Stand: 21.11.2017 00:01 Uhr

Queen und Prinz Philip feiern Gnadenhochzeit

Seite an Seite für sieben Jahrzehnte, das schaffen heutzutage die wenigsten Paare. Doch die Queen und Prinz Philip haben gezeigt, dass eine Ehe ein Leben lang halten kann. Am 20. November 1947 gaben sich die Kronzprinzessin und der Marineofffizier in London das Jawort und konnten nun - 70 Jahre später - Gnadenhochzeit feiern. Dies sollte, anders als bei anderen runden Hochzeitstagen zuvor, in ganz privatem Rahmen geschehen: bei einem Dinner im engsten Familien- und Freundeskreis auf Schloss Windsor.

Elizabeth und Philip: Die Geschichte ihrer Liebe

Zum 70. Hochzeitstag ehrte die britische Post das royale Paar mit einer Briefmarken-Sonderserie: Ein Motiv zeigt die Bekanntgabe der Verlobung, ein anderes die Hochzeit in Westminster Abbey am 20. November 1947. Der Palast veröffentlichte zudem via Twitter mehrere neue Porträts von Queen Elizabeth und Prinz Philip.

Eine königliche Liebesgeschichte

Die 91-jährige Queen und ihr Prinzgemahl, der mittlerweile stolze 96 Jahre alt ist, sind bei den zahlreichen Klatschgeschichten um gescheiterte Beziehungen im royalen Umfeld eine feste Konstante. Dabei sind die beiden eigentlich grundverschieden. Elizabeth gilt als die Disziplinierte, die immer Haltung bewahrt. Philip ist dagegen für seinen schwarzen Humor bekannt und ist mit seinen Witzen schon in einige Fettnäppfchen getreten. Bei dem Königspaar scheinen sich aber gerade diese Gegensätze anzuziehen.

Die gemeinsame Liebesgeschichte von Elizabeth und Philip Mountbatten, Prinz von Griechenland und Dänemark, beginnt schon früh. Elizabeth lernt ihre große Liebe bereits im zarten Alter von 13 Jahren kennen, als sie zusammen mit ihrem Vater König George VI. und ihrer Schwester Margaret das Royal Naval College in Dartmouth besucht. Philip ist Kadett an der königlichen Marineschule und zu diesem Zeitpunkt 18 Jahre alt. Einige Zeit später kommt es zu einem Wiedersehen, die beiden verlieben sich und werden ein Paar. 1946 hält der Prinz um die Hand von Elizabeth an.

Traumhochzeit in der Westminster Abbey

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20. November 1947: Das frisch vermählte Paar jubelt dem Volk vom Balkon des Buckingham Palace zu.

Im November 1947 heiraten Elizabeth und Philip. In der altehrwürdigen Westminster Abbey in London geben sich der 26-jährige Marineoffizier und die 21-jährige Prinzessin das Jawort. Dem Prinzgemahl wird der Titel Herzog von Edinburgh verliehen. Es ist ein ungemütlicher Tag, kalt und nebelig. Trotzdem harren Tausende Menschen bis zum Vormittag entlang der Straße am Buckingham Palace aus, um einen Blick auf das Traumpaar zu ergattern.

Millionen Menschen verfolgen die Zeremonie

Zwei Jahre nach dem Sieg über Hitler-Deutschland leiden noch immer viele Briten unter den Folgen des Zweiten Weltkrieges: Lebensmittel und Kleidung sind streng rationiert. Die Prunkhochzeit soll für viele Briten ein "Lichtblick auf der Straße des Wiederaufbaus" werden, wie der legendäre Premierminister Sir Winston Churchill voraussagt. Obwohl der Gemahl von "Lilibet" - wie die Briten Prinzessin Elizabeth liebevoll nennen - als Sohn einer deutschstämmigen griechischen Königsfamilie nicht nur Sympathien genießt, ist der überwiegende Teil des Volkes von dem Paar begeistert. Millionen Menschen verfolgen weltweit die Trauung im Radio. Bilder der Zeremonie flimmern über die ersten Schwarz-Weiß-Fernseher. Zur Hochzeit trägt Elizabeth II. ein Brautkleid aus reiner Seide, bestickt mit etwa 10.000 Perlen. Die Schleppe ist fast vier Meter lang. Als Offizier der Royal Navy tritt Prinz Philip in seiner dunkelblauen Ausgehuniform vor den Traualtar.

Tausende Geschenke für das Brautpaar

Zur Hochzeit schenkt der Prinz seiner Braut ein Diamant-Armband aus Platin. Doch das ist nicht das einzige Geschenk: Für seine Gattin gibt er außerdem das Rauchen auf. Das Königspaar erhält mehr als 1.500 Hochzeitgeschenke von Gästen und Gratulanten aus der ganzen Welt - darunter ein selbstgewebtes Stück Stoff des indischen Freiheitskämpfers Mahatma Gandhi, das die Unabhängigkeit Indiens vom britischen Empire symbolisiert. Die Flitterwochen verbringen die Queen und der Duke of Edinburgh auf Balmoral Castle in Schottland.

Familienglück und königliche Pflichten

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Seltenes Familienidyll: Philip und Elizabeth mit Charles und Anne beim Schaukeln auf Schloss Balmoral.

1948, ein Jahr nach der Hochzeit, bekommen Elizabeth und Philip ihr erstes Kind Charles, zwei Jahre später folgt Töchterchen Anne. Die Söhne Andrew und Edward kommen 1960 und 1964 zur Welt. Den größten Einschnitt erlebt die junge Familie fünf Jahre nach der Hochzeit. Elizabeth tritt eine schwere Aufgabe an: Nach dem Tod ihres Vaters ernennt der Thronfolgerat sie am 6. Februar 1952 zum Staatsoberhaupt des Vereinigten Königreichs. Die Krönung findet ein Jahr später statt. Für das Paar beginnt damit ein Leben in der Pflicht der Krone. Die Königin ist immer im Dienst, Prinz Philip ständig an ihrer Seite. Die vielen Termine, Staatsbesuche und Empfänge stellen die Beziehung auf eine harte Probe. Wie das Ehe-Jubiläum beweist, meistern Elizabeth und Philip die Beziehung im Schatten der Krone aber bis heute ins hohe Alter mit Bravour. Prinz Philip hat sich mittlerweile von seinen royalen Pflichten zurückgezogen, auch die Queen gibt mehr und mehr Aufgaben an die jüngere Generation ab.

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Mein Nachmittag | 16.11.2017 | 16:20 Uhr