Kulturjournal

Montag, 21. September 2020, 22:45 bis 23:15 Uhr

Hass im Netz: Warum gerade Frauen zur Zielscheibe werden

Die Fridays-For-Future-Aktivistin Luisa Neubauer erlebt mit jeder öffentlichen Äußerung eine weitere Steigerung des Shitstorms im Netz. Die Kommentare verunglimpfen meist nicht ihre politische Meinung, sondern ihre Person. Sie sind oft sexistisch, erniedrigend und richten sich gegen sie als Frau. Janine Wissler, Fraktionsvorsitzende der hessischen Linkspartei und Kandidatin für den Bundesvorsitz ihrer Partei, ist Empfängerin mehrerer Drohschreiben mit dem Absender NSU 2.0. Darin: Beschimpfungen und die Drohung, dass ihr am "Tag X" die Polizei nicht helfen werde. Der "Tag X" ist eine rechtsterroristische Idee, die einen Bürgerkrieg herbeisehnt, in dem alle Gegner umgebracht werden. Wissler gehört zu den engagiertesten Kämpferinnen gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Die meisten Empfänger*innen der inzwischen zahlreichen Hassschreiben des NSU 2.0 sind Frauen. Doch wer sind die Hater, die Bedroher? Warum richtet sich der Hass so sehr gegen Frauen?

Von wegen Gleichberechtigung! Frauen im Kunstmarkt

Angela Bulloch steht vor dem Schloss Wolfsburg. © Lars Landmann / Courtesy Städtische Galerie Wolfsburg
Angela Bulloch war unter anderem Kunstpreisträgerin 2011 der Stadt Wolfsburg.

Sie unterrichtet an der Hamburger Kunsthochschule, ist auf Messen vertreten, hat Einzelausstellungen. Angela Bulloch ist in der Kunstwelt angekommen und etabliert. Erst durch die Recherchen des Kulturjournal hat sie angefangen, sich mit dem Fakt auseinanderzusetzen, dass es eine strukturelle Ungleichbehandlung von Künstlerinnen gibt: Auf der ART Cologne im letzten Jahr wurden 76 Prozent Werke von Männern gezeigt - und nur 24 Prozent von Frauen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2018 liegt der "Gender Pay Gap" in der Berliner Kunstszene bei 28 Prozent, somit verdienen Künstlerinnen knapp ein Drittel weniger als Künstler. Warum ist das so? Das Kulturjournal hat sich durch die Statistiken gewälzt - und spricht neben Angela Bulloch noch mit einer Hamburger Galeristin.

Feiern unter Corona-Bedingungen: Start des Reeperbahn-Festivals

Weitere Informationen
Menschen sitzen an Biertischen im abendlichen Sonnenlicht. © NDR Foto: Benjamin Hüllenkremer

Blog: So war das Reeperbahn Festival 2020

NDR Musikjournalist Matthes Köppinghoff war unterwegs: Mit ungewohnten Eindrücken, gelernter Routine im Umgang mit Corona-Regeln und 58.599 Schritten endet das Reeperbahn Festival 2020. mehr

Es ist das größte Clubfestival Europas: das Reeperbahn Festival. Über 100 Spielorte, über 50.000 Besucher, 600 Konzerte. Vom 16. bis 19. September findet auch dieses Jahr das Festival statt - unter Corona-Bedingungen. Masken und Abstand statt Tanzen und Menschenmassen. Wie ist es für Bands, unter solchen Bedingungen zu spielen? Wie empfinden die Besucher das Feiern unter Hygiene-Bedingungen? Das Kulturjournal begleitet die Band "Odd Couple" bei ihrem Auftritt, spricht mit einem Tontechniker und dem Veranstalter des Reeperbahn Festivals.

Abstand auf der Bühne: Spielzeit-Auftakt am Schauspiel Hannover

Weitere Informationen
Staatsoper Hannover © imago

Schauspiel und Staatsoper Hannover eröffnen neue Spielzeit

Das Schauspiel Hannover startet mit "Don Karlos" von Friedrich Schiller in die neue Saison; an der Staatsoper feiert eine Bearbeitung von Händels "Il Trionfo del Tempo e del Disinganno" Premiere. mehr

Wie spielt man eine Liebesszene, wenn man auf der Bühne 1,5 Meter Abstand halten muss? Wie stellt man eine enge Freundschaft zwischen zwei Männern dar, die sich seit Kindertagen kennen, vertrauen? Wie sehr greift Corona in den Theateralltag ein? Das Kulturjournal begleitet den Spielzeitauftakt mit der Premiere von "Don Karlos" am Schauspiel Hannover (18. September) und spricht mit Schauspielern, Regisseurin und Publikum.

Menschenfreund mit Kamera: Der Hamburger Fotograf Walter Schels

An den Schwarz-Weiß-Bildern von Walter Schels kann man das Leben studieren: Er fotografierte die Hände von Prominenten und schaffte überraschende Einblicke in ihre Persönlichkeit. Er porträtierte Transmenschen auf dem Weg zur Geschlechtsangleichung. Er machte Fotos von schwerkranken Hospizbewohnern - vor und nach ihrem Tod. Der 84-jährige Fotograf, der für seine klaren, geordneten Bilder und seine eindrücklichen Porträts gefeiert wird, ist ein großer Menschenkenner und Menschenfreund. Aber auch seine Tierfotos sind herausragend: Er fotografiert sie, weil sie sich vor der Kamera nicht verstellen können. Jetzt veröffentlicht Walter Schels gemeinsam mit seiner Frau Beate Lakotta eine Auswahl aus seinem Archiv als Memory-Spiele. Anlass für einen Atelierbesuch in Hamburg.

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile