Stand: 03.06.2012 19:37 Uhr  | Archiv

London feiert die Queen mit großer Schiffsparade

Mit einer riesigen Schiffsparade auf der Themse haben die Briten das 60. Thronjubiläum von Queen Elizabeth II. in London als großes Spektakel begangen. Beim ersten Höhepunkt der Feierlichkeiten sind die Königin und ihre Familie am 3. Juni 2012 die Themse hinabgefahren, gefolgt von mehr als 1.000 Booten aus aller Welt. Zehntausende Schaulustige trotzten dem Schmuddelwetter und säumten die Flussufer, um einen Blick auf die 86-jährige Monarchin und ihre Familie zu erhaschen.

"Spirit of Chartwell" auf Jubiläumsfahrt

Die Queen passiert während der Schiffsparade anlässlich ihres Thronjubiläums mit der königlichen Barke die Chelsea Bridge. © dpa Bildfunk Foto: Andy Rain
Gefeierte Jubilarin: die Queen an Bord des geschmückten königlichen Schiffes

Mittelpunkt des Schiffskonvois war das goldverzierte und mit Blumen geschmückte Jubiläumsschiff der Queen, die "Spirit of Chartwell". In einem weißen Kleid und einem dazu passenden Mantel mit funkelnden Strasssteinchen und Hut ging die Jubilarin an der Seite ihres Ehemanns Prinz Philip in Admirals-Uniform an Bord des königlichen Schiffes. Die Enkel Prinz Harry und Prinz William mit seiner Frau Kate - in leuchtend rotem Kleid - sowie Thronfolger Prinz Charles und Camilla leisteten der Monarchin Gesellschaft. Die anderen Mitglieder der königlichen Familie waren auf Begleitboote verteilt. Die Jubiläumsparade startete vom Battersea Park im Westen Londons und führte bis zur Tower Bridge am östlichen Ende der Innenstadt. Auf zehn Musik-Booten spielten Orchester, unter anderem das London Philharmonic Orchestra die "Wassermusik" von Georg Friedrich Händel, die der Komponist 1717 eigens für ein Konzert auf der Themse für König Georg I. geschrieben hatte.

Konvoi mit mehr als 1.000 Schiffen

An der Parade nahmen auch historische Boote aus Neuseeland, Kanada, Indien und den anderen Ländern des Commonwealth teil. Ein schwimmender Turm mit Kirchenglocken fuhr voran und sorgte für ein eindrucksvolles Klangbild. Der Schiffskonvoi aus mehr als 1.000 Schiffen legte rund elf Themse-Kilometer zurück. Auf der Fahrt passierten die Schiffe - darunter Ruderboote, Dampfschiffe, Kajaks, Segeljachten, venezianische Gondeln und Drachenboote - 14 Brücken. Für den Fall von Kollisionen oder Unfällen begleiteten etwa 190 Schiffe mit Rettern und Sicherheitskräften die Parade. Rund 20.000 Menschen waren auf dem Wasser dabei, um der Queen die Ehre zu erweisen. Prinz Charles, Sohn der Queen, war Schirmherr des Spektakels, das als größte Bootsparade der Welt Eingang ins Guiness-Buch der Rekorde fand und damit Bremerhaven den Rang ablief.

Nach dem Vorbild des 25. Thronjubiläums im Jahr 1977 begann der Tag mit dem "Big Lunch", bei dem sich die Briten landesweit auf Straßen und Plätzen zu einem gemeinsamen Mittagessen trafen. Der Hit des Tages war die Nationalhymne der Briten, "God Save the Queen", die tausendfach aus den Lautsprechern ertönte.

Royale Kulisse am Flussufer

Ein gigantisches Foto der königlichen Familie ziert die Fassade des Sea-Containers-Gebäude am Themse-Ufer in London. © dpa Bildfunk Foto: Andy Rain
100 Meter breit und 70 Meter hoch ist das Foto der Royals aus dem Jahr 1977 am Londoner Themse-Ufer.

Eine Hausfassade am Ufer der Themse zierte schon vorab ein riesiges Schwarz-Weiß-Porträt der königlichen Familie und bildete eine 100 Meter breite und 70 Meter hohe Kulisse für die große Schiffsparade. Das Foto wurde im Jahr 1977 zum 25. Thronjubiläum von Elizabeth II. von einem unbekannten Fotografen aufgenommen. Es zeigt die Queen mit Prinzgemahl Philip im Kreise ihrer Kinder.

Volksfest mit Public Viewing in London

Polizisten mit Gewehren sichern die Tower Bridge vor der Schiffsparade für die Queen. © dpa Bildfunk
Mehr als 5.000 Polizisten sorgen für die Sicherheit auf Londons Straßen und Brücken.

Auch an Land wurde kräftig gefeiert. An 50 Orten in London trafen sich die "Untertanen" zum Public Viewing. Feste in Parks luden unter anderem zu einer typisch britischen "Tea-Time" ein oder unterhielten das Publikum mit Tänzen der vergangenen 60 Jahre. Mehr als 5.000 Polizisten und etwa 7.000 Ordner waren im Einsatz, um für Sicherheit zu sorgen. Die Kosten des Spektakels - rund 13 Millionen Euro - werden durch Sponsorengelder finanziert, die in eine eigens für den Anlass gegründete Stiftung fließen. In Großbritannien wurde der 3. Juni zum offiziellen Feiertag erklärt.

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Das Erste | Royalty | 25.12.2016 | 19:10 Uhr