Lieb & Teuer

Sonntag, 17. November 2019, 16:00 bis 16:30 Uhr
Montag, 18. November 2019, 06:50 bis 07:20 Uhr

Besondere, alte Familien- oder Fundstücke: Moderatorin Janin Ullmann hat interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer eingeladen, kostenlos den Wert ihrer Antiquitäten von Experten schätzen zu lassen. Die Kunstobjekte im Überblick:

Italienische Majolika-Deckelvase mit zwei Platten

Eine italienische Majolika-Deckelvase mit Platten in der NDR Sendung Lieb & Teuer. © NDR Fernsehen / Lieb & Teuer
Die Vase mit zwei Platten im Stil der Renaissance stammt aus der Manufaktur Raffaele Mosca. Die Stücke sind von Gaetano Battaglia signiert.

Die Schlangenhenkelvase aus Majolika ist mit antiken Motiven bemalt. Diese typisch italienischen Produktionen aus der Renaissance wurden im späten 19. Jahrhundert wieder aufgegriffen und stammen aus der Zeit des Historismus um 1880. Das Schaubild auf der Vase zeigt vermutlich die Göttin Aurora, die den neuen Tag bringt, sowie die Gottheiten des Sommers und des Frühlings auf den beiden Platten. Hergestellt wurde die Majolika in der Manufaktur Raffaele Mosca in Neapel. Die Vase wurde von Gaetano Battaglia signiert, auf den Platten finden sich keine Hinweise.

Rosenthal-Teeservice mit Dekor von Ambrosius Lamm

Ein Kaffeegeschirr in der Sendung "Lieb und teuer". © NDR / Lieb und teuer
Das Rosenthal-Teeservice der Serie "Donatello" zeigt typische Rokoko-Szenen mit Paaren. Das Dekor stammt von Ambrosius Lamm Dresden.

Das Teeservice für sechs Personen stammt aus der Manufaktur Rosenthal. Die Form "Donatello" nach dem Entwurf von Philipp Rosenthal wurde in sogenannter Wiener Manier von der Porzellanmalerei Ambrosius Lamm Dresden zwischen 1910 und 1920 dekoriert. Auf dem Weißporzellan wurden in zarten Farben typische Motive des Rokoko aufgemalt: Paare in verschiedenen kleinen Szenen in idealisierter Landschaft, musizierend und flirtend. Das Service hat einen Goldrand.

Japanische Bronzefigur: "Tiger kämpft mit Krokodil"

Eine japanische Bronze mit einer Kampfszene zwischen Tiger und Krokodil in der Sendung Lieb & Teuer. © NDR Fernsehen / Lieb & Teuer
Die japanische Bronze zeigt eine Kampfszene zwischen Tiger und Krokodil. Sie stammt vermutlich vom Künstler Sano Takachika.

Die japanische Bronze des mit einem Krokodil kämpfenden Tigers ist in der Meiji-Zeit (1868-1912) entstanden. Über den Künstler Sano Takachika ist nicht viel bekannt. Heute kennt man einige hochwertige metallische Tierdarstellungen, die er für die Weltausstellung in Paris 1889 gefertigt hat. Obwohl eine Künstlermarke vorhanden ist, könnte es sein, dass die Signatur Takachikas aus verkaufstechnischen Gründen verwendet wurde, eine im früheren Japan gebräuchliche Vorgehensweise.

Gemälde von Ablade Glover: "Aufbruch vor dem Gewitter"

Ein Ölgemälde mit einer afrikanischen Marktszene des Künstlers Ablade Glover in der NDR Sendung Lieb & Teuer. © NDR Fernsehen / Lieb & Teuer
Das Gemälde von Ablade Glover zeigt afrikanische Marktfrauen. Es ist im Jahr 1968 in Öl- und Acryltechnik entstanden.

Das Gemälde "Aufbruch vor dem Gewitter" wurde von Ablade Glover um 1968 in Öl und Acryl auf Hartfaserplatte gemalt. Die pastose Spachteltechnik in eher dunklen Farben zeigt Marktfrauen, die ihre Waren vor dem herannahenden Unwetter in Sicherheit bringen. Der Künstler Ablade Glover wurde 1934 in Ghana geboren, studierte in England Textildesign und arbeitete bis zu seinem Ruhestand als Professor für Kunsterziehung. Er gilt als wegweisende Figur in der westafrikanischen Kunstszene.

Antikes Buch "Todten-Capelle" mit barocken Schriften

Das barocke Buch "Todten-Capelle" in der NDR Sendung Lieb & Teuer. © NDR Fernsehen / Lieb & Teuer
Das Buch von Abraham à Santa Clara wurde 1711 bei Weigel in Nürnberg verlegt. Es befasst sich mit der Vergänglichkeit alles Irdischen.

Der "Allgemeine Todten-Spiegel" enthält verschiedene Schriften des berühmten katholischen Geistlichen Abraham à Santa Clara (1644-1709). Er war einer der bedeutendsten Schriftsteller des Barocks, einer Zeit, in der die Vanitassymbolik, der Verweis auf die Vergänglichkeit alles Irdischen, Hochkonjunktur hatte. In der zweite Auflage des Buches, 1711 verlegt von Weigel in Nürnberg, finden sich 68 Kupfertafeln. Das allegorische Titelbild zeigt Totenkopf, Skelett und welke Blumen, das Motiv des Totentanzes wird mehrfach im Buch aufgegriffen. Das Buch hat einen Lederband mit zwei Schließen.

Redaktion
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Moderation
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Redaktionsleiter/in
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