Lieb & Teuer

Sonntag, 16. August 2020, 16:00 bis 16:30 Uhr
Montag, 17. August 2020, 06:50 bis 07:20 Uhr

Moderatorin Janin Ullmann lädt interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer regelmäßig ein, in Kunstsprechstunden kostenlos den Wert ihrer Antiquitäten von Experten schätzen zu lassen.

Die Kunstobjekte im Überblick:

Kamelsattel-Uhr

Kamelsattel-Uhr © NDR
Vier Gehäuse schützen die Uhr vor Schmutz und Sand.

Die Uhr ist für den orientalischen Markt in vier Gehäuse eingepackt, um sie vor Sand und Schmutz zu schützen. Das äußere Gehäuse hat eine Öse, an der die Uhr am Sattel befestigt werden konnte. Das zweite Gehäuse ist aus Metall, mit Schildpatt bezogen, das nächste aus Silber, dann - sehr viel kleiner - das Gehäuse, das die Uhr mit einem vergoldeten Messingwerk enthält. Das Zifferblatt hat osmanische Ziffern, der Minutenzeiger ist nachgearbeitet, die beiden äußeren Gehäuse haben keinen Schließknopf mehr.

Fliesenbild aus den Niederlanden

Fliesenbild © NDR
Die dekorative Fliese zeigt in der Mitte eine Auferstehungsszene.

Das Fliesenbild war ursprünglich in einer Küche hinter dem Herd angebracht. Es hat in der Mitte eine Auferstehungsszene in blau-weiß, bestehend aus zwölf Fliesen mit niederländischer Beschriftung "OPSTANDING J. C.".  Leider ist die zentrale Fliese mit dem Jesus durchbrochen. Den Rahmen bilden gelb-blau-mangan-farbene Fliesen, wohl aus Spanien oder Portugal, ganz außen floral gemusterte Fliesen wieder in blau-weiß. Entstehung wohl zweite Hälfte 19. Jahrhundert.

Krug Totenschädel

Krug Totenschädel © NDR
Der humorige Krug ist aus sogenanntem Frittenporzellan gefertigt.

Der kuriose Krug in Form eines Totenschädels, mit aufgemalten Fontanellen, ist aus einem Weichporzellan, sogenanntem Fritten-Porzellan. Es hat einen Eichstrich für 0,5 Liter, der Henkel sieht aus wie aus Knochen zusammengesetzt. Dieser humorvoll an die Vergänglichkeit erinnernde Krug war weit verbreitet und wurde um 1900 in studentischen Verbindungen zum Bier trinken benutzt.

Gemälde-Kopie der "Toteninsel"

Gemälde-Kopie der "Toteninsel" von Arnold Böcklin © NDR. Foto: Lieb und teurer
Vorbild für die Kopie war das Gemälde "Toteninsel" von Arnold Böcklin.

Das Motiv ist sehr bekannt: eine Insel mit hohen Felsen, in die Grabkammern eingelassen sind, in der Mitte einige sehr hohe Zypressen, der Himmel düster. Ein Ruderer lenkt ein kleines Boot mit einem Sarg und einer in ein weißes Gewand gehüllte Person an den Anleger. Der Maler Arnold Böcklin (1827-1901) hat fünf Versionen dieses Motivs gemalt, die jeweils in kleinen Details voneinander abweichen. Das Ölbild orientiert sich an der letzten Version von 1886, die sich im Museum der bildenden Künste Leipzig befindet.

Skulptur Frauenakt

Skulptur Frauenakt © NDR
Die Figur des Bildhauers Karl Röhrig gleicht antiken Statuen.

Die kleine Bronze ist von dem Künstler Karl Röhrig (1886-1972) signiert. Er hatte zuerst eine Ausbildung zum Porzellanbildner gemacht, erst später wurde er Bildhauer. Die Figur ist mit 1920 datiert, es handelt sich um den elften von 30 Güssen. Röhrig gehört bisher zu den vergessenen Künstlern. Nach dem I. Weltkrieg hat sich seine Handschrift durch die Bekanntschaft mit Otto Dix und George Grosz sehr verändert, hin zu einer ungeschönten, nicht idealisierenden Auffassung des Menschen. Die Figur orientiert sich an der klassischen Antike, zeigt aber auch schon seinen eigenen Stil.

Wiederholung vom 28. Januar 2018.

Redaktion
Marina Bartsch-Rüdiger
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Janin Ullmann
Produktionsleiter/in
Anja Reingold