Stand: 18.05.2012 17:30 Uhr  | Archiv

Die Queen bittet zum Lunch

Auf Schloss Windsor hat Elizabeth II. zu einem wahrhaft königlichen Mahl geladen: Zusammen mit mehr als 40 anderen gekrönten Häuptern genoss sie ein opulentes Essen anlässlich ihres 60. Thronjubiläums. An der Tafel der Queen ließen es sich unter anderem Königin Margrethe von Dänemark, König Carl Gustaf von Schweden mit seiner Frau Silvia, König Harald von Norwegen in Begleitung von Königin Sonja sowie Königin Beatrix der Niederlande schmecken. Ein besonderer Gast des Dinners war Japans Kaiser Akihito: Der heutige Tenno war bereits als Kronprinz live dabei, als die Queen im Jahr 1953 gekrönt wurde. Die persönlichen Einladungen der Queen sorgten allerdings bereits im Vorfeld für politischen und diplomatischen Zündstoff.

Königin Sofia sagt aus Protest ab

Gruppenfoto der Gäste beim Jubiläumsdinner der Queen auf Schloss Windsor. © dpa Bildfunk
Für ihre Gästeliste muss die Queen viel Kritik einstecken. Der Stimmung beim Dinner tut's sicher keinen Abbruch.

Aus Protest gegen den geplanten Besuch von Prinz Edward und seiner Frau Sophie anlässlich des 60. Thronjubiläums der Queen in der britischen Exklave Gibraltar sagte Königin Sofia von Spanien ihre Teilnahme am Festessen ab. "Unter den gegenwärtigen Umständen ist der Besuch nicht angebracht", hieß es aus Kreisen der spanischen Regierung. König Juan Carlos hatte sein Kommen bereits Ende April nach seinen Hüftoperationen abgesagt. Zwischen Spanien und Großbritannien hatte es in der Vergangenheit immer wieder Spannungen wegen des strategisch wichtigen britischen Territoriums an der Durchfahrt vom Mittelmeer zum Atlantik gegeben.

Gästeliste sorgt für innenpolitischen Eklat

König Hamad von Bahrain trifft zum Jubiläums-Dinner der Queen auf Schloss Windsor ein. © dpa Bildfunk Foto: Dominic Lipinski
Die Einladung von König Hamad von Bahrain ist erst nach der Zustimmung des britischen Außenministers möglich.

Die Gästeliste sorgte in Großbritannien für politischen Unmut. Empörung hagelte es im Vorfeld für die Einladung von König Hamad. Bahrains Staatsoberhaupt ließ die Demokratie-Bewegung in seinem Land im Frühjahr 2011 blutig niederschlagen. Das britische Außenministerium stimmte seiner Teilnahme schließlich doch zu. Das Jubiläumsessen sei keine "politische Veranstaltung", so die Begründung der britischen Regierung. Auch die Einladung von König Mswati III. von Swasiland war umstritten. Während der Monarch aus dem Süden Afrikas ein Luxusleben führt, lebt sein Volk in bitterer Armut. Die Queen dürfe nicht mit "Despoten" zu Mittag essen, kritisierte der Labour-Abgeordnete und frühere Europaminister, Denis MacShane, die Gäste-Auswahl seiner Königin. In London kam es sogar zu Protestkundgebungen gegen die Besuche der Herrscher aus Brunei, Bahrain und Swasiland.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Royalty | 25.12.2016 | 19:10 Uhr