Lieb & Teuer

Sonntag, 18. August 2019, 16:00 bis 16:30 Uhr
Montag, 19. August 2019, 06:50 bis 07:20 Uhr

Janin Ullmann mit dem Vasen-Gast, dem Experten und dem Objekt.

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Besondere, alte Familien- oder Fundstücke: Moderatorin Janin Ullmann lädt interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer ein, kostenlos den Wert ihrer Antiquitäten von Experten schätzen zu lassen.

Die Kunstobjekte im Überblick:

Waschgarnitur aus Meissen

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Die Meissener Porzellan-Waschgarnitur ist mit Streublümchendekor verziert.

Die meisten Porzellanmanufakturen haben neben Tafelgeschirren auch Waschsets hergestellt, oftmals sogar mit dem gleichen Dekor wie die Service. Auch die Porzellan-Manufaktur Meissen hatte so etwas im Sortiment. Das Set im Streublümchendekor besteht aus einer Seifenschale, einer Wasserkanne, einem Schmutzwassereimer und einem Nachttopf. Alle Teile haben natürlich die Schwertermarke auf der Unterseite.

Gemälde "Roter Mohn"

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Das Ölbild roter Mohnblumen stammt von dem Maler Wilhelm Laage.

Das in leuchtenden Farben und kräftigen Pinselstrichen gemalte Ölbild einer Blumenvase mit roten Mohnblumen ist mit dem Monogramm W.L. signiert. Die Abkürzung steht für den Maler Wilhelm Laage (1868 - 1930). Neben der Vase ist ein kleines Kästchen oder Buch dargestellt, im Hintergrund ein Wasserglas. Das Stillleben ist auf der Rückseite beschriftet:"'Roter Mohn' II" und "W. Laage Reutlingen". Offensichtlich gibt es ein früheres Bild mit dem gleichen Motiv. Laage hatte eine klassische Ausbildung in Hamburg und Karlsruhe, Studienreisen führten ihn nach Paris, Belgien und Italien. Zeitweise lebte er in Cuxhaven. Er ist vor allem mit seinen Grafiken bekannt geworden. 1914 zog er nach Reutlingen um. Das Gemälde muss demnach nach 1914 entstanden sein.

Fischbesteck mit Vorlagebesteck

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Die Besteckteile sind Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden.

Das Fischbesteck ist für sechs Personen. Aufgrund der Punzen lässt sich die Firma James Dixon & Sons in Sheffield ausmachen. Das Besteck ist versilbert wie auch das Vorlagebesteck und das Salatbesteck mit dem beschädigten Horn - die Teile haben keinen Herstellerhinweis. Einzig die beiden Fleischgabeln sind mit 800 gestempelt, sind also aus Silber. Sie stammen womöglich aus Deutschland. Die Besteckteile gehören nicht zusammen, sie sind Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden und gehen auf ähnliche Stile wie das "Queens Pattern" des Fischbestecks zurück.

Kuhschwanzpendeluhr

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1724 wurde diese Kuhschwanzpendeluhr gefertigt.

Die Wanduhr ist in der Übergangszeit entstanden, in der man von Eisen auf Messing wechselte. Rahmen und Zifferblatt sind aus Eisen, die Zahnräder aus Messing. Wegen des kurzen Vorderpendels ist die Bezeichnung Kuhschwanzpendeluhr, was eine Verballhornung des Wortes Kurzschwanzpendeluhr ist - ein einfaches Pendel für ländliche Uhren. Das Zifferblatt ist entsprechend mit Hirte, Reiter, Tieren und Turm bemalt. Die Jahreszahl 1724 ist durchaus zutreffend. Das Schlagwerk wiederholt.

Vase von Daum Frères

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Auf der kleinen Jugendstilvase sind die Vogesen abgebildet.

Die kleine Jugendstilvase ist von der berühmten Glasmanufaktur Daum Frères in Nancy. Sie ist von der Firma signiert, die Malersignatur HF lässt sich jedoch nicht auflösen. Es handelt sich um eine Überfangtechnik mit Ätzdekor. Die dargestellte Landschaft lässt sich genau bestimmen, das Landschaftspanorama zeigt im Hintergrund die Vogesen. Die Vorlagen sind bekannt und nehmen Bezug auf den Erntemonat Messidor. Nach der Französischen Revolution wurde ein neuer Kalender eingeführt, der bis 1805 galt. Der Messidor ging von Mitte Juni bis Mitte Juli. Die Vase ist um 1908 entstanden.

Redaktion
Marina Bartsch-Rüdiger
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Carmen Messmer
Moderation
Janin Ullmann