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Mit dem Zug durch Vietnam

Donnerstag, 24. Januar 2019, 21:00 bis 21:45 Uhr

Den einfallsreichen Vietnamesen ist nichts unmöglich: einen ganzen Blumenmarkt auf einem einzigen Moped balancieren, drei Schweine, 100 lebende Hühner oder eine ganze Familie. Sie schaffen einfach alles. Und noch mehr.

Gute 40 Jahre nach Kriegsende ist das einst geteilte Land mitten im Aufbruch, quicklebendig, pulsierend und sympathisch chaotisch wie kaum ein anderes in Südostasien. Die wichtigste Verbindung in dem einst geteilten Land ist der Reunification Express. Zehn Mal am Tag geht ein Zug von Nord nach Süd. Die Strecke führt knapp 2.000 Kilometer von der Hauptstadt Hanoi bis in die zweite Metropole des Landes: Ho Chi Minh City, dem früheren Saigon.

Reise durch ein faszinierendes Land

Der Film begleitet Passagiere und Zugpersonal bei ihren kleinen und großen Abenteuern auf der langen Reise durch ein faszinierendes Land. Dabei lernt das Filmteam Vang Seo kennen. Der Reisbauer ist schon 80 Jahre alt, aber bestellt wie eh und je seine Felder auf den Reisterrassen von Ha Giang in Vietnams hohem Norden. Die Gegend ist so urtümlich, weil sie noch kaum erschlossen ist. Und sie ist atemberaubend schön, vor allem im Herbst, wenn die satten grünen Felder im Licht der tief stehenden Sonne erleuchten.

Hier lebt auch die 18-jährige Thi Luyen in einem Bergdorf. Sie ist gerade zum ersten Mal Mutter geworden. Jetzt zieht sie als Hebamme über die Dörfer, um anderen jungen Frauen beizustehen, damit sie in der Abgeschiedenheit der Bergwelt ihr Kind gesund auf die Welt bringen.

Kolonialer Charme und reichlich Essen

In Hanoi erlebt das Team den kolonialen Charme der vietnamesischen Hauptstadt und vor allem reichliches Essen. Überall dampft und brodelt es, die Dumplings von Madame Chung, die Krabben von Herrn Nguyen, eine Pho, die fette Nudelsuppe von Frau Lien, alles Streetfood wie von einem anderen Stern.

Knapp 2.000 Kilometer ist die Reise Richtung Süden lang, eine Ruckelpartie, die allein zwei Tage und Nächte dauert. In den beengten Abteilen kommt man seinen Mitreisenden schneller nahe, als man denkt.

Geschichtsträchtig und unverwechselbar

Wer lieber die Weite mag, lässt sich vom atemberaubenden Ausblick aus den Fenstern des Zuges begeistern: vorbei an den Lotusfeldern südlich von Hanoi, zur Linken die Küste mit Stränden, Palmen, blauem Wasser, zur Rechten die Berge, Wälder, die Höhlenwelten von Vietnams Zentralmassiv.

Der Zug fährt an der wunderschönen Zitadelle von Hue vorbei, am geschichtsträchtigen Strand von Da Nang, wo damals die ersten US-amerikanischen Bodentruppen landeten. Der Zug macht Halt in Hoi An, der Stadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Hier trifft das Filmteam einen älteren Herrn, der wunderschöne, traditionelle Laternen herstellt und damit Gassen und Plätze in ein warmes unverwechselbares Licht taucht. Welch ein magisches Erlebnis, bevor schließlich die grellen Lichter von Ho Chi Minh am Horizont erscheinen.

Autor/in
Philipp Abresch
Kamera
Wolfgang Schick
Alexander Pfalzgraf
Schnitt
Martin Hüsges
Ton
Florian Jütte
Felix Matthias
Tonmischung
Ulla Arens
Produktionsleiter/in
Bettina Wieselhuber
Redaktion
Timo Großpietsch