Kulturjournal

Montag, 24. Juni 2019, 22:55 bis 23:25 Uhr
Freitag, 28. Juni 2019, 02:00 bis 02:30 Uhr

Eine Spur der Verwüstung: Der Dokumentarfilm "Erde" über Raubbau an unserem Planeten

Bergbau, Fracking, Siedlungsbau, Straßen - der Mensch verbraucht nicht einfach Fläche, er zerstört die Erdoberfläche zum Teil unwiederbringlich. Täglich (sic!) werden rund 160 Millionen Tonnen Gestein bewegt, die Haut unseres Planeten ist aus der Luft wie vernarbt. Der Dokumentarfilm "Erde" schaut in langen, penetrierenden und erschreckenden Einstellungen auf die Zerstörung und spricht mit den Menschen, die diese Arbeiten verrichten. Was denken sie über die Veränderung, über die Prägung der Welt durch den Menschen? Wie fühlen sie sich dabei, wäre es auch anders denkbar? Der Film ist ein beeindruckendes Plädoyer gegen den Raubbau an der Natur durch den Menschen.

Neue Bestimmung, neues Leben: Guts- und Herrenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern

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Neues Leben für Gutshäuser im Norden

Herrenhäuser sind romantisch, doch rund ein Drittel der einstigen Adelssitze in Mecklenburg Vorpommern verfällt. Wie toll, dass es Menschen gibt, die diese Häuser zum Leben erwecken. Video (05:33 min)

Es ist eine beeindruckende Zahl: In Mecklenburg-Vorpommern gibt es mehr als 2.000 Guts- und Herrenhäuser. Ein jedes hat seine eigene Geschichte, ist unterschiedlich erhalten, unterschiedlich genutzt - und gehört unterschiedlichen Eigentümern. Gerade in den letzten Jahren haben auch viele Privatleute Häuser erworben und hergerichtet. Ungefähr die Hälfte der Gebäude steht unter Denkmalschutz. Ein Drittel davon wird touristisch genutzt, ein Drittel ist gesichert und ein Drittel verfällt. Um die einstigen Adelssitze zu erhalten, braucht es viel Leidenschaft und oft einen langen Atem - von Geld und Planung ganz zu schweigen. Um für dieses Kulturgut zu sensibilisieren, gibt es seit über zehn Jahren das "lange Wochenende der nordischen Guts- und Herrenhäuser" - und das Kulturjournal ist diesmal mit dabei und diskutiert im Rahmen der aktuellen NDR Debatte: "Wie viel Denkmalschutz brauchen wir?"

Weltliteratur aus Hannover: Hausbesuch bei Fernando Aramburu

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Hausbesuch bei Fernando Aramburu

Nach seinem Bestseller "Patria" hat Fernando Aramburu nun ein neues Buch veröffentlicht. In "Langsame Jahre" erzählt er von einem Jungen, der in eine fremde Stadt kommt. Unfreiwillig. Video (05:10 min)

Er ist einer der wichtigsten Schriftsteller aus Spanien, aber er lebt schon seit über drei Jahrzehnten in Hannover. Fernando Aramburu ist 1984 nach Norddeutschland gekommen, weil er in Saragossa ein deutsches Mädchen, seine heutige Ehefrau, kennengelernt hatte. Literarisch befasst sich Aramburu aber weiter vor allem mit seiner Heimat, dem Baskenland. In seinem großen internationalen Bestseller "Patria" hatte er über den langen Schatten der Untergrundorganisation ETA geschrieben. Nun erscheint sein neues Buch: "Langsame Jahre". Darin erzählt er die Geschichte einer baskischen Familie zur Zeit der Franco-Diktatur: Die Tochter wird ungewollt schwanger, der Sohn verstrickt sich im politischen Widerstand. Der Clou des Buches: Arumburu stellt die fiktiven Berichte eines Jungen aus der Familie mit den Notizen eines Schriftstellers gegenüber. Das Kulturjournal besucht Aramburu in seiner Wahlheimat Hannover und stellt seinen neuen Roman vor: "Langsame Jahre" ist unser NDR Buch des Monats im Juli.

Katastrophen und Utopien: Gamer-Roman "Miami Punk" von Juan S. Guse

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Was passiert mit Gamern ohne Spiel?

Was passiert mit Gamern, wenn man ihnen ihr Spiel nimmt? Juan S. Guse ist selbst Gamer - und Soziologe. In "Miami Punk" erzählt er von Menschen, deren Leben an Bedeutung verloren hat. Video (03:30 min)

Miami ohne Meer - das ist das Setting von Juan S. Guses zweitem Roman, den die "Zeit" das "irrste deutsche Buch des Jahres" nennt. Über Nacht ist Floridas Rentnerparadies von einer Hafenstadt zur Wüstenstadt mutiert. Die Wirtschaft sitzt auf dem Trockenen, die Menschen haben ihre Arbeit verloren. In der einst blühenden Metropole findet ein Counterstrike-Turnier statt, zu dem auch ein E-Sport-Team aus Wuppertal anreist. Furios entfaltet der gerade mal 30-jährige Absolvent des Literaturinstituts Hildesheim die wilde Welt der Gamer und Games, in der sich "virtual reality" und Wirklichkeit durchdringen. Das Kulturjournal hat Juan S. Guse getroffen und mit ihm im Hannoveraner Ihme-Zentrum - dem Vorbild für einen Betonkomplex, einem Spielort im Roman - über Katastrophen, Utopien und den Reiz von Ballerspielen gesprochen.

Family, Friends: Hamburger Festival um Starpianistin Martha Argerich

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Hamburger Festival um Starpianistin Argerich

Sie ist ein absoluter Klassik-Superstar: die Pianistin Martha Argerich. Gerade ist sie in Hamburg und gestaltet beim Martha Argerich-Festival ihr ganz eigenes Programm. Video (05:17 min)

Den "Symphonikern Hamburg" ist es gelungen, einen Weltstar für ein eigenes Festival nach Norddeutschland zu holen: Eineinhalb Wochen lang gestaltet Star-Pianistin Martha Argerich in Hamburg ein eigenes Programm mit ganz unterschiedlichen Besetzungen: als Solistin, im Ensemble und mit Orchester. Musik von Bach bis Bernstein. Dazu lädt Argerich befreundete Solisten ein, wie Khatia Buniatishvili oder Guy Braunstein. Und auch ihre Musikerfamilie ist mit dabei, unter anderem Ex-Ehemann Charles Dutoit, Tochter Lyda Chen und sogar schon ein Enkel. Das "Martha Argerich-Festival" (20. bis 30. Juni), veranstaltet mit den Symphonikern und ihrem neuen Chefdirigenten Sylvain Cambreling, wird so zum Familienunternehmen im allerbesten Sinne - und auf Weltklasse-Niveau. Das Kulturjournal besucht die ersten Proben und das Auftaktkonzert in der Hamburger Laeiszhalle.

Wahr. Schön. Gut. - Julia Westlake und der Kulturaufreger der Woche

Wer hat uns besonders aufgeregt? Was hat uns amüsiert? Und wo lauert die nächste Gefahr für Kunst, Kultur und Gesellschaft? Julia Westlake kommentiert den kulturellen Aufreger der Woche. Sie sucht das Wahre, Schöne, Gute und findet oft das Gegenteil.

Weitere Informationen

Wahr. Schön. Gut. - Kurzkultur mit Meinung!

Julia Westlake kritisiert das aktuelle Kulturgeschehen: Mini-Verrisse über skurrile Abgründe der menschlichen Schaffenskraft - jeden Montag neu. mehr

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Katja Theile
Moderation
Julia Westlake