Kulturjournal

Montag, 15. April 2019, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 19. April 2019, 02:00 bis 02:30 Uhr

Von Bremen in die Welt - Neue Dokumentation über James Last

Seine leicht swingende Unterhaltungsmusik wurde manchmal belächelt, aber so erfolgreich wie er war sonst kaum ein deutscher Musiker: James Last, genannt Hansi, eroberte mit seinem "Happy Sound" die Welt, verkaufte Schallplatten bis nach China, Südafrika oder Australien. Stars wie Caterina Valente oder Freddy Quinn arbeiteten mit ihm, aber auch die Band "Fettes Brot". Quentin Tarantino entdeckte seine Musik für den Soundtrack von "Kill Bill". Am 17. April 2019 wäre James Last 90 Jahre alt geworden. Wie wurde aus dem Bremer Jungen ein internationaler Superstar? Was machte seine Musik so populär? In einer neuen Dokumentation sprechen neben seiner zweiten Ehefrau Christine und seinem Sohn Ron viele Freunde und Wegbegleiter, unter anderem Wencke Myhre, Katja Ebstein, Olli Dittrich und Udo Lindenberg. Der Film "James Last - Mit Happy Music um die Welt" von Thomas Macho läuft am Samstag, den 20. April, um 23.30 Uhr im NDR Fernsehen.

Nordische Lovestory - Ein Tag mit der Band "Fettes Brot"

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Ein Tag mit ... Fettes Brot

Als sie Anfang 20 waren, kam mit dem Hit "Nordisch by Nature" der große Durchbruch. Inzwischen sind die Musiker von Fettes Brot Mitte 40. Was macht so eine Band den ganzen Tag? Video (05:26 min)

Sie sind "Nordish by nature", sie bezeichneten sich als "Schwule Mädchen" und sangen schon mit James Last. Fettes Brot sind erfolgreich und sowas wie Norddeutschlands Vorzeige-Rapper: Sie machen eingängigen Hip-Hop ohne aufgesetzte Gangster-Attitüde und Macho-Gehabe, ohne Frauenfeindlichkeit oder Homophobie. Ihr Publikum wurde mit ihnen erwachsen, auf ihren Konzerten sind 15- bis 65-Jährige. Aber wie sieht so ein Arbeitstag einer Rap-Combo aus, etwa wenn sie ein Video drehen? Das Kulturjournal verbrachte "Einen Tag mit ... Fettes Brot" bei den Vorbereitungen zu ihrem neuen Album "Lovestory", das Anfang Mai erscheint.

100 Jahre Bauhaus im Norden - Design-Pionier Hin Bredendieck aus Aurich

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Hin Bredendieck: Ein Bauhäusler aus Aurich

Hin Bredendieck ist ein Pionier des Industriedesigns. Der Auricher studierte am Bauhaus in Dessau, lange galt sein Nachlass als verschwunden. Nun wird sein Werk in Oldenburg gewürdigt. Video (04:25 min)

Begraben ist er zwar in seiner Heimatstadt Aurich - doch schon früh zog es ihn fort. Er studierte am Bauhaus in Dessau, arbeitete in Berlin, der Schweiz und schließlich ging er ans New Bauhaus in Chicago: Hin Bredendieck. Er ist ein Pionier des Industriedesigns, und lange bevor ein schwedisches Möbelhaus mit Möbeln als fertige Bausätze ungemein erfolgreich wurde, entwickelte Bredendieck schon eben solche. Es ging ihm vor allem darum, benutzerorientiert zu designen. Konsequent verfolgte er damit die ursprünglichen Ideen des Bauhauses. Heute ist Hin Bredendieck hierzulande nur wenig bekannt. Das will eine Ausstellung im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Oldenburg jetzt ändern: "Zwischen Utopie und Anpassung - Das Bauhaus in Oldenburg" (27. April bis 4. August). Erstmals wurde der Nachlass von Bredendieck dafür gesichtet und aufbereitet. Das Kulturjournal ist beim Aufbau der Ausstellung mit dabei.

Andauerndes Unrecht - Wie die Erben von Max Emden noch immer um seine Kunstschätze kämpfen

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Nazi-Opfer Emden: Erben wollen Gerechtigkeit

Der jüdische Kaufmann Max Emden besaß zahlreiche Kaufhäuser und eine Kunstsammlung - bis die Nazis ihn zu Notverkäufen zwangen. Schon lange kämpfen seine Erben um Gerechtigkeit. mehr

Es war ein privilegiertes Leben, ein Leben in Luxus, aber auch ein großzügiges Stifterleben, das der jüdische Kaufmann Max Emden führte. Er besaß zahlreiche Immobilien und Kaufhäuser, wie das KaDeWe in Berlin oder Oberpollinger in München. Er trug eine stattliche Kunstsammlung zusammen und stiftete der Freien und Hansestadt Hamburg den ersten Golfclub und Poloclub - bis die Nationalsozialisten ihn nach und nach enteigneten und zu Notverkäufen aus seiner Kunstsammlung zwangen. Zwei Bilder daraus befinden sich heute im Besitz der Bundesrepublik. Erst kürzlich hat die Beratende Kommission der Bundesregierung die Rückgabe empfohlen - über zwanzig Jahre nach Unterzeichnung der Washingtoner Erklärung und nach langem Kampf der Erben. Eigentlich ein Skandal! Jetzt zeichnet ein Dokumentarfilm den Fall Emden auf: "Auch Leben ist eine Kunst - Der Fall Emden" (Filmstart 25. April). Das Kulturjournal berichtet über ein andauerndes Unrecht.

Liebesbriefe aus Stalingrad - Johannes Böhme über die Lebensgeschichte seiner Großmutter

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Worte für das Kriegstrauma einer Generation

In "Das Unglück schreitet schnell" schreibt Johannes Böhme mit großer Offenheit über das Leben seiner Großmutter. Er bringt uns nahe, wie der Krieg Menschen bricht. Unser NDR Buch des Monats. mehr

Johannes Böhme, 1987 geboren, aus Pinneberg bei Hamburg, hat nach dem Tod seiner Großmutter Liebesbriefe ihres ersten Mannes gefunden, der als Soldat im Zweiten Weltkrieg war. Der letzte Brief stammt aus Stalingrad im Januar 1943. Böhme wunderte sich darüber, warum er kein herzliches Verhältnis zu seiner Oma hatte, warum sie ihm so rätselhaft blieb. Für sein jetzt erschienenes Buch "Das Unglück schreitet schnell" hat Johannes Böhme in der eigenen Familie nachgeforscht, aber auch anderthalb Jahre in Archiven recherchiert, 300 Briefe der beiden gelesen und sich auf die Reise gemacht nach Russland, auf den Spuren des Wehrmachtssoldaten. Er erzählt vom Alltag im Krieg, von ganz normalen Leuten, was sie dachten, wie sie liebten. Und zeigt, wie die unbearbeiteten Traumata der Kriegsgeneration auch die nächsten Generationen noch überschatten.

Wahr. Schön. Gut. Julia Westlake kommentiert die Kulturwoche

Wer hat uns besonders aufgeregt? Was hat uns amüsiert? Und wo lauert die nächste Gefahr für Kunst, Kultur und Gesellschaft? Julia Westlake kommentiert den kulturellen Aufreger der Woche. Sie sucht das Wahre, Schöne, Gute und findet oft das Gegenteil.

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Wahr. Schön. Gut. - Kurzkultur mit Meinung!

Julia Westlake kritisiert das aktuelle Kulturgeschehen: Mini-Verrisse über skurrile Abgründe der menschlichen Schaffenskraft - jeden Montag neu. mehr

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Katja Theile
Moderation
Julia Westlake