Osterlandpartie

Festliches Eichsfeld

Sonntag, 09. April 2017, 20:15 bis 21:45 Uhr

Heike Götz tourt durch den Süden Niedersachsens. © NDR Fotograf: Achim Tacke

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Tradition wird großgeschrieben im Eichsfeld. Vor Ostern werden im Dorf Gieboldehausen Brunnen mit bunt bemalten Ostereiern geschmückt. Engagierte Frauen aus dem Ort haben den Brauch wieder aufleben lassen. Seither treffen sie sich jedes Jahr und bemalen Eier.

Osterbrunnen in Gieboldehausen

Das stärkt den Gemeinsinn und könnte so ganz nebenbei Besucher nach Gieboldehausen bringen, die sich die schön geschmückten Brunnen anschauen und bei Kaffee und Kuchen in einem Lokal einkehren könnten. Das war wohl auch der Zweck, für den die Osterbrunnen um 1910 in Fränkischen Schweiz erdacht worden waren: Im besucherarmen Frühjahr sollten sie Busreisende anlocken. Eine jahrhundertealte christliche oder gar heidnische Tradition für den Brauch ist nicht nachgewiesen.

Duderstadt - die Perle des Eichsfeldes

Das Eichsfeld ist seit jeher eine strukturschwache Gegend: Ein paar hessische Dörfer, Teile Thüringens und Niedersachsens bilden die Region mit Duderstadt als einem Zentrum. Wegen ihres nahezu vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtbildes gilt Duderstadt als die "Perle des Eichsfeldes". Dort reiht sich ein schmuckes Fachwerkhaus an das andere. Mittendrin steht das historische Rathaus, mit seinen drei Turmspitzen ist es eines der ältesten in Deutschland. Von hier aus wurde im Mittelalter die Verteidigung der Stadt organisiert. Keine 500 Meter entfernt liegt - mitten in der Stadt - das Ursulinenkloster. 1700 wurde das Kloster gegründet. Und bis heute leben dort Nonnen. Das Kloster öffnet seine Pforten für Gäste, die Ruhe und Erholung suchen. In der Osterzeit geht es festlich zu im Kloster: Palmsonntag, Karfreitag, die Osternacht - diese christlichen Feiertage begehen die Ursulinen mit besonderer Andacht.

Bilder aus dem niedersächsischen Eichsfeld

Sitz der Heinz-Sielmann-Stiftung

Nicht weit entfernt von Duderstadt, eingebettet in die Hügellandschaft des Harzer Vorlandes, liegt das Gut Herbigshagen. Es ist Sitz der Heinz-Sielmann-Stiftung. Zu seinen Lebzeiten hat Landpartie Moderatorin Heike Götz den legendären Naturfilmer hier noch getroffen. Heute liegen Heinz Sielmanns sterbliche Überreste oberhalb von Duderstadt in einer kleinen Kapelle begraben. In seiner Stiftung aber lebt er weiter.

Arche für vom Aussterben bedrohte Haustiere

Auf Gut Herbigshagen haben vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen wie das Harzer Höhenvieh, die Thüringer Waldziege oder das Leineschaf eine Heimat gefunden. Ohne das Engagement der Stiftung wären manche Rassen, die unsere Großväter auf den Höfen hielten, vielleicht nicht mehr da. So helfen sie, die einzigartige bäuerliche Kulturlandschaft im Harzvorland zu erhalten. Der Schäfer Matthias Bodmann etwa zieht mit selten gewordenen Leineschafen durch die hügelige Landschaft. Pünktlich zur Osterzeit kommen die Lämmer auf die Welt - wie früher eben.

Downloads
122 KB

Download: Adressen und Rezepte zur Sendung

27.03.2016 20:15 Uhr

Heike Götz ist diesmal unterwegs mit der Landpartie im niedersächsischen Eichsfeld. Sie trifft interessante Menschen. Informationen und Adressen zur Sendung finden Sie hier. Download (122 KB)

Ein Mosaik von Streuobstwiesen

Mehr als 100 verschiedene Apfelsorten wachsen auf einer Streuobstwiese gleich neben Gut Herbigshagen. Der Erhalt von Streuobstwiesen ist ein weiteres Anliegen der Heinz-Sielmann-Stiftung. Das Eichsfeld bildet ein Mosaik von Streuobstwiesen. In der Region setzt man auf eine gute bodenständige Küche:  Apfelmost von Streuobstwiesen genauso wie Wurstspezialitäten aus Hausschlachtung. Zu Ostern kommt auch im Eichsfeld ein Braten auf den Tisch: bei Lothar Dinges,einem pensionierten Lehrer, der das Eichsfeld kennt wie seine Westentasche, ist es Osterlamm, so wie er es von seiner Oma gelernt hat.

Im Bärengehege bei Worbis

Im Eichsfeld gibt es jede Menge Natur. Genug Gelegenheit für Wander- und Radtouren. Die Gegend ist dünn besiedelt. Platz ist also da. Vielleicht ist das ein Grund dafür, dass bei Worbis das erste Tiergehege für Bären aus tierquälerischer Haltung entstanden ist. Ausrangierte Zirkus- und Tanzbären dürfen in Worbis wieder Bär sein. Ein Gelände von fünf Hektar haben sie dafür zur Verfügung. Das teilen sie nur mit einem Wolfsrudel. Heinz Sielmann hätte seine Freude daran gehabt.

Weitere Informationen
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Osterbräuche im Eichsfeld

09.04.2017 20:15 Uhr

Den Brauch, Eier zu Ostern bunt zu bemalen, kennen viele. In Gieboldehausen schmücken die Dorfbewohner Brunnen damit. Musik: "Pulse of the Party" von mindmapthat. Video (01:02 min)

Moderation
Heike Götz
Redaktion
Holger Ohmstedt
Produktionsleiter/in
Thomas Schmidtsdorff
Autor/in
Achim Tacke
Regie
Achim Tacke
Kamera
Marcel Tauer
Philip Boesecke
Kamera-Assistenz
Lutz Westphal
Schnitt
Gaby Biesterfeldt
Redaktionsassistenz
Ute Krämer