Kulturjournal

Montag, 30. September 2019, 22:45 bis 23:15 Uhr

Kulturjournal vom 30.09.2019 mit Julia Westlake.

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Der Missbrauch und die Kirche: Diskussion um den Film "Gelobt sei Gott" in Osnabrück

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"Gelobt sei Gott": Der Missbrauch und die Kirche

Ein Priester vergeht sich jahrzehntelang an Jungen und ein Kardinal deckt ihn. Der Film "Gelobt sei Gott" beruht auf einer wahren Geschichte: einem der größten Missbrauch-Skandale. Video (05:03 min)

Volles Kino bei der Vorpremiere des preisgekrönten Spielfilmes "Gelobt sei Gott" und anschließender Diskussion zum Thema Mißbrauch, zu der das Bistum Osnabrück geladen hatte! Der Kinofilm von Regisseur Francois Ozon beruht auf einer wahren Geschichte - einem der größten Missbrauch-Skandale Frankreichs. Ein Priester, der sich jahrzehntelang an Jungen verging und vom Kardinal Barbarin von Lyon gedeckt wurde. Barbarin wurde wegen Vertuschung inzwischen zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Jetzt läuft "Gelobt sei Gott" auch in deutschen Kinos, zur Vorpremiere gab es am 25. September eine Diskussion in Osnabrück mit Psychologen und Theologen des dortigen Bistums. Missbrauchs-Fälle gibt es auch in diesem Bistum, immer wieder werden neue Fälle bekannt, zuletzt in diesem Monat. Das Bistum Osnabrück hat eine externe Untersuchungskommission eingerichtet.

Die Deutschen und ihr Wald: Was tun angesichts des Waldsterbens 2.0?

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Waldsterben 2.0: Was sollen wir tun?

Der Wald ist deutscher Mythos und eine Art Nationalheiligtum. Doch heute taugt er kaum noch zum romantischen Sehnsuchtsort, ist eher kapitalisierte Holzware. Wie können wir ihn retten? Video (04:34 min)

Es ist so weit. Wir sind mitten im Waldsterben 2.0. Die Bundesministerin ruft zum "Nationalen Waldgipfel", verspricht sofortiges Handeln und stellt seitens der Regierung 547 Millionen Euro in den kommenden vier Jahren in Aussicht. Und es geht dabei um sehr viel mehr als um Holz-Ernteausfall oder Schadensbegrenzung. Es geht um den Klimawandel, der dem Wald zusetzt - und es geht um einen Mythos: den deutschen Wald, den es zu retten gilt. Doch wie soll das gelingen? Indem man ihn einfach in Ruhe lässt, sagt Peter Wohlleben, Förster und Bestsellerautor. Denn nur so können sich die Wälder regenerieren und wieder zu ihrer ursprünglichen Beschaffenheit zurückkehren. Das Kulturjournal fragt nach: Ist es wirklich so einfach?

Nackte Handwerksgesellen: Ungewöhnliche Foto-Ausstellung in Lüneburg

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Nackte Handwerksgesellen in Lüneburg

Dieselbe Kluft, strenge Regeln, jahrhundertealte Tradition: Das Museum Lüneburg zeigt Fotos von Menschen auf der Walz - einmal traditionell und einmal in ungeschützter Nacktheit. Video (05:10 min)

Seine Weste ist sein Schlafzimmer und die Jacke sein Wohnzimmer. Die "Kluft gibt mir ein Zuhause", sagt Roland. Er kommt ursprünglich aus Rostock und ist einer von circa 500 Wandergesellen, die jährlich von Deutschland aus auf Walz gehen - Handwerkergesellen, die sich für Kost und Logis überall in Europa und der Welt verdingen. Drei Jahre lang, immer in derselben Kluft, ohne Smartphones und Laptop. Drei Jahre, in denen sie sich nur auf 50 Kilometer ihrem Heimatort nähern dürfen. Denn es herrschen strenge Regeln - und viele althergebrachte Traditionen, auch wenn jetzt auch Frauen auf Wanderschaft gehen dürfen. Umso provokanter sind die Fotos, die jetzt in Lüneburg von den Menschen auf der Walz zu sehen sind: Doppelporträts, von denen je eins die Gesellen in traditioneller Kluft mit Knotenstock und Reisebündel zeigen - und eins in ungeschützter Nacktheit. (Kluft & Haut. 40 Porträts junger Menschen auf der Walz, Museum Lüneburg, 24. September bis 27. Oktober 2019)

Heldensage als Unterhaltungsrevue: Die "Nibelungen" im Schauspielhaus Hamburg

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"Nibelungen": Heldensage als Unterhaltungsrevue

Normalerweise sind die "Nibelungen" eine ernste Angelegenheit. Jetzt kommt der Stoff um Brunhilde, Kriemhild und Siegfried ganz anders auf die Bühne - als ironische Musikrevue. Video (04:40 min)

Normalerweise sind die "Nibelungen" ja eher eine ernste Angelegenheit, ob als "deutsches Trauerspiel" bei Friedrich Hebbel, als Opernzyklus bei Richard Wagner oder als monumentaler Stummfilm bei Fritz Lang. Jetzt kommt der Stoff um Brunhilde, Kriemhild oder Drachentöter Siegfried ganz anders auf die Bühne - als ironische Musikrevue: "Die Nibelungen - allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie". Die Inszenierung am Hamburger Schauspielhaus ist angelehnt an eine Radioshow: Die Bühne sieht aus wie ein Tonstudio, die Schauspieler spielen Radiomoderatoren und -musiker, die dann wiederum in die Rollen der Nibelungen schlüpfen. Klingt kompliziert, ist aber vor allem sehr komisch, wenn deutsches Heldentum, amerikanische Radioshow und viel Popmusik aufeinandertreffen. Die Regisseure Barbara Bürk und Clemens Sienknecht haben auf diese Weise schon "Effi Briest" und "Anna Karenina" auf die Bühne gebracht, beide Inszenierungen wurden vom Publikum gefeiert. Das Kulturjournal stellt den Abschluss ihrer Schauspielhaus-Trilogie vor.

Parallelwelt voller Witz und Schönheit: Robin Rhode im Kunstmuseum Wolfsburg

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Robin Rhode: Parallelwelt voller Witz und Schönheit

"Zeichne ein Fahrrad und dann versuche es zu fahren." Der Künstler Robin Rhode fing mit einfachen Wandzeichnungen an. Daraus machte er Performances, Foto- und Videoarbeiten. Video (02:58 min)

"Zeichne ein Fahrrad und dann versuche es zu fahren" - der südafrikanische Künstler Robin Rhode, 1976 in Kapstadt geboren, fing mit einfachen Wandzeichnungen an, daraus machte er Performances, Foto- und Videoarbeiten. Zusammen mit seiner "Art Army", benachteiligten Jugendlichen aus Johannesburg, schaffte er mit diesen einfachen Mitteln eine Parallelwelt voller Witz, Schönheit und poetischer Tiefe. Im Kunstmuseum Wolfsburg ist seine Ausstellung "Memory is the Weapon" jetzt bis zum 9. Februar 2020 zu sehen. Das Kulturjournal hat Robin Rhode vorab in seinem Atelier besucht.

Meister der Metamorphosen: Kinofilm über den Künstler M.C. Escher

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Meister der Metamorphosen: M.C. Escher

M.C. Escher ist eine Ikone, seine Grafiken sind weltbekannt. Die Doku "M.C. Escher - Reise in die Unendlichkeit" erweckt seine Bilder zum Leben und lässt den Künstler auch selbst sprechen. Video (03:36 min)

Unmögliche, endlose Treppen. Wasser, das bergauf fliesst. Vögel, die sich in Fische verwandeln. Hände, die sich gegenseitig zeichnen. Paradox! M.C. Escher (1898-1972) ist eine Ikone, seine Grafiken sind weltbekannt. Der Dokumentarfilm "M.C. Escher - Reise in die Unendlichkeit" (Kinostart 10. Oktober) erweckt Eschers Bilder mit Animationen zum Leben und lässt den niederländischen Künstler anhand von Briefen, Tagebuchaufzeichnungen und Notizen selbst zu Wort kommen (gesprochen von Matthias Brandt). Was inspirierte ihn? Woher kamen seine Ideen? Ein faszinierender Einblick in den Escher-Kosmos!

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Katja Theile
Moderation
Julia Westlake