Stand: 29.06.2017 11:21 Uhr

Royalty inside: Royals wider Willen

von Leontine von Schmettow
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Prinz Harry wurde in seinen Beruf hineingeboren - das ist nicht immer einfach.

Während unzählige Mädchen davon träumen, Prinzessin zu sein, wünschen sich viele Königliche nichts sehnlicher, als ganz normale Menschen zu sein. Prinz Harry ist einer von ihnen. Durch seine jüngsten Äußerungen zur Monarchie wissen wir, wie schwer er sich immer mit seiner Rolle tat. Mehr noch: Er behauptet, dass eigentlich niemand aus seiner Familie König oder Königin sein möchte. Nur das Pflichtbewusstsein lasse ihn und seine Verwandten weitermachen.

Große Belastung

Natürlich gibt es auf der Welt schlimmere Schicksale, als in eine Königsfamilie hineingeboren zu werden. Klar, das Leben in der Öffentlichkeit bringt viele Unfreiheiten mit sich - aber werden die nicht hundert Mal wettgemacht durch Privilegien wie Schlösser, Bedienstete, Kontakte in mächtigste Kreise? Das sehen viele Royals nicht so. Anders als Schauspieler oder Musiker, die zu Superstars werden, haben sie sich die Bekanntheit und den vermeintlichen Ruhm nie ausgesucht. Viele empfinden es als Belastung, qua Geburt in einen Beruf hineingedrängt zu werden. Nicht wenige entwickeln in der Folge psychische Probleme.

Viele Royals straucheln

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Mittlerweile ist sie glücklich, als Jugendliche hatte Victoria jedoch eine Essstörung.

Kronprinzessin Victoria von Schweden etwa litt als Teenager unter einer schweren Essstörung. Schuld war der Druck, den sie verspürte, den Erwartungen gerecht zu werden, die ihre Familie und ein ganzes Volk an sie stellten. Nicht einmal verstecken konnte sie sich. Erst als Victoria zum Studieren in die Vereinigten Staaten ging, wo sie ein anonymes Studentenleben führen konnte, fand sie ihre Sicherheit wieder. Von Märtha Louise von Norwegen weiß man heute, wie groß ihre Schwierigkeiten schon als Kind waren, mit der Prinzessinnen-Rolle klarzukommen. "Es war eine große Herausforderung für mich, an öffentlichen Veranstaltungen teilzunehmen. Die Hochsensibilität machte mich verlegen und introvertiert", so die Norwegerin, die heute eine Engel-Schule leitet.

Kronprinz Frederik von Dänemark rebelliert ebenfalls früh gegen das ihm vorgezeichnete Leben. König wollte er auf gar keinen Fall werden, sondern ausbrechen aus den starren Palastmauern. Die Folge: Angstzustände und Selbstmordphantasien. Erst während seiner Ausbildung bei den dänischen Kampfschwimmern versöhnte er sich mit seinem Schicksal, wie er später erzählte: "Ich habe eine innere Stimme entdeckt, die mir sagte: du kannst das!"

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Prinz Harry: Niemand will König werden

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Ehrliche Worte: In einem Interview sagte Prinz Harry, dass aus der Königsfamilie niemand wirklich auf den britischen Thron möchte. Doch er betonte auch die Bedeutung der Monarchie. mehr

Eine Lebensaufgabe

Auch Prinz Harry hat seine Zeit beim Militär geliebt, war die Truppe doch der Ort, an dem er  sich endlich normal fühlen konnte, als "einer von den Jungs". Jede Sonderbehandlung lehnte er ab, konnte sogar durchsetzen, zweimal an die Front nach Afghanistan geschickt zu werden. Heute sagt er: "Die Monarchie setzt sich für das Gute ein. Wir sind dabei, sie zu modernisieren. Das tun wir nicht für uns, sondern um den Menschen etwas Gutes zu tun." Es braucht wohl einen Glauben wie diesen, um die Lebensaufgabe als Royal wirklich annehmen zu können.

 

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Mein Nachmittag | 29.06.2017 | 16:20 Uhr