Lieb & Teuer

Sonntag, 15. November 2020, 16:00 bis 16:30 Uhr
Montag, 16. November 2020, 06:50 bis 07:20 Uhr

Moderatorin Janin Ullmann lädt interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer regelmäßig ein, in Kunstsprechstunden kostenlos den Wert ihrer Antiquitäten von Experten schätzen zu lassen.

Die Kunstobjekte im Überblick:

Gemälde "Harlekin" von Karl-Heinz Richheimer

Gemälde "Harlekin" von Karl-Heinz Richheimer © NDR Foto: lieb & teuer
Das Gemälde "Harlekin" von Karl-Heinz Richtheimer ist mit der Jahreszahl 49 datiert.

Der Harlekin sieht sich nachdenklich, fast selbst prüfend, im Spiegel an. Er hat dem Betrachter den Rücken zugewandt, das Gesicht wird über die Spiegelung gezeigt. Das Bild ist mit der Jahreszahl 49 datiert und von Karl-Heinz Richheimer (1920 - 1993) signiert. Der Maler ist in Künstlerlexika nicht verzeichnet. Er wurde von dem Hamburger Maler Ivo Hauptmann privat und illegal unterrichtet, da Richheimer wegen seines jüdischen Vaters im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Er hat als Schauspieler gearbeitet und war in einer Widerstandgruppe aktiv. Gemälde sind im Kunsthandel nicht bekannt, es gibt keine Vergleichspreise.

Zwei Majolika-Vasen

Zwei Majolika-Vasen © NDR Foto: lieb & teuer
Die Majolika-Vasen entstanden zur Zeit des Historismus.

Die beiden Vasen sind identisch. Der blaue Korpus ist wie ein Glas in einen Sockel aus Weinreben mit Trauben und Blüten gesetzt. Der Prägemarke auf der Unterseite lautet: Boch A. Luxembourg, die Formnummer ist 56. Seit 1767 haben drei Brüder der Familie Boch dort Keramiken produziert. 1836 ist die Firma Villeroy mit Boch zusammengegangen und hatte Produktionsstätten an verschiedenen Standorten. Die verwendete Marke ist seit 1870 benutzt worden, die beiden Vasen sind in der Zeit des Historismus entstanden.

Megillat "Esther"

Megillat "Esther" © NDR Foto: lieb & teuer
Bei der Schriftrolle handelt es sich ein Faksimile eines Manuskripts, das die Geschichte der Esther aus der Bibel erzählt.

Es handelt sich um ein aufwändig hergestelltes Faksimile eines illustrierten Manuskriptes vom Anfang des 18. Jahrhunderts, das die biblische Geschichte der Esther erzählt. Sie lebte im persischen Reich und konnte ihr jüdisches Volk befreien. Die Geschichte wird an Purim vorgelesen. Die originalgetreu nachgebildete Schriftrolle liegt in einer Kapsel aus Sterlingsilber und kann an einer Schiene aufgerollt werden. Die Auflage von 2007 wurde auf 295 Exemplare limitiert, hier die Nummer 11. Der Neupreis betrug 3.600 Euro.

Drahtaufzeichnungsgerät

Drahtaufzeichnungsgerät © NDR Foto: lieb & teuer
Das Aufzeichnungsgerät ist eine Kombination aus Plattenspieler, Telefon und Mikrofon.

Es handelt sich um ein Kombinationsgerät mit Plattenspieler, Telefon, Mikrofon und Aufzeichnungsmöglichkeit auf Draht. Ein Vorläufer des Tonbandgerätes, das bis in die 1950er-Jahre - zuletzt parallel zum Tonbandgerät - produziert wurde. Es scheint trotzt des hohen Gewichtes auch für Reporter zum Einsatz gekommen zu sein, die zum Beispiel Interviews über Telefonate aufzeichnen konnten. Es wurde wahlweise über Stromanschluss oder über Batterie beziehungsweise Akku betrieben. Hersteller ist die schwedische Firma Luxor aus Motala. Zur Zeit ist es nicht funktionstüchtig.

Redaktion
Marina Bartsch-Rüdiger
Moderation
Janin Ullmann
Produktionsleiter/in
Anja Reingold
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz

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