Lieb & Teuer

Sonntag, 03. Mai 2020, 16:00 bis 16:30 Uhr
Montag, 04. Mai 2020, 06:50 bis 07:20 Uhr

Besondere, alte Familien- oder Fundstücke: Moderatorin Janin Ullmann hat interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer eingeladen, kostenlos den Wert ihrer Antiquitäten von Experten schätzen zu lassen.

Die Kunstobjekte im Überblick:

Marinekompass

Ein Taschenkompass in der NDR Sendung Lieb & Teuer. © NDR Fernsehen / Lieb & Teuer
Der kleine Handkompass stammt von der Firma Carl Bamberg. Er wurde bei der Kaiserlichen Marine für Landeinsätze benutzt.

Der kleine Kompass hat die Größe und Form einer Taschenuhr. Auf der Rückseite findet sich ein "M" und eine Hohenzollernkrone als Zeichen für die Kaiserliche Marine. So ein Trockenkompass wurde nicht auf See benutzt, sondern für die Einsätze an Land. Es gibt zwei Magneten für die Ausrichtung nach Norden, um den Effekt zu verstärken. Die Nadel kann zum Schutz festgesetzt werden. Hersteller war die damals für Marinekompasse führende Firma Carl Bamberg, gegründet 1871, die bis 1946 existierte.

Album "Die osmanischen Herrscher"

Ein antikes Album in der NDR Sendung Lieb & Teuer. © NDR Fernsehen / Lieb & Teuer
Das Buch ist 1852 in Izmir in türkischer und französischer Sprache erschienen. Es enthält Porträts osmanischer Sultane.

Das Buch hat den französischen Titel "Chronologie des Empereurs Ottomans", die Texte sind in französischer und alter türkischer Sprache verfasst. In dem schlichten Einband befinden sich die Abbildungen der Sultane des Osmanischen Reiches zwischen 1300 und 1850. Die Tafeln der Porträts sind von Hand kolorierte Lithografien, teilweise mit Goldhöhungen. Das Buch ist in Smyrna - heute Izmir - 1852 erschienen. Wahrscheinlich sind nur wenige Exemplare gedruckt worden, denn es sind bislang nur zwei weitere Bücher nachweisbar. Vor 15 Jahren ist eines der Alben versteigert worden.

Porzellanfigur "Mann mit Papageien"

Eine Porzellanfigur in der NDR Sendung Lieb & Teuer. © NDR Fernsehen / Lieb & Teuer
Die Porzellanfigur ist während des Ersten Weltkriegs bei Rosenthal entstanden: Ein Mann lehrt Papageien lateinische Worte.

Die Porzellanfigur stammt von der Firma Rosenthal. Auf der Unterseite findet sich die Kriegsmarke des Ersten Weltkriegs 1914 bis 1918. Das Modell ist 1910 entstanden. Ein sitzender Mann spricht mit zwei Papageien. Im Katalog von Rosenthal ist der Titel der Figur aufgeführt: "Latein". Die Papageien erhalten also eine Lateinlektion. Auf dem Sockel steht der Künstlername Ferdinand Liebermann (1883 - 1941). Er hat ein Pendant entworfen mit dem Titel "Disput", bei dem ein Mann versucht, einem Raben Philosophie beizubringen. In der Zeit des Nationalsozialismus hat Liebermann auch Hitlerbildnisse und große Skulpturen mit Titeln wie "Deutschland erwache" entworfen.

Gemälde "Blick auf Kiew"

Ein Gemälde in der NDR Sendung Lieb & Teuer. © NDR Fernsehen / Lieb & Teuer
Das Gemälde zeigt einen Blick auf Kiew. Der Künstler Mikhail Ivanovich Khmelko malte es während der deutschen Besatzung 1943.

Das Ölbild ist eine Auftragsarbeit für einen Arzt gewesen und zeigt den Blick aus dem Fenster des städtischen Krankenhauses von Kiew auf den Dnjepr. Es ist während der deutschen Besetzung im Jahr 1943 entstanden und sicherte dem jungen Maler für einige Zeit seine Existenzgrundlage. Das Bild ist signiert mit Mikhail Ivanovich Khmelko (1919 - 1996). Damit handelt es sich um ein untypisches Frühwerk eines später sehr bekannten Künstlers. Khmelko hat dann im Stil des sowjetischen Realismus gearbeitet, wurde zum ukrainischen Volkskünstler ernannt und erhielt eine Professur in Kiew.

Keramikvase

Vase in der NDR Sendung Lieb & Teuer. © NDR Fernsehen / Lieb & Teuer
Die Vase stammt aus der Werkstatt von Roland Brice, einem Schüler des bekannten abstrakten französischen Künstlers Fernand Léger.

Die kleine Vase stammt aus der französischen Keramikwerkstatt von Roland Brice (1911 - 1989), der ein Schüler von Fernand Léger (1891 - 1955) war. Die Werkstatt befand sich in dem Ort Biot. Léger gehört zu den großen abstrakten Künstlern, er arbeitete mit flächigen ornamentalen Mustern in kräftigen Farben. In den 1950er-Jahren hat er in der Werkstatt seines Schülers Keramiken anfertigen lassen, Brice hat aber auch in ähnlichem Stil gearbeitet. Eine Verbindung dieser Vase zu Léger lässt sich nicht herstellen.

Wiederholung vom 29. Oktober 2017.

Redaktion
Marina Bartsch-Rüdiger
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Carmen Messmer
Moderation
Janin Ullmann

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