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Bolivien - Mit Pachamama ins Glück

Donnerstag, 25. Juli 2019, 21:00 bis 21:45 Uhr

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Der Gletscher "Huayna Potosí" bei La Paz wird im Jahr 2030 voraussichtlich schneefrei sein. Schuld ist die Klimaerwärmung, die Boliviens Trinkwasserspeicher bedroht.

"Koka ist unser Leben. Nur mit Koka haben wir ein Einkommen", sagt der Bauer Victor Copa. 50 Euro am Tag macht Victor mit Koka - mehr als mit jeder anderen Pflanze in Bolivien. Dabei war der Anbau vor wenigen Jahren noch verboten. Damals wurden die Bauern vom Militär gejagt und Koka-Felder vernichtet. Nun ist Koka weitgehend legal. Bolovien ist im Umbruch: "Früher wurden wir Indios beschimpft und an den Rand gedrängt", sagt Rapperin Nina Uma. Heute sei man stolz, Indio zu sein. Das ist auch in La Paz zu sehen. Neureiche Indios lassen sich bunte Paläste bauen und bedienen sich der Farben traditioneller Indio-Kleidung. Nicht fehlen darf Grün - die Farbe von Pachamama, Mutter Erde.

Bauern beten zu Mutter Erde, um vom Klimawandel verschont zu bleiben

Das traditionelle Prinzip von Pachamama spielt überall im neuen Bolivien eine Rolle. In den Silber- und Eisenerzminen beginnt kein Arbeiter den Dienst, bevor er nicht dem Tío, dem Teufel des Berges und Geliebten von Pachamama, gehuldigt hat. Und die Bauern beten zu Mutter Erde, damit sie eine gute Ernte einfahren und vom Klimawandel verschont werden. Den spürt Bolivien. Die Anden-Gletscher schmelzen weg. Pachamama ist bedroht, aber auch Hoffnung des Landes. Denn in ihrem Boden schlummern Schätze wie das weltweit begehrte Leichtmetall Lithium. Gelingt der industrielle Abbau, wäre das der Weg mit Pachamama ins Glück.

Autor/in
Matthias Ebert
Regie
Matthias Ebert
Kamera
Thomas Aigner
Ton
David Rösch
Schnitt
Pia Mendez Blanco
Sprecher/in
Frank Stöckle
Grafik
Annette Bippus
Redaktion
Susanne Sterzenbach
Ralf Quibeldey