Lieb & Teuer

Sonntag, 26. November 2017, 16:00 bis 16:30 Uhr
Montag, 27. November 2017, 06:50 bis 07:20 Uhr

Besondere, alte Familien- oder Fundstücke: Moderatorin Janin Ullmann hat interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer zu einer Sondersendung in die Hamburger Kunsthalle eingeladen, kostenlos den Wert ihrer Antiquitäten von Experten schätzen zu lassen.

Die Kunstobjekte im Überblick:

Zwei Radierungen von Piranesi

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Auf den Radierungen sind zwei Motive aus Rom zu sehen: der Petersdom und die Kirche Santa Maria Maggiore.

Die beiden Grafiken von Giovanni Battista Piranesi (1720 - 1778) zeigen zwei Motive aus Rom: eine Innenansicht des Petersdoms und ein Blick auf die Rückseite der Kirche Santa Maria Maggiore. Sie stammen aus einer Serie von bekannten römischen Bauwerken "Vedute di Roma". Die Grafiken hatten verschiedene Auflagen. Ein Vergleichsdruck desselben Motivs von Santa Maria Maggiore aus dem Besitz der Hamburger Kunsthalle zeigt eine andere Inschrift in einem Sockel. Das ist ein Kuriosum, das sich nur mit weiterreichenden Recherchen in Rom auflösen lässt. Die Preise für solche Grafiken schwanken nach Zustand des Drucks, was auch davon abhängt, ob der Abzug von der neuen oder von der schon recht abgenutzten Platte gemacht wurde und entsprechend grauer ist.

Tabakdose aus Porzellan

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Die blaue Tabakdose ist dem Stil der Manufaktur Sèvres nachempfunden.

Die kleine Porzellandose ist ursprünglich für Schnupftabak genutzt worden. Die blaue Farbgebung entspricht dem Stil der bedeutenden französischen Manufaktur Sèvres. Verschiedene Indizien führen aber zu der Annahme, dass es sich um eine Kopie auf Sèvres handelt. Das Bild auf dem Deckel ist ein Druckdekor, die Signatur gibt vor, dass es aus der Hand eines Künstlers ist, was bei einem Druck keinen Sinn macht. Die Marken auf der Unterseite sind ein Mix aus einer Schwertermarke, die auf die Manufaktur Meissen hinführen soll - die Sèvres-Marken sind begleitet von der Nummer 40, die so nicht vorkommt, bei Sèvres wurden die Nummern 45 - 48 verwendet.

Silberpokal mit Siegesgöttin

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Der Silberpokal stammt von 1858. Darauf abgebildet ist die Siegesgöttin Victoria.

Der Silberpokal stammt aus Kopenhagen im Stil des Neoklassizismus. Das Beschauzeichen von Kopenhagen zeigt drei Türme, die Zahl 58 verweist auf die Entstehung 1858. Der Meister hat ebenfalls sein Zeichen hinterlassen: Samuel Josef Nicolai Prahl (1800 - 1885), seit 1825 Meister. Die auf dem Pokal eingravierte Szene geht auf eine Szene des berühmten dänischen Bildhauers Bertel Thorvaldsen (1770 - 1844) zurück und zeigt einen Ausschnitt seines Alexanderzuges, den er für den Quirinalspalast entworfen hatte. Zu sehen ist die Siegesgöttin Victoria mit drei persischen Begleitern.

Zwei russische Ikonen

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Die beiden Ikonen aus Russland stammen aus dem Umfeld der Altgläubigen.

Die beiden Ikonen "Christus Pantokrator" - Christus als Herrscher - und die Ikone "Schleierwunder" sind aus dem Umkreis der Altgläubigen. Zu erkennen ist das zum Beispiel an dem Segensgestus von Christus, die Fingerhaltung der rechten Hand ist etwas anders dargestellt. Das sogenannte Schleierwunder erzählt die Geschichte des Sängers Romanos, der eigentlich nicht singen kann. In der Kirche hat er die Erscheinung der Gottesmutter in Begleitung weiterer Heiliger, die einen Schleier in der Hand hält. Sie gibt Romanos ein Notenblatt zu Essen, wonach er eine schöne Sängerstimme hat.

Wiener Rahmenuhr im Neo-Orientstil

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Wie ein Gemälde wirkt die goldgerahmte Uhr im Neo-Orientstil, die zwischen 1840 und 1860 entstanden ist.

Die Uhr ist in ein goldgerahmtes und goldverziertes Gehäuse gesetzt worden, sodass sie in der Form einem Gemälde ähnlich sieht. Es handelt sich um eine Erfindung des Barocks, die Schmuckelemente führen auf den Neo-Orientstil zurück. Die Vergoldung ist teilweise nachgearbeitet worden. Entstehung 1840/1860. Der Hersteller ist nicht bekannt. Das Wiener Werk geht ein bis zwei Tage.

Redaktion
Marina Bartsch-Rüdiger
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Janin Ullmann
Produktionsleiter/in
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