Stand: 21.02.2018 17:30 Uhr

Kopenhagen: Trauerfeier für Prinz Henrik

Trauerfeier für Henrik von Dänemark: Zusammen mit rund 60 Gästen hat die dänische Königsfamilie am 20. Februar in der Schlosskirche Christiansborg in Kopenhagen Abschied vom Prinzgemahl genommen. Mit Tränen in den Augen und einem Lächeln auf den Lippen gab Königin Margrethe ihrem Ehemann das letzte Geleit. Auch den anderen Mitgliedern der Königsfamilie war die Rührung anzusehen: Immer wieder hielten sie einander an den Händen. Auf eigenen Wunsch erhielt der gebürtige Franzose kein Staatsbegräbnis, sondern nur eine kleine Zeremonie mit wenig offiziellen Gästen. Zu den Trauernden gehörten unter anderem Vertreter von Henriks französischer Familie sowie Mitarbeiter des Hofes.

Ein letztes "Farewell" für Prinz Henrik

Prinz Henrik hatte vor seinem Tod erklärt, er wolle später nicht neben seiner Frau im Dom zu Roskilde, der traditionellen Begräbnisstätte der dänischen Monarchen, beerdigt werden. Stattdessen wünschte er sich eine Einäscherung. Die Asche solle zu gleichen Teilen ins Meer gestreut und im Garten von Schloss Fredensborg beerdigt werden, so sein letzter Wille.

Margrethe bedankt sich für Mitgefühl

Am Tag nach der Trauerfeier bedankte sich Margrethe in einem öffentlichen Brief für die "Wärme und Sympathie", die die königliche Familie nach Prinz Henriks Tod aus allen Teilen der dänischen Gesellschaft erfahren habe. Die Blumen, Briefe und die vielen Menschen auf Kopenhagens winterlichen Straßen hätten die ganze Familie tief gerührt. "Sie haben dazu beigetragen, uns durch diese schwere Zeit zu helfen", schrieb die Monarchin.

Tod nach Lungenentzündung

Der Mann der dänischen Königin war im Alter von 83 Jahren am 13. Februar auf Schloss Fredensborg nördlich von Kopenhagen gestorben. Seine Frau und die beiden Söhne, Frederik und Joachim, seien an seiner Seite gewesen, teilte das Königshaus mit. Schon seit längerer Zeit war es Henrik gesundheitlich immer schlechter gegangen. Im Januar zog er sich während eines Aufenthalts in Ägypten eine Lungenentzündung zu. Zudem wurde ein gutartiger Tumor in der Lunge entdeckt. Zuletzt verschlechterte sich sein Zustand dramatisch, so dass die Königsfamilie alle Termine absagte, um an seiner Seite sein zu können.

Vom französischen Grafen zum dänischen Prinzen

Porträt

Henrik - Ein Prinz mit Liebe zur Poesie

Prinz Henrik hatte es in Dänemark nicht leicht. Er haderte Zeit seines Lebens damit, dass er als Ehemann von Königin Margrethe in der zweiten Reihe stand. Am 13. Februar ist er gestorben. mehr

Henrik wurde am 11. Juni 1934 als Graf Henri Marie Jean André de Laborde de Monpezat im französischen Talence geboren. Er studierte unter anderem an der Pariser Sorbonne, schlug dann eine Diplomatenlaufbahn ein. Durch seine Arbeit in der französischen Botschaft in London lernte er Prinzessin Margrethe kennen. Im Jahr 1967 folgte die Hochzeit. Für die Ehe mit der künftigen Königin gab der Franzose viele Freiheiten auf: Er konvertierte vom Katholizismus zum Protestantismus, nahm die dänische Staatbürgerschaft und den Namen Prinz Henrik von Dänemark an. Fünf Jahre später wurde Margrethe zur Königin gekrönt. Prinz Henrik blieb der Königstitel versagt.

Mehr als fünfzig Jahre war das Paar verheiratet. Margrethe und Henrik verbanden von Anfang an vielfältige kulturelle Interessen. Er galt als ihre Stütze, oft wurden sie ausgelassen miteinander gesehen. Bis zu seinem Tod war sie seine engste Vetraute.

Prinz Henrik fühlte sich nicht respektiert

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Acht Uniformierte trugen den Sarg mit Prinz Henrik aus Schloss Fredensborg.

Allerdings wurde über die Jahre immer deutlicher, wie sehr Prinz Henrik damit haderte, dass er als Gemahl einer Königin nicht den Königstitel bekam und auch sonst in der zweiten Reihe stand. Er fühlte sich in Dänemark nicht respektiert und zog sich immer wieder auf sein Weingut in Frankreich zurück. Er kam nicht einmal zur Feier von Margrethes 75. Geburtstag. Zudem erklärte er, dass er ohne den entsprechenden Titel auch nicht neben seiner Frau begraben werden wolle. Im September 2017 gab das Königshaus bekannt, dass Henrik unter Demenz leide. Er hatte sich bereits 2016 weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Vor der Trauerfeier hatten die Dänen die Chance, sich von Henrik in der Schlosskirche von Christiansborg in Kopenhagen zu verabschieden. Der geschlossene Sarg blieb drei Tage lang öffentlich aufgebahrt.

Der dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen würdigte Henrik als einzigartigen Repräsentanten Dänemarks. "Er meisterte auf die beste Art dänischen Humor und Selbstironie." Er habe im Leben nicht nur Zuschauer sein, sondern es erleben wollen.

Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 22.02.2018 | 16:20 Uhr