Die Krabbenfischer von Feuerland

Die GEO-Reportage

Samstag, 02. Mai 2020, 13:35 bis 14:20 Uhr

Die Südspitze Lateinamerikas ist karg, vom Sturm umpeitscht und eiskalt. Ein Labyrinth aus Tausenden zerklüfteten Inseln, eingebettet in die berüchtigten Gewässer um Kap Hoorn. Im August, mitten im antarktischen Winter, gehen die Fischer in den Kanälen und Buchten Feuerlands auf die mühsame Suche nach einer immer seltener werdenden Spezialität: der Patagonischen Königskrabbe.

Die großen Seespinnen, Königskrabben oder Centollas genannt, sind die Haupteinnahmequelle der Fischer von Feuerland. Mit Körben und unter widrigen Umständen werden sie in den eisigen Unterwasser-Kelpwäldern gefangen. Die Tiere können bis zu acht Kilogramm schwer werden und einen Durchmesser von über einen Meter erreichen.

Eine faszinierende Unterwasserwelt vor Kap Hoorn

Die schneebedeckten Gipfel von Feuerland. © NDR.de / Andreas Schmidt Foto: Andreas Schmidt
Tierra del Fuego - so nennen die Argentinier und Chilenen Feuerland. Eine unwirkliche Gegend am Ende der Welt.

Der Film begleitet die südchilenischen Fischer bei der Centolla-Jagd und taucht in die faszinierende Unterwasserwelt von Kap Hoorn ein. Fischer Carlos Barrías und seine Besatzung haben mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Schneestürme und hohe Wellen machen den Fang oft unmöglich, nicht selten finden sie zudem leere Krabbenfallen vor. Denn die großen Seespinnen werden immer seltener. Wenn man dort eintaucht, wo die Fischer ihre Fangkörbe auswerfen, öffnet sich unter der eisigen Meeresoberfläche eine selten gesehene Welt. Folgt man den Seelöwen bei der Jagd, begegnet man auch dem geheimen Reich der Krustentiere am nächtlichen Meeresboden. Riesige Kelpwälder bieten den Tieren hier unten Schutz und Nahrung.

Der Volksstamm der Yágan

So reich das Unterwasserleben an der Südspitze Südamerikas auch ist, an Land herrschen lebensfeindliche Bedingungen. Trotzdem besiedelte der Volksstamm der Yágan als Seenomaden über 9.000 Jahre lang diese raue Inselwelt. Ihre Kultur gilt heute als fast ausgelöscht, die letzten Dutzend Nachfahren wohnen in Ukika, dem Heimatdorf von Carlos Barrías, auf der chilenischen Insel Navarino am Beagle-Kanal. Die fast 80-jährige Nachbarin Cristina Calderón gilt als die letzte lebende Yágan, die noch die Ursprache ihres Volkes spricht. Ihrer kleinen Enkelin erzählt sie die alten Legenden und lehrt sie so ganz nebenbei die Yágan-Wörter und -Begriffe.

Autor/in
Bernhard Rübe
Regie
Bernhard Rübe
Redaktion
Ralf Quibeldey
Produktionsleiter/in
Eva-Maria Wittke