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Am Greifswalder Bodden - Naturparadies in der südlichen Ostsee

Donnerstag, 04. April 2019, 20:15 bis 21:00 Uhr

Der Greifswalder Bodden. © NDR/nonfictionplanet/Sebastian Lindemann

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Der Greifswalder Bodden ist eine einzigartige Wasserlandschaft zwischen Rügen und dem Vorpommerschen Festland, liegt wie eine Lagune in der südlichen Ostsee. Der Name Bodden (Boden) rührt daher, weil das Wasser hier so flach ist. Schon zu DDR-Zeiten war dieses Küstengewässer ein Hotspot für Surfer. Heute ist der Greifswalder Bodden vor allem eines: faszinierendes Naturparadies mit einsamen Inseln, seltenen Tieren und jeder Menge Seefahrertradition.

Der Traum von einer Weltumsegelung

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Seit 23 Jahren ein Team: der Hafenmeister Uwe Feller und sein Graupapagei Cora.

Im Fischerdorf Freest ist Uwe Feller Hafenmeister, einer mit Hingabe. Jeden Sonnabend ab neun Uhr verabschiedet er die ausfahrenden Skipper mit eigenem Liedrepertoire. Unterstützt wird Uwe von einem mobilen Lautsprecher und Graupapagei Cora (23). Meist übermannt den Hafenmeister dann selbst das Fernweh. Uwe hat nämlich einen Traum: Eine Weltumseglung mit dem eigenen Schiff und Cora. Dafür hat er sich den alten Haikutter "Bellis" gekauft, der noch fest vertäut im Hafen liegt. Noch ist der Kutter nicht seetauglich, er muss noch einmal in die Werft.

Hangeln für den Sieg

In dem kleinen Ort Wieck wird anlässlich des Hafenfestes ein 42 Meter langes Seil über den Fluss Ryck gespannt. Früher hangelten daran die Fischer um die Wette, heute versuchen sich Dutzende Teilnehmer von acht bis 80 Jahren im sogenannten Ryckhangeln. Wer am schnellsten auf der anderen Seite ist, wird Weltmeister. Bei seiner ersten Teilnahme ist Lars Jantzen ziemlich fix baden gegangen, beim zweiten Mal hat er es gerade so geschafft. Jetzt will Lars den Pokal holen. Dafür trainiert er, bis die Hände blutig sind.

Greifswalder Bodden: Faszinierendes Naturparadies

Vom Mediengestalter zum Teppichknüpfer

Freest ist auch das Mekka handgewebter norddeutscher Teppichkunst. 1928 wurde im Bodden für drei Jahre ein Fangverbot für Hering verhängt. Der Landrat hatte damals die Idee, dass sich die Fischerfamilien mit selbst geknüpften Teppichen über Wasser halten könnten. Gut 60.000 Knoten pro Quadratmeter werden zu klassischen Symbolen wie Dreifisch, Stranddistel oder Vieranker kombiniert. Nur zwei ältere Damen beherrschen dieses Handwerk noch, Nachwuchs Fehlanzeige. Bis jetzt! Der angehende Mediengestalter Tom Schröder hat Großes vor mit der Teppichknüpferei. Er will die traditionellen Symbole neu auflegen. Doch erst einmal muss er die alte Kunst erlernen, ganz handfest, nicht digital. Und bei den vielen Knoten kann man sich leicht verheddern.

Tierischer Job auf der Oie

Ein ohrenbetäubendes Gezwitscher ertönt, wenn ab März Tausende Zugvögel auf ihrem Weg in die Sommerquartiere auf der Greifswalder Oie rasten. Dann herrscht in der Vogelberingungsstation auf der Boddeninsel Hochbetrieb. Täglich gehen Hunderte Tiere ins Netz. Sie werden beringt, vermessen und gewogen. Doch für die Vogelwartin Stella Klasan ist das nicht der einzige tierische Job auf der Oie. Wenn der Inselscherer kommt, müssen erst einmal die 100 störrischen Pommernschafe eingefangen werden.

Weitere Informationen

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