Stand: 05.07.2011 15:20 Uhr  | Archiv

Charlene & Albert sagen "Ja" mit Gottes Segen

Fürst Albert von Monaco (53) und seine 20 Jahre jüngere Braut Charlene haben sich im Ehrenhof des Grimaldi-Palastes das kirchliche Jawort gegeben. In einem weißen Haute-Couture-Kleid von Armani, mit 20 Meter langer Schleppe und Tausenden Kristallen und Perlen bestickt, hauchte die ansonsten ohne Schmuck auftretende verschleierte Braut ihrem Albert ein "Oui" zu. Albert, in cremeweißer Gala-Uniform, erwiderte das Einverständnis seiner Braut.

Mit dem Jawort schwörte sich das Paar ewige Treue bis zum Tod. Dann steckten sich die beiden gegenseitig die Cartier-Eheringe aus Platin und Weißgold an die Finger. Beide wirkten phasenweise etwas angespannt: Charlene senkte immer wieder ihren Blick. Doch zu einem kurzen Hochzeitsküsschen konnte sich das Paar dann doch noch durchringen.

Bernard Barsi, Monacos Erzbischof, leitete die Trauung unter freiem Himmel. Etwa 800 handverlesene Gäste durften an der eineinhalbstündigen Zeremonie teilnehmen. In der ersten Reihe saßen die Familien der Brautleute, die Schwestern von Albert, Caroline und Stéphanie von Monaco, sowie Charlenes Eltern Lynette und Michael Wittstock. Charlenes Brautjungfern waren die dänische Modedesignerin Isabell Kristensen und Alberts Cousine Donatella Knecht de Massy. Etwa 3.500 geladene Gäste verfolgten das Spektakel vom Vorplatz des Palastes, der für das freudige Ereignis extra bestuhlt wurde.

Musikprogramm mit internationalen Künstlern

Für den perfekten Sound bei der Hochzeitsmesse hatte das Paar extra eine Orgel mit 85 Registern aus Paris kommen lassen, auf der die berühmte Orgelsinfonie des französischen Komponisten Camille Saint-Saëns erklang. Auch an weltbekannten Solisten haben Charlene und Albert nicht gespart: Die südafrikanische Sopranistin Pumeza Matshikiza gratulierte mit einem landestypischen Glückssong zum Jawort. US-Opernstar Renée Fleming intonierte das weltbekannte "Laudate Dominum" von Mozart. Tenor Andrea Bocelli aus Italien sang zum Abschluss der Zeremonie "Ave Maria". Auf Großleinwänden wurde die Hochzeit in ganz Monaco live übertragen.

Ein Hochzeitstag wie im Märchen

Zu Beginn der Zeremonie um Punkt 17 Uhr führte der Brautvater seine Tochter Charlene unter tosendem Beifall zu dem Klassik-Song "Celebration" von Paul McCartney zum Traualtar. Im Anschluss an die Trauung legte Charlene, wie Grace Kelly bei der Hochzeit mit Fürst Rainier im Jahr 1956, den Brautstrauß in der Kirche der monegassischen Schutzheiligen Sainte Dévote nieder. Dabei ließ Charlene ihren Gefühlen erstmals freien Lauf: Tränen kullerten aus ihren Augen.

In einer offenenLexus-Hybrid-Limousine fuhr das frischgebackene fürstliche Ehepaar anschließend durch die in den Landesfarben Weiß und Rot geschmückten Straßen von Monaco. Den Landsleuten zeigten sich die beiden unter anderem am weltberühmten Jachthafen und am Spielkasino, um sich bejubeln zu lassen. Gegen 21 Uhr lud das Brautpaar etwa 450 Gäste zu einem Gala-Dinner auf den Opern-Terrassen ein. Mit einem gigantischen Feuerwerk des preisgekrönten Pyrotechnikers Jacques Couturier wurde gegen 24 Uhr der Ball in der Oper eröffnet, der bis in die frühen Morgenstunden andauerte. Mit einem Brunch im Garten des fürstlichen Palastes verabschiedeten Albert und Charlene am Sonntagvormittag die letzten Hochzeitsgäste. Bereits am Freitag hatte das Paar seine standesamtliche Hochzeit gefeiert.

Stelldichein des europäischen Hochadels

Die schwedische Prinzessin Madeleine kommt am 2. Juli 2011 auf dem Palastplatz in Monte Carlo an. © dpa-Bildfunk
Ist sie die nächste Braut? Prinzessin Madeleine soll nach ihrer geplatzten Verlobung nicht mehr solo sein.

Unter den rund 4.000 geladenen Hochzeitsgästen war der europäische Hochadel fast geschlossen anwesend. Alle Gäste liefen über den mit 103 Metern weltweit längsten handgenähten roten Teppich. Die 550 Quadratmeter in den monegassischen Nationalfarben Weiß und Rot werden nach den Feierlichkeiten in 300 Teile zerschnitten und für einen wohltätigen Zweck versteigert. Der Dresscode für die Gäste: Für die Dame war ein Hut Pflicht, der Herr trug Uniform oder Cutaway. Ein dunkler Anzug wurde lediglich "toleriert".

Unter den Glücklichen mit fürstlicher Einladung waren König Albert II. von Belgien sowie das schwedische Königspaar Carl Gustaf und Silvia, das von seinen Kindern Victoria, Madeleine und Carl Philip begleitet wurde. Das britische Königshaus wurde durch Prinz Edward vertreten. Kronprinz Frederik von Dänemark und Prinzessin Mary waren aus Kopenhagen angereist. Deutscher Hochadel war ebenfalls zugegen: Leopold Prinz von Bayern mischte sich unter die blaublütigen Gäste.

Gäste aus Politik, Showbusiness und Sport

Der Modedesigner Karl Lagerfeld kommt am 2. Juli 2011 auf dem Palastplatz in Monte Carlo an. © dpa-Bildfunk
Karl Lagerfeld ist voll des Lobes über das Brautkleid von Armani: "Eine bezaubernde Braut", so der Modezar.

Bundespräsident Christian Wulff und seine Frau Bettina sowie Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy waren ebenfalls dabei. In der Riege der Schönen und Reichen durfte natürlich auch Modezar Karl Lagerfeld nicht fehlen. Der lobte das Brautkleid seines Konkurrenten Giorgio Armani in den höchsten Tönen: "Das Kleid ist äußerst elegant." Die Braut habe bezaubernd darin ausgesehen, so der Designer. Die Staatschefs von Estland, Irland und dem Libanon hatte Albert bei Staatsbesuchen getroffen und persönlich eingeladen. Zur vertretenen Polit-Prominenz gehörte außerdem José Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission. Auch Jean Todt, Ex-Formel-1 -Teamchef bei Ferrari, und IOC-Präsident Jacques Rogge gaben sich die Ehre. Model Naomi Campbell sowie eine ganze Schar von Schauspielern gesellten sich außerdem zu den illustren Gästen. Darüber hinaus hatte Charlene Weggefährtinnen aus ihrer Zeit als Schwimmerin eingeladen: Dazu zählten die mittlerweile für Deutschland startende gebürtige Südafrikanerin Sarah Poewe und Franziska van Almsick.

Drei-Gänge-Menü vom Sternekoch

Starkoch Alain Ducasse und etwa 350 Helfer waren für das mediterrane Drei-Gänge-Menü des Gala-Dinners verantwortlich. Die Zutaten kamen - abgesehen vom Champagner, Cuvée Belle von Perrier-Jouët, und dem südafrikanischen Wein - der Umwelt zuliebe aus der Region, das Gemüse stammte vom fürstlichen Landsitz. Als Aperitif gab es Barbaguians, kleine Blätterteigpasteten mit Spinat und Lauch gefüllt. Als Hauptspeise servierte Ducasse "Copeaux de poutargue, légumes de Roc Agel", Drachenkopffisch mit verschiedenen Gartengemüsen. Zum Dessert gab es Milcheis mit braunem Zucker, die Milch stammte natürlich von der fürstlichen Kuhherde. Die mehrstöckige Hochzeitstorte sollte eine Königsprotea, eine südafrikanische Blume mit rosafarbenen Blüten, zieren.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Tagesthemen | 2.7.2011 | 23:22 Uhr