Lieb & Teuer

Sonntag, 15. Oktober 2017, 15:30 bis 16:00 Uhr
Montag, 16. Oktober 2017, 06:50 bis 07:20 Uhr

Besondere, alte Familien- oder Fundstücke: Moderatorin Janin Ullmann hat interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer eingeladen, kostenlos den Wert ihrer Antiquitäten von Experten schätzen zu lassen.

Bernsteinkästchen

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Das Bersteinkästchen zum Aufbewahren von Schmuck oder Zigarren stammt aus der staatlichen Bernstein-Manufaktur in Königsberg.

Die Bernsteinschatulle ist zum Aufklappen und innen mit Zedernholz ausgekleidet. Der Größe nach ist sie zur Aufbewahrung von Schmuck oder Zigarren geeignet. Bernstein ist ein fossiles Harz, das unter anderem auch in der Ostsee gefunden wird. Bei der Herstellung des Kästchens ist er in einem würfelförmigen Muster verarbeitet worden. Auf der Unterseite findet sich eine Plakette, die den Hersteller, die Werkstätten der staatlichen Bernstein-Manufaktur Königsberg in Preußen, benennt. Die Manufaktur wurde 1926 gegründet und existierte 19 Jahre lang.

Gemälde von Karl Hauptmann

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Das Gemälde eines Bauernhauses stammt vom Maler Karl Hauptmann (1880 - 1947). Er war spezialisiert auf Schwarzwald-Motive.

Das Ölbild hat auf der Rückseite ein Etikett mit dem Titel: "Herbstnebel im Schwarzwald" und der Datierung: "Fbg. 07". Letzteres bedeutet "Freiburg 1907". Auf der Vorderseite ist das Bild signiert von Karl Hauptmann (1880 - 1947). Das Motiv ist ein Schwarzwaldhaus wie es oft in der Region um den Feldberg zu finden ist. Hauptmann gilt als Schwarzwaldmaler, er hat immer wieder die Landschaft und die Häuser - meist sogar ohne Menschen und Tiere - dargestellt. Er war ein großer Naturliebhaber, der selbst im Winter mit seiner Staffelei unterwegs war. Die Winterbilder sind noch beliebter und auf dem Kunstmarkt auch teurer.

Jugendstil-Glasvase

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Elemente des Jugendstil sind an der Vase mit Metallfuß erkennbar. Diese Vasen wurden besonders in Bayern und Böhmen hergestellt.

Die Glasvase ist auf einem Metallfuß mit stilisierten Taubenpaaren montiert. Der Rand des Glaskörpers ist sehr stark und effektvoll gewellt, es lassen sich deutlich Elemente des Jugendstils erkennen. Solche dekorativen Stücke sind in hoher Stückzahl in den unzähligen Glasbläsereien in Böhmen und Bayern hergestellt worden. Es findet sich kein Manufakturhinweis. Das Stück ist vermutlich zwischen 1900 und 1910 entstanden.

Empire-Pendule

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Die Uhr schmückt ein Abbild des römischen Kaisers Hadrian. Zur Zeit des Bürgerkönigs Louis Philippe ist sie in Frankreich entstanden.

Die französische Uhr ist überwiegend aus feuervergoldeter Bronze hergestellt. Die Figur, die die Pendule schmückt, stammt dem Anschein nach aus der klassischen Antike. Sie trägt einen Lorbeerkranz und hält ein römisches Feldzeichen, das mit einem Adler bekrönt ist. Wahrscheinlich handelt es sich um Kaiser Hadrian, der von 117 bis 138 nach Christus regierte. Er vermied kriegerische Auseinandersetzungen und vermehrte den Staatsschatz. Das locker in der Hand gehaltene, nach unten gerichtete Schwert - dessen Klinge bei diesem Stück fehlt - ist ein Hinweis darauf. Die Uhr ist wahrscheinlich zur Zeit des Bürgerkönigs Louis Philippe entstanden. Unter der Glocke findet sich ein Hinweis auf den Uhrmacher Pons.

Festtags-Ikone

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Die Festtags-Ikone hat als Thema das Osterfest. Sie ist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Zentralrussland entstanden.

Die Ikone hat dem Typus entsprechend ein großes Bild zum Thema Ostern im Zentrum. Das wird von zwölf Feldern umgeben, die die immer wiederkehrenden Motive wie die Geburt Marias, die Verkündigung oder Christi Taufe im Jordan aufgreifen. Das Besondere bei dieser Ikone ist die Darstellung der vier Evangelisten auf einem Silbergrund am Rand der Ikone. Ebenso selten sind die Rand-Ornamente und die Muschelfriese, die mit Punzen aufgebracht wurden. Die Ikone ist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Zentralrussland entstanden.

Redaktion
Marina Bartsch-Rüdiger
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Carmen Messmer
Moderation
Janin Ullmann