Lieb & Teuer

Sonntag, 04. Oktober 2020, 16:00 bis 16:30 Uhr

Janin Ullmann lädt Zuschauerinnen und Zuschauer aus Norddeutschland ein, ihre Familien- und Sammlerstücke ausgewählten Kunstexperten vorzustellen. Diese begutachten und bewerten die Objekte. Dabei können sich unscheinbare Dinge als wahrer Schatz entpuppen.

Die Kunstobjekte im Überblick:

Figur "Blumenmädchen"

Keramikfigur Blumenmädchen © NDR Foto: Lieb & Teuer
Das Blumenmädchen aus Keramik entstand um 1930/40.

Die Keramikfigur zeigt eine junge Frau im weit ausgeschnittenen Krinolinenkleid mit Blumenschmuck. In der Hand hält sie einen Blumenkorb, ein weiterer steht zu ihren Füßen, eine junge Frau in voller Blüte also. Sie ist auf einen Holzsockel montiert, darunter findet sich der Hinweis auf den italienischen Hersteller, die Manufaktur Grès d’Arte, die von zwei Brüdern - Guido und Mario Cacciapuoti - gegründet wurde. Die Figur ist um 1930/40 entstanden, es gibt sie in zahlreichen Variationen.

Glaspokal für Wein

Glaspokal © NDR Foto: Lieb & Teuer
Der Glaspokal trägt die Inschrift "Becher des Segens".

Der Pokal besteht aus schwerem, dickwandigem Glas und ist mit jüdischen Symbolen versehen. Es finden sich die Menora - ein Leuchter - der Davidstern, die Gesetzestafeln, Löwen und Engel mit Trompeten darauf. Ebenso eine hebräische Inschrift, die übersetzt "Becher des Segens" bedeutet. Der Pokal war für Wein gedacht, ob er für den privaten oder kultischen Gebrauch gedacht war, bleibt offen.

Gemälde "Ecce Homo"

Gemälde "Ecce Homo" © NDR Foto: Lieb & Teuer
Das Gemälde "Ecce Homo" zeigt Jesus mit der Dornenkrone.

Das Ölbild ist unsigniert, geht aber auf ein bekanntes Gemälde des italienischen Barockmalers Guido Reni (1575-1642) zurück. Es handelt sich um ein Porträt von Jesus mit der Dornenkrone. Die Schächer haben ihm zur Verhöhnung ein Schilfrohr als Zepter in die Hand gegeben, das Bild ist als Oval gefasst. Dieses Motiv wird allgemein als "Ecce Homo" betitelt, was auf Pontius Pilatus zurück geht, der Jesus nach der Folterung dem Volk präsentiert haben soll mit den Worten: "Seht der Mensch" - auf Latein "Ecce Homo". Das Bild ist im späten 17. Jahrhundert entstanden und hat auffällige doublierte Risse und Übermalungen.

Einzelteile Geschirr von Kaiser Wilhelm II.

Geschirrteile Kaiser Wilhelm II. © NDR Foto: Lieb & Teuer
Hersteller der Geschirrteile ist KPM in Berlin.

Sahnegießer, Teller und Tasse mit Untertasse gehörten zur Ausstattung der Schiffe von Kaiser Wilhelm II. Hersteller war die Königliche Porzellanmanufaktur KPM Berlin. Die Einzelteile sind in verschiedenen Jahren: 1904, 1906 und 1908 entstanden und waren - wie jeweils auf den Teilen drauf steht, für die beiden Schiffe SMS (Seiner Majestät Schiffe) Deutschland und SMS Wilhelm II. bestimmt gewesen. Nach der Abdankung des Kaisers sind solche Stücke in den Handel gekommen.

Lithografie von Heinrich Blunck

Lithografie von Heinrich Blunck © NDR Foto: Lieb & Teuer
Heinrich Blunks Grafik trägt den Titel "In der Marsch bei Efgebüll".

Die Grafik ist betitelt mit "In der Marsch bei Efgebüll" und zeigt eine Landschaft in Nordfriesland mit Bauernhäusern, die auf ehemaligen Halligen stehen. Der Ort wurde erst spät eingedeicht. Die urwüchsige Landschaft, in der Überschwemmungen immer wieder vorkamen, hat den Maler angesprochen. Das Bild ist signiert von Heinrich Blunck (1891-1963), der einer Druckerfamilie entstammte und eine klassische Künstlerausbildung durchlaufen hatte. Die Höhe der Auflage ist unbekannt.

Redaktion
Marina Bartsch-Rüdiger
Moderation
Janin Ullmann
Produktionsleiter/in
Anja Reingold
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz

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