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Unbekanntes Arabien - Das Märchenland Oman

Donnerstag, 29. Oktober 2020, 21:00 bis 21:45 Uhr

Sagenumwoben und weithin unbekannt: Oman, ein Land fast so groß wie Deutschland, hat über vier Millionen Einwohner. In den letzten Jahren hat sich das Sultanat westlichen Besuchern mehr und mehr geöffnet.

Die Reise beginnt in Musandam. Dort gibt es tiefblau schimmerndes Meer und das bis zu 2.000 Meter aufragende Hadschar-Gebirge. Wie von der Welt abgeschnitten, existieren kleine Siedlungen in dieser grandiosen Felsenwüste.

Größte Segelschule

Etwa 400 Kilometer südlich der Exklave Musandam liegt Mussana. Dort hat die größte Segelschule des Landes ihren Sitz. Segeln ist ein Volkssport, und in Mussana trainieren die Spitzenteams für die Olympischen Spiele und andere große Wettbewerbe. Die 26-jährige Ibtisam al-Salmi ist ein Aushängeschild für die Gleichberechtigung im omanischen Segelsport.

In Barka wartet der Stier Toto ungeduldig auf seinen Einsatz. Das freitägliche "Bullendrücken" ist ein Großevent. Züchter aus der ganzen Region bringen ihre Tiere zum Kräftemessen in die Arena. Bei der omanischen Version des Stierkampfes tritt Tier gegen Tier an. Sieger ist, wer sein Gegenüber wegstoßen kann.

Balance zwischen Tradition und Fortschritt

Nur eine Autostunde von Barka entfernt liegt Maskat - die Hauptstadt Omans. Die Sultan-Kabus-Moschee erhebt sich schon von weitem über der Stadt. Sie ist eine der größten Moscheen der Welt und hat für bis zu 20.000 Gläubige Platz. Der Namensgeber Sultan Kabus ist im Januar 2020 gestorben. Er galt als vergleichsweise liberaler Herrscher. Nur wenige arabische Führer forderten und förderten so engagiert die Gleichstellung der Frauen. Nachfolger ist Kubas' Cousin Haitham bin Tariq Al Said. Er gilt als ein Sultan, der den Weg seines Vorgängers fortsetzen wird.

Das Sultanat versucht die Balance zwischen Tradition und Fortschritt. Die über vier Millionen Omaner leben überwiegend in Städten. Je weiter man nach Süden kommt, desto weniger ist das Land besiedelt. Die meisten Beduinen sind in den letzten Jahren in Dörfern und Städten nahe der Wüste sesshaft geworden. Junge Menschen wie der 27-jährige Humied al-Meghairi sind einerseits noch verwurzelt in den Traditionen ihrer Vorfahren, andererseits macht auch der Fortschritt vor ihnen nicht halt. Der junge Beduine ist Maschinenbauer und hat gerade sein Studium abgeschlossen. Er erzählt von dem traditionellen Wüstenleben in modernen Zeiten.

Autor/in
Nadja Frenz
Kamera
Torben Müller
Schnitt
Ulrich Skalicky
Musik
Alfred Mehnert
Sprecher/in
Anne Moll
Redaktion
Dagmar Mielke
Ralf Quibeldey

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