Lieb & Teuer

Sonntag, 03. November 2019, 16:00 bis 16:30 Uhr
Montag, 04. November 2019, 06:50 bis 07:20 Uhr

Janin Ullmann und ihre Gäste. © Lieb und Teuer

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Ist das Ölgemälde, das schon lange auf dem Dachboden verstaubt, vielleicht von einem berühmten Maler? Oder das Schnäppchen vom Flohmarkt ein wahrer Kunstschatz?

Janin Ullmann lädt Zuschauerinnen und Zuschauer ein, ihre Familien- und Sammlerstücke ausgewählten Kunstexperten vorzustellen. Diese begutachten und bewerten die Objekte. Dabei können sich unscheinbare Dinge als wahrer Schatz entpuppen.

In dieser Sendung werden folgende Objekte vorgestellt:

Bodenvase mit Drachenfigur

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Diese mit einem Drachen verzierte Vase wurde in den Amphora-Werken hergestellt.

Um die hohe, schlanke Vase windet sich eine Drachenfigur nach oben. Unten springt ein Frosch, der wohl um sein Leben fürchten muss. Der Korpus ist schillernd grün lasiert. Entworfen wurde diese Vase Ende des 19. Jahrhunderts von Eduard Stellmacher (1868 - 1945) und in den Amphora-Werken, einer Manufaktur im böhmischen Turn-Teplitz, gefertigt. Die Manufaktur wurde besonders mit ihren Kunstkeramiken und Vasen im Jugendstil bekannt und feierte bei der Weltausstellung 1900 in Paris große Erfolge.

Japanische Imari-Teller

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Der Begriff Imari-Porzellan geht auf die Hafenstadt Imari in der Gegend von Arita zurück, in der große Mengen Porzellan hergestellt wurden.

Dieser große Imari-Teller und sein Gegenstück stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und wurden in aufwendiger polychromer Malerei gestaltet. Blau, Eisenrot und Gold sind die bestimmenden Farben des Tellers. Die Kartuschen um den Rand des Tellers zeigen typische japanische Glückssymbole. Aus der japanischen Hafenstadt Imari wurden um 1900 große Mengen Porzellan exportiert. Die beiden Teller sind nicht als Paar gedacht gewesen.

Gemäldepaar "Dame und Herr"

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Bruno Blätter malte in seinen Werken häufig Personen im Stile der Rokokogesellschaft.

Die beiden kleinen Gemälde zeigen eine Dame und einen Herrn in typischen Rokoko-Kostümen des 18. Jahrhunderts mit Rüschen und Puderperücke. Sie sind in Öl auf Holz gemalt und jeweils von Bruno Blätter signiert. Obwohl seine Bilder immer wieder in Auktionen auftauchen, ist über den Maler nicht viel bekannt. Er wurde wohl 1870 in Berlin geboren und malte oft Darstellungen aus der feinen Rokokogesellschaft. Ein historischer Rückgriff, denn die Werke wurden Anfang des 20. Jahrhunderts geschaffen. Die Bilder sind restaurierungsbedürftig.

"Chronik des Mittelalters", Band 2 und 3

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Die historischen Bücher "Chronik des Mittelalters" beschreiben die religiösen Vorstellungen des 17. Jahrhunderts von der Erschaffung der Welt.

Das Werk "Chronik des Mittelalters" ist ein äußerst populäres Werk des Theologen und Historikers Johann Ludwig Gottfried (1584 - 1633), das erstmalig 1630 im Philipp Heinrich Hutter Verlag erschienen ist. Beschrieben wird die Erschaffung der Welt und die Frühgeschichte nach alttestamentarischen Büchern. Durch seine Popularität wurde das Buch oft neu aufgelegt. Diese beiden Bände sind spätere Ausgaben aus den Jahren 1745 und 1759. Das Gesamtwerk besteht aus acht Büchern, die nach 1633 von Johann Philipp Abelin weitergeschrieben wurden. Die Chroniken enthalten diverse Kupferstiche, Stadtansichten, Land- und Weltkarten sowie Porträts, die in den beiden vorliegenden Bänden größtenteils fehlen.

Historischer Wandteppich mit Hochzeitsmotiv

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Dieser Wandteppich wurde mit einem Webstuhl gefertigt und per Hand nachgearbeitet.

Die große Tapisserie zeigt eine höfische Hochzeitsgesellschaft des 17. Jahrhunderts mit einer dramatischen Wendung: Der Brautvater übergibt seine Tochter an den Bräutigam, als eine weitere festlich gekleidete Frau, wahrscheinlich eine Nebenbuhlerin, aufgeregt erscheint und die Eheschließung womöglich verhindern will. Es handelt sich um eine europäische Webarbeit, vielleicht flämischen Ursprungs, entstanden um die Jahrhundertwende.

Redaktion
Marina Bartsch-Rüdiger
Moderation
Janin Ullmann
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Anja Reingold