Kulturjournal

Montag, 06. Januar 2020, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 10. Januar 2020, 01:55 bis 02:30 Uhr

Leben mit humanoiden Robotern: Der Dokumentarfilm "Hi, Ai"

Einer für die Pflege, eine für den Service und eine für die Liebe. Wo Menschen fehlen, sind humanoide Roboter Partner der Zukunft. Ein beeindruckender Dokumentarfilm über künstliche Intelligenz zeigt, wie die Roboter das Leben revolutionieren werden. Chuck zum Beispiel hat sich eine neue Roboter-Freundin gekauft. Sie ist nicht nur Sexpartnerin, sie ist auch sehr gebildet und kann Literatur zitieren. In Tokio bekommt Großmutter Sakurai von ihrem Enkel Pepper geschenkt, einen Roboter, damit sie weniger allein ist. Die preisgekrönte Dokumentation von Regisseurin Isa Willinger zeigt, was heute schon möglich ist und fragt, wie man künftig mit künstlicher Intelligenz leben will. "Hi, Ai" lief erfolgreich im Kino und ist als DVD und Video-on-demand erhältlich.

Das Ende der Menschheit? Ein Buch über die Gefahren durch Artensterben und Bevölkerungswachstum

Es ist eine düstere Zukunftsvision: Der Hamburger Wissenschaftler Matthias Glaubrecht schreibt in seinem neuen, umfangreichen Buch über "Das Ende der Evolution". Selbst wenn der drohende Klimawandel aufgehalten werden sollte, so gibt es zwei weitere fundamentale Bedrohungen für die Erde: das Artensterben und das unkontrollierte Bevölkerungswachstum. Wenn sie weitergehen wie bisher, wird ein Leben auf der Erde unmöglich. Matthias Glaubrecht ist Professor für Biodiversität und Gründungsdirektor des Hamburger Centrums für Naturkunde der Universität Hamburg. Im Kulturjournal spricht er über die großen Bedrohungen der Zukunft und darüber, wie der Kollaps vielleicht doch noch verhindert werden kann.

Die Stadt der Zukunft: Ein Projekt für mehr Bürgerbeteiligung

Wie die Stadt der Zukunft aussehen soll, entscheidet sich oft schon heute, wenn Stadtplaner und Architekten ihre neuen Entwürfe machen. Umso wichtiger, dass auch die Bürgerinnen und Bürger einen Einblick bekommen und in die Entscheidungen miteinbezogen werden. Dafür gibt es jetzt in Hamburg ein neues Projekt: Das CityScienceLab der HafenCity Universität Hamburg hat ein neues digitales Stadtmodell entworfen und mit Daten über Verkehrsbewegungen, Architektur oder Energieverbrauch gefüttert. Die Stadtentwicklung kann so errechnet und visualisiert werden: Wie würde die Stadt zum Beispiel aussehen, wenn es keine privaten Autos mehr gibt? Wie sieht der Energieverbrauch von Privathaushalten aus? Oder wie viele denkmalgeschützte Häuser gibt es? Die Bürgerinnen und Bürger können an dem digitalen Stadtmodell Ideen entwickeln oder auch Kritik an bestehenden Plänen formulieren.

Tanz auf dem Vulkan? Die neuen Zwanzigerjahre

Es brechen die 2020er-Jahre an, aber ob sie "golden" werden wie die 1920e-Jahre? Auf jeden Fall faszinieren die sogenannten Roaring Twenties: Zwanzigerjahre-Partys und Serien wie "Babylon Berlin" sind en vogue. "Berlin, Berlin" heißt eine neue Show, die im Dezember 2019 im Berliner Admiralspalast Premiere hatte und ab Februar 2020 auf Kampnagel in Hamburg zu sehen sein wird. Da wird das Lebensgefühl von vor 100 Jahren gefeiert, die "goldenen Zwanziger". Damals wie ein Tanz auf dem Vulkan, bevor die junge Demokratie dann in Weltwirtschaftskrise und Nazidiktatur abstürzte. Welche Parallelen zu damals gibt es jetzt, 100 Jahre später? Die Hamburger Historikerin Kirsten Heinsohn erklärt, was die Faszination dieser Zeit ausmacht und ob sich die Geschichte in Zyklen wiederholt.

Zukunftsklänge: Roboter-Musiker und Computer-Kompositionen

Der Gitarrist heißt Fingers, der Bassist Bones, der Schlagzeuger Stickboy. Compressorhead aus Berlin gibt Konzerte wie ganz normale Bands, aber die drei Musiker sind keine Menschen, sondern Roboter. Gut 40 Jahre nachdem Kraftwerk "Wir sind die Roboter" gesungen haben, gibt es inzwischen tatsächlich ganz unterschiedliche Maschinen, die Musik spielen und auch komponieren, von Heavy Metal bis Klassik. So errechnet das selbstlernende Computerprogramm AIVA sinfonische Stücke für Orchester und Werke für Klavier. Werden menschliche Musiker also irgendwann überflüssig? Oder können sich Mensch und Maschine künstlerisch befruchten? Das Kulturjournal diskutiert diese Fragen und stellt die Compressorhead und AIVA vor.

So schön war die Zukunft: Die spektakulären Prognosen der 1960er- und 1970er-Jahre

Reisen zum Mars, die 25-Stunden-Woche oder die Abschaffung der Krankheiten: Alles schien möglich in den 1960er- und 1970er-Jahren. Die Zukunft stellte man sich in den schönsten Farben vor, auch wenn das Fernsehen teilweise noch in Schwarz-Weiß war. Menschliche Organe, so hoffte man, lässt man einfach nachwachsen. Und Unterwasserfarmen sollten ein Fünftel aller Lebensmittel produzieren. Umweltprobleme oder gar Klimawandel spielten noch keine Rolle. Nur die Angst vor dem Atomkrieg dämpfte den optimistischen Zukunftsglauben. Das Kulturjournal blickt zurück: So schön sollte die Zukunft sein, die heute Gegenwart ist.

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile