Kulturjournal

Montag, 16. November 2020, 23:00 bis 23:30 Uhr

Schule in Zeiten von Corona: Wie geht es den Kindern?

Am 16. März in diesem Jahr wurden die Schulen landesweit geschlossen und sollten sehr lange nicht wieder aufmachen. Erst am 25. Mai öffneten sie zum Beispiel in Hamburg wieder ihre Türen. Wenn auch bis zu den Sommerferien, für die Schülerinnen und Schüler, nur an einem Tag in der Woche. In der gesamten Zeit zuvor war Home-Schooling angesagt. Damit kamen die Kinder unterschiedlich gut oder schlecht klar: Einige standen erst gegen Mittag auf, spielten die ganze Nacht Computerspiele, verließen in der ganzen Zeit kaum das Haus, kamen nicht an die frische Luft, machten keinen Sport. Nach den Sommerferien ging der Regelbetrieb wieder los und auch im jetzigen "Lockdown light" gehen die Kinder weiterhin zur Schule. Die NDR Autorin Alexandra Bidian hat vier Schüler der Stadtteilschule Mümmelmannsberg nun zum zweiten Mal getroffen, um zu sehen, wie es ihnen in dieser Pandemie ergeht. Zum ersten Mal hat sie die Jugendlichen einen ganzen Monat vor den Sommerferien begleitet. Daraus entstand der Film "Gestern war alles normal". Nun hat sie sie wieder aufgesucht, um zu sehen, wie sich die Schülerinnen und Schüler inzwischen im Regelbetrieb fühlen.

Acht Monate ohne Tanzen: Droht das Sterben der Clubs?

Tanzen, sich zur Musik gehen lassen, die Nacht durchfeiern. Mit vielen Menschen auf engem Raum. Klingt fast wie ein Relikt aus dunkler Vergangenheit. Denn Corona lässt genau das seit Monaten nicht zu. Die Clubs und Diskotheken konnten ihren Betrieb nicht wie normal weiterführen, mussten in Zeiten des Lockdowns schließen. Und auch außerhalb des Lockdowns war Tanzen nicht möglich. Einige Läden versuchten sich als Bar, stellten Sofas auf die Tanzflächen. Doch wie wird es weitergehen? Wie wird die Clubkultur nach der Pandemie aussehen? Wird es ein Clubsterben geben? Dabei sind Clubs vielmehr als nur Orte zum Tanzen, sie sind Orte der Freiheit. In der ARD-Themenwoche geht es in diesem Jahr um unsere Zukunft: #WIE LEBEN - BLEIBT ALLES ANDERS lautet der Titel. Wir fragen daher: Wie werden wir auch in der Hinsicht weiterleben, wie feiern, wie tanzen?

Museumsdetektive: Wie geht Lübeck mit kolonialem Raubgut um?

Es sind Relikte aus einer Kultur, die so nicht mehr existiert: Holzskulpturen, kostbare Schnitzereien und Ahnenfiguren der Pangwe aus Zentralafrika - ein ethnologischer Schatz, der in der Völkerkundesammlung der Stadt Lübeck schlummert. Wie die Werke in die Hansestadt kamen, ist klar: Anfang des letzten Jahrhunderts schickte das damals stolze Völkerkundemuseum den Forschungsreisenden Günter Tessmann auf eine Expedition, die nicht nur der Wissenschaft diente, sondern vor allem möglichst viele Werke für die große Sammlung sichern sollte. Handelt es sich bei den Objekten um Raubkunst? Das fragen sich jetzt Museumsdetektive in Lübeck und Gabun - und können dabei auf eine bemerkenswert gute Quellenlage zurückgreifen: Es gibt Tagebuchaufzeichnungen, Sammlungskataloge und viel originales Bildmaterial. Dabei stellt sich heraus: Die Geschehnisse von damals sind sehr viel komplexer als vermutet, die Antwort auf die Frage des rechtmäßigen Erwerbs der Gegenstände ist kompliziert. In der Reihe "Museumsdetektive - Auf den Spuren geraubter Kunst im Norden" berichtet das Kulturjournal in dieser Folge über den Umgang der Völkerkundesammlung der Lübecker Museen mit ihrem kolonialen Erbe.

"Sei kein Mann": Buch über toxische Männlichkeit

Er hat das Buch geschrieben, das er als Jugendlicher gern gelesen hätte: Denn Jungs stehen unter enormem Druck, einem Männlichkeits-Ideal zu entsprechen, bei dem Gefühle als Schwäche ausgelegt werden, sagt JJ Bola. Geboren in Kinshasa im Kongo, ist er als Kind nach London gekommen und wuchs dort in einer Brennpunktsiedlung auf. Er arbeitete als Sozialarbeiter mit Jugendlichen, die psychische Probleme haben. Obwohl Männer in unserer Gesellschaft die privilegierteren Positionen haben, leiden doch viele unter den starren Erwartungen, an denen manche zerbrechen. "Dasselbe System, das Männer in der Gesellschaft bevorzugt, ist am Ende auch das System, das sie einschränkt, ihr Wachstum hemmt und schließlich zu ihrer Zerstörung führt", schreibt Bola in seinem Buch "Sei kein Mann". Unser Buchtipp zum Internationalen Männertag am 19. November.

Pilze statt Plastik: Die Künstlerin und Forscherin Vera Meyer

Vera Meyer ist fasziniert von Pilzen und sie will die Welt mit ihnen verändern. Die Forscherin und Professorin an der Technischen Universität Berlin arbeitet daran, Pilze als Werkstoff der Zukunft zu entwickeln - nachhaltig und ökologisch. Das Pilzmaterial soll Beton, Styropor oder Plastik ersetzen. Kleidung, Möbel, selbst Häuser sollen daraus gebaut werden, eine faszinierende Vision. Was viele Menschen nicht wissen: Schon jetzt gibt es Pilze in vielen Produkten, wie zum Beispiel in zahlreichen Medikamenten von der Antibabypille bis zum Blutdrucksenker. Auch als Künstlerin arbeitet Vera Meyer mit Pilzen, sie kreiert kleine Skulpturen als spielerische Hommage. Das Kulturjournal porträtiert eine ungewöhnliche Frau mit einer klaren Mission: einer neuen Industrie der Pilze.

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
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