Lieb & Teuer

Sonntag, 06. Oktober 2019, 16:00 bis 16:30 Uhr
Montag, 07. Oktober 2019, 06:50 bis 07:20 Uhr

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Besondere, alte Familien- oder Fundstücke: Moderatorin Janin Ullmann hat interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer eingeladen, kostenlos den Wert ihrer Antiquitäten von Experten schätzen zu lassen. Die Kunstobjekte im Überblick:

Meissener Porzellanschale in musealer Qualität

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Diese Meissener Porzellanschale aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhundert hat aufgrund der frühen Herstellungszeit keine Manufakturmarke.

Die Porzellanschale, die in der Familie über Generationen als Taufschale verwendet wurde, ist eine sogenannte "Spülkumme". Sie gehört zu einem Tee-Service, das in der Manufaktur Meissen vermutlich zwischen 1725 und 1730 entstanden ist. Sie diente eigentlich zum Ausspülen der Tassen, um die Teeblätter zu entfernen. Bemalt wurde sie mit dem Dekor "Goldchinesen", wohl in der Werkstatt des Augsburger Porzellanmalers Bartholomäus Seuter, nach Motiven von Johann Gregorius Höroldt (1696-1775). Die Schale befindet sich in einer musealen Qualität.

Gemälde "Mutterglück" von Friedrich Mißfeldt

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"Das Gemälde "Mutterglück" stammt von Friedrich Mißfeldt. Der Maler lebte und arbeitete überwiegend in Kiel.

Das Ölbild "Mutterglück" wurde 1921 vom norddeutschen Künstler Friedrich Mißfeldt (1874 - 1969) gemalt. Dargestellt ist die Ehefrau des Künstlers mit ihrem ersten Kind. Bei einer Restaurierung wurde eine Übermalung des Künstlers entfernt, sodass die in einem frühlingshaften Blumenkranz eingebetteten Kinderköpfe, die die zentrale Figur umringen, wieder zum Vorschein gekommen sind. Offenbar hatte dem Künstler die etwas süßliche Darstellung später nicht mehr gefallen, aber der liebevolle Blick des Malers und Vaters auf die beiden ist auch für den außenstehenden Betrachter der Szene spürbar.

Porzellankopfpuppen mit Echthaar

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Für diese Porzellankopffigur aus dem 19. Jahrhundert wurde Echthaar verwendet.

Vorgestellt werden drei kleine Porzellankopfpuppen, die alle gegen Ende des 19. Jahrhunderts gefertigt wurden. Leider lässt sich nur bei einer der Puppen ein Hersteller ausmachen. Es handelt sich um den deutsch-russischen Puppenfabrikanten Armand Marseille aus Thüringen. Der Wert von Puppen ergibt sich aus verschiedenen Kriterien, unter anderem den Schlafaugen, Echthaar und originaler Kleidung. Puppen waren ein begehrtes Sammelgebiet, aber gegenwärtig erleben Porzellankopfpuppen auf dem Antiquitätenmarkt einen desaströsen Preisverfall.

Aquarell "Auerhenne mit Küken"

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Julius Scheuerer orientierte sich in seinem Malstil an den niederländischen Malern des Goldenen Zeitalters im späten 17. Jahrhundert.

Das Aquarell ist mit deckenden Gouache-Farben gestaltet und in Teilen weiß gehöht. Dargestellt wird ein Auerhuhn mit seinen Küken in einer eher wilden Bergregion. Es scheint sich um eine Szene im späten Frühjahr zu handeln, die Küken sind schon herangewachsen, die Landschaft aber noch mit letzten Schneeresten bedeckt. Der Künstler Julius Scheuerer (1859-1913) wurde in München geboren, studierte kurz an der Münchner Akademie, hat aber wohl weitgehend sein Handwerk autodidaktisch erlernt. In seinen Motiven konzentrierte er sich auf Hühner und Hausvögel und auf bunte Vogelschwärme in verschiedenen Konstellationen.

Historischer Brief von Helmut Schmidt

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Die Briefmarken zeigen zwei von Marc Chagall entworfenene Synagogenfenster.

Der Briefumschlag wurde vom ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt zusammen mit einer Visitenkarte und einem Gruß verschenkt. Die beiden Briefmarken zeigen zwei Fenster aus der Synagoge des Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem, die der jüdische Künstlers Marc Chagall (1887-1985) zu deren 50. Jubiläum entworfen hat. Die Marken wurden Mitte der 70er-Jahre in einer Auflage von fast 800.000 Stück herausgegeben. Der Wert ergibt sich aus der eigenhändigen hebräischen Unterschrift des Künstlers auf dem Umschlag, zusammen mit einer kurzen Notiz des damaligen Jerusalemer Bürgermeisters Teddy Kollek und dem ursprünglichen Besitz von Helmut Schmidt.

Redaktion
Marina Bartsch-Rüdiger
Moderation
Janin Ullmann
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Anja Reingold