Lieb & Teuer

Sonntag, 11. Oktober 2020, 16:00 bis 16:30 Uhr
Montag, 12. Oktober 2020, 06:50 bis 07:20 Uhr

Janin Ullmann lädt Zuschauerinnen und Zuschauer aus Norddeutschland ein, ihre Familien- und Sammlerstücke ausgewählten Kunstexperten vorzustellen. Diese begutachten und bewerten die Objekte.

Die Kunstobjekte im Überblick:

Japanisches Puppen-Diorama

Japanisches Puppen-Diorama aus der Sendung "Lieb und teuer". © Lieb & Teuer Foto: NDR
Das Puppen-Diorama aus Japan zeigt eine Szene mit vier Kriegern.

Wie auf einer Bühne stehen die vier Krieger. Die dargestellte Szene zeigt den japanischen Helden Toyotomi Hideyoshi als Feldherr zu Pferde mit seinen Generälen. Er zählt zu den Gründungsvätern des modernen Japans. Traditionell wurden Puppen - auch solche Szenen - zum Puppenfest am 5. Mai aufgestellt, hier als vorbildliche Szene für die Jungen um Tapferkeit und Stärke zu vermitteln. Die Kleidung ist den historischen Uniformen nachempfunden, Material und Farbe nach sind sie im 20. Jahrhundert als Manufakturware entstanden zwischen 1900 und 1930.

Damenuhr mit Gliederarmband

Damenarmbanduhr aus der Sendung "Lieb und teuer". © Lieb & Teuer Foto: NDR
Die Damenuhr mit Gliederarmband entstand um 1910.

Die Uhr zeigt den Übergang von der Taschenuhr zur Armbanduhr. Damenarmbanduhren waren bereit vor dem Ersten Weltkrieg beliebt. Da die Produktion nicht so schnell voran ging, hat man bereits vorhandene Taschenuhren umfunktioniert indem sie in eine Kralle mit Armband eingefügt wurden. Der Hersteller der Uhr ist nicht bekannt, aber das Gliederarmband war ein Verkaufsschlager und wurde von der Pforzheimer Schmuckfirma Kollmar & Jordan aus Alpacca, einer silberähnlichen Legierung, hergestellt. Die Uhr ist etwa von 1910, das Armband von 1910 bis 1920.

Majolika-Jardiniere

Majolika-Jardiniere aus der Sendung "Lieb und teuer". © Lieb & Teuer Foto: NDR
Die Majolika-Jardiniere schmücken Putten und Vergissmeinnichtblüten.

Die große runde Schale gehört zu einer Serie von ähnlichen Keramiken, die alle mit Vergissmeinnichtblüten und Putten dekoriert sind. Hersteller ist die Staatliche Majolika Manufaktur Karlsruhe. Die Marke, das badische Wappen und die Seriennummer finden sich auf der Unterseite. Wilhelm Süs (1861-1933) ist der Entwerfer, der auch künstlerischer und technischer Leiter der Manufaktur war.

Buch über die Reitkunst

Buch über die Reitkunst aus der Sendung "Lieb und teuer". © Lieb & Teuer Foto: NDR
Das antike Buch von 1670 vermittelte Wissen über Pferde und Reitkunst.

In diesem Buch mit dem Titel: "Neuauffgerichte Reut-Kunst, Von der rechten und aller gewissesten Art und Weise, Pferde abzurichten", wird alles vermittelt, was man über Pferde und die Reitkunst wissen sollte. Es gilt als pädagogischer Meilenstein, weil erstmals nicht Gewalt zum Abrichten der Tiere angewandt wurde, sondern eine liebevolle Erziehung. Das Buch ist 1623 zum ersten Mal erschienen. Diese Ausgabe ist aus der dritten Auflage von 1670. Autor ist Antoine de Pluvinel (1552-1620) der Reitlehrer des französischen Königs Ludwig XIII. war. Der Zustand ist gut, aber restaurierungsbedürftig.

Gemälde von Karoly Csúzy

Gemälde von Karoly Csúzy aus der Sendung "Lieb und teuer". © Lieb & Teuer Foto: NDR
Das Bild einer jungen Frau bei der Handarbeit stammt vom Maler Karoly Czúzy.

Das Ölbild zeigt eine junge Frau bei der Handarbeit. Sie sitzt am Fenster bei Tageslicht und schaut nach draußen und scheint jemanden zu erwarten. Gegenüber sind die Fenster eines Mietshauses zu erkennen, es scheint sich um ein städtisches Umfeld zu handeln, der Raum ist bürgerlich eingerichtet, die Nähutensilien liegen bereit. Der Maler ist Karoly Czúzy (1843-1911), er wurde in Ungarn geboren und hat in München studiert und gelebt. Über seine Biografie ist wenig bekannt.

Redaktion
Marina Bartsch-Rüdiger
Moderation
Janin Ullmann
Produktionsleiter/in
Anja Reingold
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz