Lieb & Teuer

Sonntag, 22. November 2020, 16:00 bis 16:30 Uhr
Montag, 23. November 2020, 06:50 bis 07:20 Uhr

Moderatorin Janin Ullmann lädt interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer regelmäßig ein, in Kunstsprechstunden kostenlos den Wert ihrer Antiquitäten von Experten schätzen zu lassen.

Die Kunstobjekte im Überblick:

Zappler mit Spindelwerk

Antike Uhr, genannt Zappler © NDR
Der Uhrmacher Johann Henner hat den Zappler Anfang des 18. Jahrhunderts gefertigt.

Das kurze Pendel dieser Uhr schwingt auf der Vorderseite - vor dem Zifferblatt - hin und her und gibt diesem Uhrentypus seinen Namen. Die Uhr hat ein Spindelwerk, die Zifferblattplatte ist aus Messingblech mit barocker Ornamentik, das Zifferblatt aus Kupfer, mit dem Namen des Uhrmachers: Henner - Würzburg. Johann Henner, geboren 1676, 1709 wurde er Meister, 1732 Hofuhrmacher. Ab 1753 taucht der Name seines Schwiegersohnes zusammen mit ihm auf, insofern ist die Uhr vorher entstanden. Viertelstunden- und Stundenschlag werden mit einem Federhaus betrieben.

Blumenstillleben von Otto Thiele

Blumenstillleben von Otto Thiele © NDR
Das Bild stammt Otto Thiele, der sein Hobby Malerei zum Beruf gemacht hat.

Das Ölbild ist von Otto Thiele (1870 - 1955). Er hatte zuerst eine Laufbahn bei der Post begonnen und die Malerei als Hobby betrieben. Später besuchte er die Königliche Akademie der Künste in Berlin und war auch in der Klasse von Lovis Corinth. Er hatte öffentliche Aufträge erhalten und an Ausstellungen teilgenommen. Viele seiner Bilder sind im Zweiten Weltkrieg vernichtet worden. 1945 ist er nach Egestorf gezogen, wo er bis zu seinem Lebensende lebte. Einige seiner Bilder hat er in der Nachkriegszeit auch gegen Naturalien getauscht.

Teller von KPM Berlin

Porzellanteller von KPM © NDR
Porzellanteller mit Blütenmotiven waren typisch für die Manufaktur KPM in Berlin.

Der Einzelteller war Teil eines größeren Services. Er ist sehr aufwändig dekoriert mit der königsblauen Fondfarbe, den reliefartigen Goldverzierungen und den Anemonen, die in der sogenannten Weichmalerei ausgeführt sind. Die KPM Berlin war weltberühmt für diese leichten, duftigen Blütendarstellungen. Auf der Rückseite findet sich die blaue Zeptermarke der Manufaktur, der rote Reichsapfel als Kennzeichnung, dass die Malerei in der Manufaktur aufgebracht wurde und der eingeprägte Jahresbuchstabe "M" für das Entstehungsjahr 1912.

Japanische Skulptur Kriegermönch

Japanische Skulptur Kriegermönch © NDR
Die japanische Skulptur wurde speziell für den europäischen Markt produziert.

Die Bronzefigur ist Ende des 19. Jahrhunderts für den europäischen Markt entstanden. Sie zeigt einen bewaffneten Kriegermönch. An den Säumen des Gewandes finden sich zwei Inschriften: Oishi Kuranosuke Yoshitaka und Ako Roshi (Ronin aus Ako). Es handelt sich also um einen der berühmten 47 Ronin, deren dramatische Geschichte zum Volksmythos geworden ist. Die Figur wird gerade in dem Moment gezeigt, in dem sie den Gong zum Angriff schlägt, um den Tod ihres Herrn zu rächen.

Kanne aus 800er-Silber

Silberkanne © NDR
Die dekorative Silberkanne gehörte vermutlich zu einem Kaffee-Set.

Die dekorative Kaffeekanne gehörte wohl zu einem Set mit Teekanne, Zuckertopf, Sahnekännchen und Tablett. Die Form ist typisch für die Zeit des Klassizismus: Relieffries, Palmetten und Löwenkopftülle - sie ist aber mehr als hundert Jahre später entstanden. Die 800er-Silberpunze und der Qualitätsstempel mit Mondsichel und Krönchen verweisen auf eine Produktion nach 1888. Der Hersteller ist unbekannt. Die Kanne ist in einer der zahlreichen Silbermanufakturen, die die großbürgerlichen Tafeln mit Hilfe von Maschineneinsatz bestückt haben, entstanden.

Redaktion
Marina Bartsch-Rüdiger
Moderation
Janin Ullmann
Produktionsleiter/in
Anja Reingold
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz