Lieb & Teuer

Sonntag, 12. Mai 2019, 16:00 bis 16:30 Uhr
Montag, 13. Mai 2019, 06:50 bis 07:20 Uhr

Janin Ullmann mit der böhmischen Vase, dem Gast und dem Experten.

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Besondere, alte Familien- oder Fundstücke: Moderatorin Janin Ullmann hat interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer eingeladen, kostenlos den Wert ihrer Antiquitäten von Experten schätzen zu lassen.

Die Kunstobjekte im Überblick:

Bilderrahmen aus Flugzeugpropellerteilen

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Zeithistorisch interessant: Die Porträt-Bilderrahmen sind aus Propellerteilen eines Flugzeuges des Ersten Weltkrieges gearbeitet.

Die beiden Bilderrahmen sind aus verleimtem Mahagoni- und Nussbaumholz. Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass sie aus den Spitzen von Propellerflügeln hergestellt worden sind. Der Propeller war ursprünglich an einem Flugzeug, das im Ersten Weltkrieg im Einsatz war. Es war verbreitet, von zerstörten, erbeuteten oder ausgemusterten Maschinen Teile als Trophäe oder als Erinnerungsstück aufzubewahren. In diesem Fall hat ein Schreiner aus den Teilen Rahmen für zwei kleine Porträtfotos eines Ehepaares gearbeitet. Es ist ein zeithistorisch interessantes Beispiel.

Katzengemälde von Tiermaler Julius Adam

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Niedlich und sehr naturalistisch dargestellte Katzen: Das Gemälde stammt vom bekannten und gefragten Tiermaler Julius Adam.

Das kleine Ölgemälde zeigt drei junge Hauskatzen in einer Scheune, zwei sitzen in einer Holzkiste, eine sitzt vor einem Milchnapf aus Bauernkeramik. Sie sind sehr naturalistisch und ausgesprochen niedlich dargestellt. Der Tiermaler Julius Adam (1852 - 1913) erzielte mit seinen Katzenbildern sehr große Erfolge und ist auch heute noch nachgefragt, was an der sehr lebensechten Darstellung liegt und ihm den Namen"Katzen-Adam" einbrachte. Es gibt sogar Züchter, die anhand seiner Gemälde Rückschlüsse über das Aussehen der deutschen Hauskatze im 19. Jahrhundert ziehen. Seine Bilder werden nach der Anzahl der dargestellten Katzen und Größe gehandelt.

Antiker französischer Wecker aus Messing

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Der Wecker stammt aus der Manufaktur des Franzosen Eugène Farcot. Die Zeit wird über ein zylindrisches Zifferblatt angezeigt.

Der Wecker hat eine ungewöhnliche Form und Zeitanzeige: Er besteht aus einem Messing-Zylinder durch den das Zifferblatt wie ein Band durchläuft. Darauf sind die Stunden und Minuten eingeteilt und durch ein Fenster sichtbar. Die Zeit wird mit einem fest stehenden Zeiger angezeigt. Die Oberseite der Uhr ziert die Figur eines Hahns, der gallische Hahn. Das Stück ist etwa zwischen 1875 und 1885 entstanden. Der Wecker hat ein kurzes Pendel. Auf dem Gehäuseboden findet sich das Ankersignet des Pariser Konstrukteurs Eugène Farcot (1830 - 1896), der auf der Pariser Weltausstellungen erschwingliche Uhren anbot. Der Wecker ist wahrscheinlich für den skandinavischen Markt gebaut worden.

Bildband über Florentiner Paradiestür

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Der Schweizer Bildhauer Heinrich Keller hat den Bildband zur berühmten Florentiner Paradiestür von San Giovanni im Jahr 1798 veröffentlicht.

Das große Buch dokumentiert die sogenannte Paradiestür, das Ostportal zum Baptisterium San Giovanni, das wiederum zum Dom von Florenz, Santa Maria del Fiore, gehört. Das Portal ist ein Meisterwerk der Renaissance und ist von dem Bildhauer Lorenzo Ghiberti (1378 - 1455) entworfen und ausgeführt worden. Er hat 27 Jahre daran gearbeitet. Die Tür enthält zehn Bronze-Reliefs, die Szenen aus dem AltenTestament zeigen. Das Buch - 1798 herausgegeben vom Schweizer Bildhauer Heinrich Keller - enthält zwölf großformatige Kupfertafeln von Fedor Iwanowitsch und ein zweisprachiges Vorwort.

Böhmische Moser-Vase aus Karlsbad

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Typisch für die Glasvasen der böhmischen Firma Moser und Söhne aus Karlsbad sind die umlaufenden Reliefs mit antiken Kriegsszenen.

Die kleine Vase ist aus dickem violetten Glas. Auf der Unterseite gibt es einen Firmenhinweis: "Moser, Karlsbad." Die Firma Moser und Söhne wurde 1857 gegründet. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges haben sie ein Dekor entwickelt, mit dem sie nach dem Krieg große Auflagen erzielt haben. Sie haben das Glas mit einem "oroplastischen" umlaufenden Relief verziert, das antike Szenen darstellt. Sehr oft war das - wie bei dieser Vase - der Krieg der Amazonen gegen die Griechen. Die Vorlage wurde auf den vergoldeten Fries aufgelegt und das Muster mit einer Ätztechnik herausgearbeitet.

Wiederholung vom 5. Februar 2017.

Redaktion
Marina Bartsch-Rüdiger
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Carmen Messmer
Moderation
Janin Ullmann