Lieb & Teuer

Sonntag, 07. April 2019, 16:00 bis 16:30 Uhr
Montag, 08. April 2019, 06:50 bis 07:20 Uhr

Janin Ullmann steht neben einem Gemälde der Opernsängerin Wilhelmine Schröder-Devrient. Links von ihr erklärt Kunsthistoriker Prof. Dr. Wilhelm Hornbostel das Kunstwerk und rechts von ihr steht der Besitzer Michael Ratzkowsky.

3,55 bei 11 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Moderatorin Janin Ullmann lädt interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer regelmäßig ein, in Kunstsprechstunden kostenlos den Wert ihrer Antiquitäten von Experten schätzen zu lassen.

Die Kunstobjekte im Überblick:

Lackbild auf Metall

Bild vergrößern
Auf dem Lackbild ist die Opernsängerin Wilhelmine Schröder-Devrient abgebildet.

Das biedermeierliche Porträt ist eine Lackmalerei auf Metall. Hersteller ist die Braunschweiger Manufaktur von Heinrich Wilhelm Stockmann, wie auf der Rückseite vermerkt ist. Es ist nach der Vorlage des Berliner Porträtisten Adolf Henning (1809-1900) entstanden, die aber leider verschollen ist. Die Dargestellte ist Wilhelmine Schröder-Devrient (1804-1860), eine der bekanntesten Opernsängerinnen ihrer Zeit, die mit Carl-Maria von Weber und Richard Wagner befreundet war und zahlreiche Partien aus ihren Opern gesungen hat. Das hochwertige Bild ist um 1840 entstanden und kein Unikat.

Schweizer Taschenuhr aus Gold

Bild vergrößern
Die goldene Taschenuhr ist um 1860 in der Schweiz hergestellt worden.

Die Repetieruhr hat ein 18 Karat Goldgehäuse und ein vergoldetes Werk. Sie wurde in der Schweiz nach russischem Geschmack für den Export hergestellt mit einem flachen Gehäuse. Der Herstellerstempel "B & P", lässt sich nicht auflösen, ein kleiner qualitätvoller Hersteller, wohl in der Westschweiz. Die Taschenuhr hat einen frühen Kronenaufzug und wurde zwischen 1860 und 1870 hergestellt.

Vase mit Blumen- und Früchtedekor

Bild vergrößern
Hersteller der dekorativen Vase ist die Berliner Manufaktur Friedrich Adolph Schumann.

Die große Porzellanvase ist auf der einen Schauseite mit einem Blumen- und auf der anderen Seite mit einem Früchtestillleben bemalt. Die Form bezieht sich auf Rokoko und Barock, die Vase ist um 1850/60, im Historismus, entstanden und mit Glanzgold verziert worden. Im Preisverzeichnis der ersten privaten Berliner Manufaktur Friedrich Adolph Schumann, ist dieses Modell in fünf verschiedenen Größen abgebildet. Es handelt sich hier um die größte Ausführung. Schumann produzierte Gebrauchsgeschirr aber auch Luxusporzellan für bürgerliche Haushalte.

Chinesischer Becher mit Blumenmuster

Bild vergrößern
Das Dekor für den chinesischen Porzellanbecher wurde in Europa entwickelt.

Der Porzellanbecher ist Mitte des 18. Jahrhunderts in China hergestellt worden. Dekor und Form wurden in Europa entwickelt. Da die Porzellanmanufakturen noch nicht so verbreitet waren, wurde Porzellan in China bestellt. Das Blumenmuster hat eine kleine Kartusche mit einem Fisch. Dieses Muster ist bekannt und ein Hinweis auf die prominente Auftraggeberin: Madame de Pompadour, die Mätresse von Ludwig XIV., die mit bürgerlichem Namen "Poisson" (Fisch) hieß. Der Becher war für Kakao oder Schokolade gedacht. Es gibt einen Haarriss und eine kleine Randbeschädigung.

Gemälde Parklandschaft

Bild vergrößern
Das Gemälde einer Parklandschaft stammt vom dänischen Maler Henrik Jespersen.

Das Ölbild ist signiert mit "Henrik J.", das ist der dänischen Maler Henrik Jespersen (1853-1936). Er hat zuerst eine Ausbildung zum Ingenieur gemacht, bevor er sich durchsetzen konnte an der Königlichen Akademie in Kopenhagen Malerei zu studieren. Das Bild zeigt einen leicht geschwungenen Weg, der durch eine schöne Parklandschaft führt. Fast alle Blumen und Büsche stehen in Blüte. Vielleicht handelt es sich um den Schlosspark Frederiksberg in der Nähe von Kopenhagen, wo Jespersen bis zu seinem Tod gelebt hat.

Redaktion
Marina Bartsch-Rüdiger
Moderation
Janin Ullmann
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Anja Reingold