Lieb & Teuer

Sonntag, 14. Juli 2019, 16:00 bis 16:30 Uhr
Montag, 15. Juli 2019, 06:50 bis 07:20 Uhr

Janin Ullmann, der Experte und die Verkäuferin um das Schmuckstück herum.

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Besondere, alte Familien- oder Fundstücke: Moderatorin Janin Ullmann hat interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer eingeladen, kostenlos den Wert ihrer Antiquitäten von Experten schätzen zu lassen.

Die Kunstobjekte im Überblick:

Gemälde mit einem Reiterzug

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Das Gemälde stammt vom österreichischen Maler Adolf Baumgartner. Es zeigt einen Treck von Kosaken mit Pferden und Planwagen.

Das große Ölbild zeigt einen Reiterzug mit Kosaken und Planwagen. Das Bild ist mit C. (Constantin) Stoilloff signiert, eines der Pseudonyme des österreichischen Malers Adolf Baumgartner (1850 - 1924). Das Gemälde ist sehr detailreich ausgeführt, die Pferde preschen in fliegendem Galopp voran. Der Maler hat das Motiv hundertfach gemalt, manche Bilder tragen den Titel "Der Goldtransport". Das könnte auch für diese dramatische Szene zutreffen.

Japanische Kriegerfiguren aus Bronze

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Den japanischen Samurai-Figuren aus Bronze sind die Waffen abhanden gekommen. Sie sind um 1900 in der Manufaktur Gyoko entstanden.

Die beiden japanischen Samurai-Krieger sind massiv aus Bronze gegossen. Die Gesichter sind durch die Patinierung hervorgehoben. Die Gewänder sind mit verschiedenen Mustern geschmückt. 1876 wurde den Samurai das Tragen der traditionellen Kleidung und der Schwerter untersagt. Die hochqualifizierten Handwerker, die bis dahin die Schwerter hergestellt hatten, fertigten nun auch solche Figuren. Die Körperhaltung der beiden Krieger erschließt sich erst, wenn man einbezieht, dass die Waffen abhanden gekommen sind. Es fehlen ein Bogen und eine Lanze. Auf dem Gewand des Lanzen-Kriegers findet sich der Manufakturhinweis Gyoko. Die Figuren sind um das Jahr 1900 entstanden, die Holzsockel sind nicht original.

Fayence von KPM in Berlin

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Die kleine Porzellan-Fayence kommt im Kleid italienischer Majolika daher. Es handelt sich aber um feinstes Porzellan der Berliner KPM.

Die Fayence in Form einer kleinen Deckelterrine kommt aus der Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin. Formgebung und Farbigkeit sind auf den ersten Blick völlig ungewöhnlich für KPM. Die geflügelten Fabelwesen mit Löwentatzen und das ganze Gefäß geben vor, eine italienische Majolika zu sein, aber die Dose ist aus Porzellan und trägt auf der Unterseite die Marke der Manufaktur. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren solche Majolika-Arbeiten wieder en vogue und auch die KPM hat diese Mode aufgegriffen. Es handelt sich um eine zweite Wahl.

Silber-Jardiniere für Blumen

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Die Silberschale wurde für Blumenschmuck auf einer Tafel genutzt. Das Stück ist etwa um 1900 bei der Firma Meyen entstanden.

Die große Jardiniere ist mit Blumen oder Obst geschmückt das zentrale Stück auf einer festlichen Tafel. In den beiden Kartuschen finden sich zwei Gravuren: "Der Kreis Filehne dem Pädagogium Ostrau" und "zum 50-jährigen Jubelfeste 1850 - 1900". Die Jardiniere ist aus 800er-Silber. Auf der Unterseite ist der Name des Herstellers - "Fa. Meyen & Co. - (Silberwarenfabrik)" - eingraviert sowie ein Kopf als Firmenzeichen. Der Buchstabe "J" gibt das Herstellungsjahr 1900 an. Es handelt sich um ein historistisches Stück, das Dekore aus verschiedenen Epochen aufgreift. Es sind Prägemaschinen für die Herstellung verwendet worden.

Keramikvase aus Süddeutschland

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Die Keramikvase stammt aus den süddeutschen Tonwerken Kandern. Chefdesigner Max Laeuger wollte mit ihrem Dekor Volkskunst aufgreifen.

Die Vase mit der Modellnummer 323 ist in der Manufaktur Tonwerke Kandern um 1905 gefertigt worden. Das Monogramm MLK verweist auf den Künstler Max Laeuger (1864 - 1952), der in der Firma von 1895 bis 1913 als künstlerischer Leiter tätig war. Die schlichte Vase mit dem stilisierten Blattmuster ist in mehreren Varianten ausgeführt worden. Die kleinen Goldmosaikeinlagen sind nicht so häufig eingearbeitet worden. Laeuger wollte die Volkskunst mit schlichten Formen und Mustern wiederbeleben. Es gibt kleine Bestoßungen und altersbedingte Haarrisse.

Redaktion
Marina Bartsch-Rüdiger
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Carmen Messmer
Moderation
Janin Ullmann