Lieb & Teuer

Sonntag, 30. September 2018, 16:00 bis 16:30 Uhr
Montag, 01. Oktober 2018, 06:50 bis 07:20 Uhr

Moderatorin Janin Ullmann lädt interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer regelmäßig ein, in Kunstsprechstunden kostenlos den Wert ihrer Antiquitäten von Experten schätzen zu lassen.

Die Kunstobjekte im Überblick:

Antike Stempeluhr

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Hersteller der Stempeluhr ist die Firma Pfeilkreuz.

Die Uhr hat die Form eines großen Stempels mit Holzknauf und Messing-Unterteil. Dazwischen befindet sich ein Uhrwerk in einer vernickelten Trommel. Es wird an der Rückseite aufgezogen. Auf der Unterseite der Stempelfläche befinden sich zwei Ziffernkreise zur Unterscheidung der Vormittags- und Nachmittagsstunden. Dort befand sich ursprünglich ein Zeiger, der ebenfalls einen Abdruck hinterließ. Die Zeitangabe wurde über eine Welle vom Werk übertragen. Datum und Wochentag wurden von Hand eingestellt. Es handelt sich um einen Posteingangsstempel, durch den die Aufbewahrungsfrist erkennbar war. Hersteller ist die Firma Pfeilkreuz, Fertigungsdatum: Ende 19. Jahrhundert.

Landschaftsgemälde von Victor von Ruyter

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Das Gemälde von Victor von Ruyter zeigt vermutlich eine Schärenlandschaft.

Das große Gemälde ist von dem Maler Victor von Ruyter (geboren 1870 in Kerkberg) signiert, der bekannt ist als Marine-, Landschafts- und Genremaler. Er hatte in England studiert bei Frank Spenlove-Spenlove einem schottischen Landschaftsmaler und war in Berlin und Hamburg tätig. Zu ihm persönlich gibt es keine weiteren Informationen. Das Motiv zeigt vielleicht eine schwedische Landschaft.

Ausgefallene Tabakdose aus Böhmen

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Die Tabakdose aus Siderolith schmückt ein Beduine, der auf einem Kamel reitet.

Die figürliche beigefarbene Deckeldose ist aus Siderolith, einer Steingut ähnlichen Ware, die ihre Hochzeit um 1870 hatte. Sie zeigt einen Beduinen, der auf einem Kamel reitet. Die Oberfläche ist ungleichmäßig, wie mit Sand bestäubt gestaltet. Auf der Unterseite findet sich die Pressmarke der Firma A. Tschinkel aus Eichwald in Böhmen, heute Dubi in Tschechien. August Tschinkel war ein österreichischer Industrieller, der solche Gefäße zwischen 1871 und 1885 in großer Anzahl hergestellt hat. Es gibt kleine Beschädigungen.

Geige mit Verzierungen

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Die mit Perlmutt-Ornamenten verzierte Geige stammt aus dem tschechischen Raum.

Die Geige ist ein typisches Instrument für die Spielmannstradition. Entstanden wohl im tschechischen Raum nach dem Ersten Weltkrieg. Die Instrumente wurden mit ornamentalen Einlegearbeiten aus Perlmutt und Bein auf der Vorder- und Rückseite und am Rand verziert und aufgewertet. Die Muster haben keinen Einfluss auf die Spielbarkeit, solche Instrumente sind seltener gesucht und dadurch schwerer zu vermarkten. Innen ein Verkaufszettel, der keine Rückschlüsse auf den Hersteller gibt.

Große Vase von Gallé

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Die Glyzinienblüten und -blätter auf der Gallé-Vase sind in einem aufwendigen Ätzverfahren entstanden.

Die außerordentlich große Vase ist von der französischen Firma Gallé aus Nancy. Sie ist in Glas-Überfangtechnik hergestellt. Das florale Muster wurde mit Schablonen mit einer Ätztechnik herausgearbeitet und zeigt Glyzinienblüten und -blätter. Das Signée Gallé auf der Vorderseite mit dem Stern ist nach dem Tod von dem Gründer und Glaskünstler Émile Gallé (1846-1904) zwischen 1904 bis 1906 verwendet worden.

Redaktion
Marina Bartsch-Rüdiger
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Janin Ullmann
Produktionsleiter/in
Anja Reingold