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Die Nordseeinsel Föhr - Friesisch sanft

Donnerstag, 03. Mai 2018, 21:00 bis 21:45 Uhr

Im milden, vom Golfstrom begünstigten Klima, säumen blumenprächtige Häuserfronten das Oldsumer Straßenbild. © NDR/nonfictionplanet/Florian Melzer, honorarfrei

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Föhr ist die sanfte, grüne Insel im schleswig-holsteinischen Wattenmeer. Die Nachbarinseln Sylt und Amrum schützen Deutschlands zweitgrößte Nordseeinsel vor Wind, Wellen und Sturm. Die Föhrer schätzen die exklusive Lage und gehen mit "ihrer" Insel besonders liebevoll um.

Traditionen werden gepflegt

Die beiden Schülerinnen Evje und Katje Wieck sind für Außenstehende kaum zu verstehen, wenn sie miteinander reden. Denn sie sprechen Fering. Das Föhrer Friesisch beherrschen nur noch wenige. Doch in Toftum im Norden der Insel ist es Umgangssprache. Besonders stolz sind Evje und Katje auf ihre Tracht. Die ist nach wie vor fester Bestandteil des Insellebens - und wird zu Feiern ganz selbstverständlich getragen.

Eine besondere Inseltradition pflegt Heie Sönksen-Martens: Er betreibt eine der letzten aktiven Vogelkojen der Welt. Gerade erst hat er sich wieder Lock-Enten angeschafft. Heie trainiert die Tiere, damit diese später Wildenten in die speziell konstruierten Fallen der Vogelkoje locken. Früher wurden in den Föhrer Vogelkojen so 30.000 Enten pro Jahr gefangen. Heute sind es noch maximal 600.

Friesisch geht es zu

Ein Herz für den Umweltschutz

Wohl kaum eine Nordseeinsel hat so viele verschiedene Naturlandschaften wie Föhr: 82 Quadratkilometer mit Watt, Wald, Wiesen und Strand. Das reicht Dieter Risse aber noch nicht, er will Föhr noch grüner machen. Er kauft Ackerflächen und renaturiert sie. 132 Hektar hat der Landwirt inzwischen umgewandelt. Viele seltene Vogelarten sind dadurch nach Föhr zurückgekehrt. Angefangen hat Dieters Naturliebe mit seiner Storchenpension in Wyk. Nun hat er eine neue Mission: Amphibien zurück auf die Insel zu bringen. In sechs Becken züchtet er dafür Frösche.

Auch das Herz von "Tante Renate" schlägt für den Umweltschutz. Die ehemalige Kindergärtnerin Renate Sieck, die hier jeder Tante Renate nennt, eröffnete vor 25 Jahren einen Sperrgutbasar. Föhrer bringen Dinge vorbei, die sie nicht mehr brauchen und die nicht in den Hausmüll passen - umgekehrt kann sich jeder hier kostenlos bedienen. Früher musste der Sperrmüll aufwendig und teuer aufs Festland transportiert werden. Inzwischen gibt es dank Renate rund 60 Prozent weniger Sperrmüll auf der Nordseeinsel.

Bei einem Glas Teepunsch kam Christian Roeloffs die Idee: Warum in der geschützten Föhrer Lage nicht mal Wein anbauen? Der Milchbauer aus Süderende sattelte um und pflanzte Reben auf sein Ackerland. So wurde Christian Winzer, obwohl er selbst nie Wein getrunken hat. Seit vier Jahren werden hier Weintrauben gepresst und vergoren. Und nun soll sogar das erste Mal eine Beerenauslese gekeltert werden. Die hohe Kunst des Weinbaus, mitten im Watt.

Weitere Informationen

Nordseeinsel Föhr: Grün und vielseitig

Strand- und Kulturliebhaber kommen auf der Nordseeinsel gleichermaßen auf ihre Kosten. Föhr bietet neben Meer, Sand und grünen Deichen auch Museen und Musik-Festivals. mehr

Autor/in
Steven Galling
Redaktion
Ralf Quibeldey
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg
Kamera
Florian Melzer
Schnitt
Stefan Canham
Ton
Alexander Egert
Andreas Bäurle
Kamera
Claas de Buhr (Luftaufnahmen)
Bildtechnik
Oliver Stammel
Tonmischung
Pierre Brand
Sprecher/in
Patrick Blank