Lieb & Teuer

Sonntag, 07. Februar 2021, 16:00 bis 16:30 Uhr

Ist das Ölgemälde, das schon lange auf dem Dachboden verstaubt, vielleicht von einem berühmten Maler? Oder das Schnäppchen vom Flohmarkt ein wahrer Kunstschatz? Janin Ullmann lädt Zuschauerinnen und Zuschauer ein, ihre Familien- und Sammlerstücke ausgewählten Kunstexperten vorzustellen.

Die Kunstobjekte im Überblick:

Vasenpaar in Pâte-sur-pâte-Technik

Ein Vasenpaar in Pâte-sur-pâte-Technik hergestellt. © NDR Foto: lie b& teuer
Das lindgrüne Vasenpaar schmückt ein zartes Relief, das durch Pâte-sur-pâte-Technik entsteht.

Das lindgrüne Vasenpaar aus Porzellan ist in Pâte-sur-pâte-Technik hergestellt worden. Die Darstellungen auf der Vorderseite sind mit einer schlickerartigen Farbe aufgetragen worden, sodass sich ein zartes Relief ergibt. Es handelt sich um zwei Genien, die durch die Lüfte schweben. Der eine hat Insektenflügel, der andere Fledermausflügel. Die Figuren stehen allegorisch für Tag und Nacht. Die Vasen haben keine Marke und keine Signatur, sind sicherlich in Frankreich hergestellt worden in der Art von Limoges um 1900.

Musikwecker mit Reliefs

Musikwecker © NDR Foto: lie b& teuer
Bei der Uhr im Stil eines Reiseweckers handelt es sich um eine polnische Replik aus den 80ern.

Der Wecker ist von der Grundidee her wie eine Reiseuhr aufgebaut, darin wurden grauer Marmor, Messingeinfassungen und Bronzereliefs verbaut, sodass er schwer und nicht transportabel ist. Die Reliefs zeigen bäuerliche Motive. Die Beschriftungen der Funktionen sind deutsch. Auf dem Zifferblatt findet sich "LFS", ab 1881 die Marke der renommierten Uhrenfabrik Lorenz Furtwängler Söhne aus dem Schwarzwald. Allerdings wurde diese nie in Schreibschrift wie auf diesem Exponat angebracht. Die Weckmelodie: "Raindrops Keep Falling On My Head" ist modern. Die Uhr ist eine polnische Replik aus den 1980er-Jahren.

Messkännchen auf Tablett

Messkännchen auf einem Tablett © NDR Foto: lie b& teuer
Die Messkännchen-Garnitur mit Tablett ist im neobyzantinischen Stil gestaltet.

Die Messkännchen-Garnitur mit Tablett und originaler Schatulle ist im neobyzantinischen Stil gestaltet. Sie wurde für den Gottesdienst der katholischen Kirche verwendet. Die Bekrönungen der beiden filigranen Glasgefäße sind Schilfbündel und Weinreben, was auf den Inhalt verweist: Wasser und Wein. Auf der Rückseite des feuervergoldeten Silbertabletts findet sich eine Gravur mit dem Hinweis auf den französischen Goldschmied: Hippolyte Paul de Sury aus St. Brieuc (Normandie) hat das 1882 hergestellt. Die Emaille-Medaillons zeigen Maria und den Heiligen Ludwig IX.

Gemälde Eisvergnügen

Gemälde "Eisvergnügen" © NDR Foto: lie b& teuer
Die Winterlandschaft ist typisch für die niederländische Malerei des 19. Jahrhunderts.

Das Ölbild zeigt eine Winterlandschaft mit zugefrorenem Fluss und zahlreichen Figuren, die sich auf dem Eis vergnügen. Dieses Genre hat in der niederländischen Malerei eine lange Tradition bis in das 19. Jahrhundert. Die Signatur ist fast gänzlich hinter den Rahmen gerutscht und soll auf den Amsterdamer Maler Jan Jacob Coenraad Spohler (1837-1894) hinweisen. Er hat dieses Thema auch in Varianten aufgegriffen. Da die Nachfrage nach solchen Bildern hoch ist und viele Fälschungen angefertigt wurden, wurde das RKD (Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie) angefragt. Anhand von Vergleichsabbildungen konnte die Urheberschaft von Spohler nicht bestätigt werden. Es handelt sich um eine Stilkopie.

Porzellanfigur Wüstenfuchs

Wüstenfuchs aus Porzellan © NDR Foto: lie b& teuer
Den Wüstenfuchs aus Porzellan entwarf Margret Joy Flinsch Buba für die Firma Rosenthal.

Die sehr naturalistische Tierplastik wurde 1927 von der amerikanischen Künstlerin Margret Joy Flinsch Buba (1904-1998) im Auftrag der Firma Rosenthal entworfen. Die Manufakturmarke dieser Ausformung ist aus demselben Jahr. Die Künstlerin wurde in New York geboren. Stationen ihrer Ausbildung waren auch in Frankfurt am Main und in München. Später hat sie auch nur "Joy Buba" signiert. Die Situation, wie sich das Tier hinter dem Ohr kratzt, ist sehr gelungen getroffen. Die Figur ist auf dem Antiquitätenmarkt bekannt.

Redaktion
Marina Bartsch-Rüdiger
Moderation
Janin Ullmann
Produktionsleiter/in
Anja Reingold
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz

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