geboren 1982.

Skandal um Carl Gustaf belastet die Ehe

Seit 2010 liegt auf der Ehe mit Carl Gustaf ein dunkler Schatten: Diverse Gerüchte, der König habe "Herrenabende" in Stripclubs verbracht, zwielichtige Geschäftsbeziehungen unterhalten und eine Affäre mit einer Sängerin gehabt, brachten nicht nur die schwedische Monarchie ins Wanken, sondern zerren auch an den Nerven der Königin. In einem Geburtstags-Interview, für das Passanten am Stockholmer Hauptbahnhof per Videobotschaft ihre Fragen stellen konnten, betont Silvia dennoch ausdrücklich: "Ich bereue es nicht, ihn geheiratet zu haben - den Menschen geheiratet zu haben, den ich liebe."

Auch Gerüchte über ihren Vater und dessen Rolle in Nazi-Deutschland setzen Silvia zu. Obwohl der 1990 verstorbene Walther Sommerlath noch kurz vor der Hochzeit versichert, nie NSDAP-Mitglied gewesen zu sein, kommen immer neue Tatsachen ans Licht. Unter anderem wird ihm vorgeworfen, die Fabrik eines jüdischen Unternehmers während der sogenannten Arisierung an sich gerissen zu haben. Die schwedische Königin gibt eine Untersuchung in Auftrag, die den Vater entlasten soll. Für Silvia ist klar: Ihr Vater habe dem jüdischen Unternehmer durch das Tauschgeschäft zur Flucht verholfen und ihn damit gerettet.

Kampf gegen Demenz gehört zu Lebensaufgaben

Steckbrief

Name: Silvia Renate Sommerlath
Titel: Königin von Schweden
Geburtstag: 23. Dezember 1943
Geburtsort: Heidelberg
Ehemann: König Carl XVI. Gustaf (seit 1976)
Kinder: Kronprinzessin Victoria, Prinz Carl Philip, Prinzessin Madeleine
Sternzeichen: Steinbock
Kontakt: Webseite, Facebook, Instagram

Das Elend, das Silvia in ihrer Kindheit in Südamerika sieht, geht ihr nicht aus dem Kopf. Ihre königlichen Pflichten sieht sie vor allem darin, denen zu helfen, die nicht so viel Glück haben wie sie selbst. 1999 gründet sie die World Childhood Foundation, eine Stiftung, die Projekte anderer Kinderhilfswerke finanziell unterstützt. Darüber hinaus ist sie Schirmherrin von mehr als 60 Wohltätigkeitsorganisationen. Besonders stark engagiert sie sich für Straßenkinder in Russland und Brasilien und setzt sich dafür ein, dass diese eine Schule besuchen können. Mithilfe von Spenden finanziert Silvia Ausbildungsprogramme und Unterkünfte für obdachlose Kinder. Bereits 1990 erhält sie für ihren Einsatz den Deutschen Kulturpreis, 2002 den Deutschen Medienpreis und 2006 den Ehren-Bambi, neben vielen anderen internationalen Auszeichnungen.

Als ihre Mutter an Alzheimer erkrankt, erlebt Königin Silvia die Schwierigkeiten im Umgang mit der Krankheit. Aus ihrer persönlichen Erfahrung heraus gründet sie 1996 die Initiative "Silviahemmet". Die Organisation entwickelt Betreuungskonzepte für demenzerkrankte Menschen und bietet Angehörigen eine Anlaufstelle.

Traumhochzeiten und Kindersegen

Heute darf sich das Königshaus wieder über die Sympathie des Volkes freuen, was nicht zuletzt an Silvias drei Sprösslingen liegt. Thronfolgerin Victoria hat in dem ehemaligen Fitness-Trainer Daniel Westling ihre große Liebe gefunden. Am 23. Februar 2012 bringt sie das erste Enkelkind der Königsfamilie zur Welt: Die kleine Estelle, die nicht nur Oma Silvia, sondern ganz Schweden sofort ins Herz schließt. Vielleicht setzt die Familie deshalb das Nesthäkchen zu jedem Anlass gekonnt öffentlich in Szene. Am 2. März 2016 kommt Prinz Oscar, Victorias zweites Kind, zur Welt.

Auch Silvias andere Kinder haben ihr privates Glück gefunden. Madeleine feiert 2013 eine Traumhochzeit und bringt am 20. Februar 2014 Tochter Leonore zur Welt. Nur etwas mehr als ein Jahr später folgt im Juni 2015 Sohn Nicolas geboren. Im März 2018 folgt Töchterchen Adrienne, das momentan jüngste Mitglied der Königsfamilie. Silvias jüngster Spross Carl Philip heiratet 2015 seine langjährige Freundin Sofia Hellqvist. Am 19. April 2016 wird Alexander, der erste Sohn des Paares, geboren. Im August 2017 bekommt dieser noch einen kleinen Bruder mit dem Namen Gabriel.

Dieses Thema im Programm:

23.12.2018 | 18:00 Uhr