Lieb & Teuer

Sonntag, 08. März 2020, 16:00 bis 16:30 Uhr
Montag, 09. März 2020, 06:50 bis 07:20 Uhr

Moderatorin Janin Ullmann lädt interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer regelmäßig ein, in Kunstsprechstunden kostenlos den Wert ihrer Antiquitäten von Experten schätzen zu lassen.

Die Kunstobjekte im Überblick:

Christbaumspitze aus Messingblech

Christbaumspitze aus Messingblech © NDR
Hersteller der Christbaumspitze sind die Solinger Industrie Werke Adrian & Stock.

Das aus Messingblech gefertigte Engelsgeläut "Posaunenchor - Ehre sei Gott in der Höhe" ist sowohl als Christbaumspitze als auch als für sich stehendes Objekt zu verwenden. Es wird durch die Wärme von brennenden Kerzen angetrieben. Hergestellt wurde es im Jahr 1905/1906 von den Solinger Industrie Werken Adrian & Stock, die eigentlich Schneidewerkzeug und Küchenartikel vertrieben, nebenbei aber auch Spielzeug herstellten. Die dazugehörende Broschüre ist erhalten.

Ikone des heiligen "Nikolaus"

Ikone des heiligen Nikolaus © NDR
Die Ikone "Nikolaus" entstand wohl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Russland.

Das Ikonenbildnis des heiligen Nikolaus wird klassisch dargestellt mit hoher Stirnglatze und einem runden Bart, die rechte Hand im Segensgestus geformt. In der orthodoxen Kirche ist er der Hauptheilige. Neben ihm sind Christus und Maria in kleinen runden Bildnissen dargestellt, die ihn zum Bischof einsetzen. Hergestellt wurde die Ikone wohl in Zentralrussland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Zustand ist etwas lädiert und überarbeitet.

Wasserkrug aus Russland

Ein roter Wasserkrug © NDR Foto: Lieb & Teuer
Den roten Wasserkrug produzierte die Manufaktur Gebrüder Kornilow in St. Petersburg.

Der purpurrote Wasserkrug trägt ein blattförmiges Relief mit Goldhöhungen, der Henkel ist als Ast gestaltet. Auf der Schauseite ist das Initial "E" mit einer Eins und einer russischen Krone aufgemalt. Das steht für die Zarin Katharina I. (1684-1727), ist aber auch das Zeichen für die Stadt Puschkin, wo sich der Zarenpalast befand. Der Krug stammt aus der Zeit um 1890/1900 und wurde von der Manufaktur Gebrüder Kornilow in St. Petersburg hergestellt, die auch den Zarenhof belieferte. Vielleicht ist er anlässlich des 200. Geburtstages der Zarin entstanden.

Emailliertes Schmuck-Ei

Emailliertes Schmuck-Ei © NDR
Das Schmuck-Ei erinnert in seiner Anmutung an die berühmten Fabergé-Eier.

Das Ei lässt sich in zwei Hälften öffnen und ist mit einem üppigen Blütenkorb gefüllt. Es nimmt Bezug auf die weltbekannten Schmuck-Eier des russischen Künstlers Carl Fabergé (1846-1920), der als Goldschmied und Juwelier ein großes Unternehmen leitete und den Zarenhof und den Adel mit solchen Schaustücken belieferte. Dieses Ei ist aus 750er-Gold und mit 1,54 Karat Diamanten besetzt. Hergestellt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von der Staatlichen Münze Budapest für den Export und von der Firma Foreign Trade Artex vertrieben.

Grafik Flusslandschaft von Emil Orlik

Grafik Flusslandschaft von Emil Orlik © NDR
Die Grafik einer Flusslandschaft stammt vom tschechischen Künstler Emil Orlik.

Die kleine Kaltnadelradierung "Nil Feluken" zeigt zwei spezielle Segelboote, die eine ungewöhnliche Segelform aufweisen. Es handelt sich um sogenannte Feluken, traditionelle Küstenboote, die mit trapezförmigen Setteesegeln getakelt sind. Die Grafik ist von dem tschechischen Künstler Emil Orlik (1870-1932) aus dem Jahr 1920, inspiriert durch zahlreiche Reisen, unter anderem nach Ägypten. Orlik schuf ein umfangreiches grafisches Oeuvre, neben seinen Reiseeindrücken entstanden auch Porträts bedeutender Zeitgenossen wie Einstein, Rilke, Corinth oder Barlach.

Redaktion
Marina Bartsch-Rüdiger
Moderation
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Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz