Kulturjournal

Montag, 03. Dezember 2018, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 07. Dezember 2018, 02:00 bis 02:45 Uhr

Julia Westlake. © NDR/Kulturjournal

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"Wir kündigen den Generationenvertrag": Warum die Jugend aufbegehrt

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05:11

Generationenvertrag: Die Jugend begehrt auf

03.12.2018 22:45 Uhr

Noch zahlen die Jungen die Rente der Älteren. Doch das System droht zu kippen. Der Jugendrat der Generationen-Stiftung sagt: „Wir kündigen den Generationenvertrag!" Das kommt nicht überall gut an. Video (05:11 min)

Sie wollen nicht mehr, sind wütend: der Jugendrat der Generationen-Stiftung. Sie halten die Politik der Älteren für gefährlich, den Generationenvertrag für inakzeptabel. Der Grund: Ihrer Meinung nach hält ihn die ältere Generation, mit ihrer Art zu wirtschaften und Politik zu machen, schon längst nicht mehr ein. Daher nun ihre radikale Kampagne: "Wir kündigen den Generationenvertrag". Sie monieren, dass überall an den Schaltstellen der Macht alte Leute sitzen, die Politik machen, die die nachfolgende Generation noch jahrelang betreffen wird. Das Problem: Es wird vor allem für die ältere Generation Politik gemacht. Denn bei der letzten Bundestagswahl stellten inzwischen die Menschen, die 70 Jahre und älter sind, die größte Wählergruppe. Und bereits 2030 werden in Deutschland halb so viele Rentner wie Erwerbstätige leben. Schuld: der demografische Wandel. Doch was tun? Das Kulturjournal spricht mit einer Vertreterin des Jugendrates und mit CDU-Politiker Hermann Gröhe, Mitglied der Rentenkommission "Verlässlicher Generationenvertrag".

Astrid Lindgrens frühe Jahre: Ein neuer Spielfilm über die legendäre Schriftstellerin

Filmtipp

"Astrid": Berührender Film über Lindgrens Leben

Die dänische Regisseurin Pernille Christensen zeichnet in ihrem Film "Astrid" ein Porträt der weltbekannten Kinderbuch-Autorin Astrid Lindgren. Sie zeigt deren wenig bekannte Seite. mehr

Sie hat weltweit so viele Kinder glücklich gemacht mit ihren Geschichten. Doch mit ihrem eigenen Kind hatte sie eine so unglückliche Geschichte. Mit nur 18 Jahren wird Astrid unverheiratet schwanger - von ihrem verheirateten Chef. Ein unaussprechlicher Skandal im Schweden der 1920er-Jahre. Sie ist Volontärin der Tageszeitung, ihr Chef befürchtet, wegen "Hurerei" ins Gefängnis zu kommen. Deshalb ist Astrid gezwungen, ihren Sohn anonym zur Welt zu bringen und reist zur Geburt ins dänische Kopenhagen in das einzige Krankenhaus Skandinaviens, in dem Frauen anonym Kinder zur Welt bringen dürfen. Am 4. Dezember 1926 wird ihr Sohn Lars, genannt Lasse, geboren. Keine drei Wochen später muss Astrid ihr Baby bei einer Pflegemutter zurücklassen, es zerreißt ihr das Herz. Astrid verdingt sich in Stockholm als Aushilfssekretärin und sehnt sich nach Lasse. Die Fahrt zu ihm ist jedoch kostspielig, deshalb kann sie nicht oft hin. Erst als der Kleine drei Jahre alt ist, kann sie ihn endlich zu sich holen, doch anfangs lehnt er sie ab, er kennt sie ja kaum. Astrid lebt gegen die Konventionen, ist auf sich gestellt und eine eigenwillige, starke Frau - wie ihre Heldin Pippi Langstrumpf. "Astrid" ist ein berührender Film über die frühen, schweren Jahre der bekanntesten Kinderbuchautorin der Welt. Am 6. Dezember kommt ihr Leben ins Kino, großartig gespielt von Alba August.

Die vielen Seiten des Helmut Schmidt: Bilder des Hamburger Fotografen Volker Hinz

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03:28

Helmut Schmidt: Fotografien von Volker Hinz

03.12.2018 22:45 Uhr

Über 40 Jahre lang hat er Helmut Schmidt begleitet. Dabei sind dem Hamburger Fotografen Volker Hinz Aufnahmen von ungewöhnlichen und fast intimen Momenten gelungen. Video (03:28 min)

Eigentlich sollte es genügend Fotos von ihm geben - von dem Mann, der Hamburg aus der Flut rettete, der RAF die Stirn bot und für den NATO Doppelbeschluss kämpfte, dabei immer mal wieder mit seiner Partei kämpfte und eigentlich ständig rauchte - auch als es schon das offizielle Rauchverbot gab: Helmut Schmidt. Doch dem Hamburger Fotografen Volker Hinz sind über all die Jahre Aufnahmen von ganz privaten, ungewöhnlichen und fast intimen Momenten gelungen. Das Kulturjournal spricht mit Volker Hinz über seine Begegnungen mit Helmut Schmidt, der am 23. Dezember 100 Jahre alt geworden wäre. Hinz hatte den legendären (Alt-) Bundeskanzler von 1971 bis 2008 "Immer im Blick" - und so heißt denn auch die Ausstellung der Porträts (Multiple Box, Hamburg, bis 5. Januar).

Ein literarischer Adventskalender: Das NDR-Buch des Monats von Jan Brandt

Buchtipp

NDR Buch des Monats: "Der magische Adventskalender"

Der preisgekrönte, in Leer geborene Autor Jan Brandt legt mit "Der magische Adventskalender" eine zauberhafte Weihnachtsgeschichte vor - für Kinder und auch für Erwachsene. mehr

Es gibt sie in vielen Farben und Formen, gefüllt mit Schokolade, Spielzeug oder auch Kosmetikartikeln: Adventskalender, die die Wartezeit bis Weihnachten verschönern sollen. Der Schriftsteller Jan Brandt hat jetzt einen literarischen  Adventskalender veröffentlicht, mit einer zauberhaften Weihnachtsgeschichte in 24 Kapiteln für junge und alte Leserinnen und Leser. Im Mittelpunkt steht Jonas, seit dem Tod der Mutter macht er es seinen Mitmenschen nicht leicht: Er kommt zu spät, ist egoistisch, benimmt sich schlecht in der Klasse. Nachdem er einen magischen Weihnachtskalender aus Holz findet, stellt er aber fest, dass er die 24 Türen nicht alleine öffnen kann. Jeden Tag muss er neu herausfinden, welcher Bewohner seines Heimatorts ihm jeweils dabei helfen muss. Am Ende lernt er nicht nur neue Menschen kennen - sondern auch viel über sein Leben und seine Familie. Das Buch "Der magische Adventskalender" mit Illustrationen von Daniel Faller ist unser NDR Buch des Monats im Dezember.

Wie zwei Deutsche dem Jazz auf die Sprünge halfen: Der Dokumentarfilm "It Must Schwing"

Filmtipp

Spannendes Doku-Drama über Blue Note Records

Jetzt auch im Fernsehen: Zwei Deutsche gründen nach ihrer Flucht Blue Note Records. "It Must Schwing!" erzählt, wie schwarze Musiker zum ersten Mal eine künstlerische Heimat bekommen. mehr

Was für eine Geschichte: Zwei junge jüdische Jazz-Fans müssen vor den Nazis aus Deutschland fliehen. Und in den USA leiten sie eines der wichtigsten Platten-Label der Welt, die legendären Blue Note Records. Alfred Lion und Francis Wolff kamen in den 1930er-Jahren von Berlin nach New York und gründeten völlig mittellos ihre kleine Plattenfirma. Sie waren keine Musiker, aber sie wussten, wie man die besten Aufnahmen macht - und wie guter Jazz klingen muss: "It must Schwing!". In einer Zeit, in der afro-amerikanische Musiker in den USA immer noch unter Diskriminierung und Ausgrenzung litten, wurden sie bei Blue Note als gleichberechtigte Künstler respektiert. Viele von ihnen - wie Miles Davis, Herbie Hancock, John Coltrane, Thelonious Monk und Quincy Jones - wurden zu Stars. Der Dokumentarfilm "It must schwing!" von Eric Friedler erzählt jetzt die einzigartige "Blue Note-Story". Die NDR Produktion kombiniert Interviews mit Musikern und erstmals gezeigtes Archivmaterial mit eindringlichen Animationssequenzen. Am Sonntag, den 9. Dezember, um 23.35 Uhr im Ersten.

Der Norden liest - Mit Dörte Hansen in Husum

Weitere Informationen

Dörte Hansen: Mittagsstunde

07.12.2018 19:30 Uhr
Husumhus Husum

Nach ihrem großen Erfolg mit "Altes Land" lässt Dörte Hansen zum zweiten Mal ein Dorf lebendig werden, mitsamt seinen wetterfesten Bewohnerinnen und Bewohner. mehr

Mit "Altes Land" gelang Dörte Hansen vor drei Jahren ein Sensationserfolg, ihr Debütroman war Jahresbestseller 2015. Ihr neues Buch "Mittagsstunde" ist noch besser und wieder ganz oben auf der Bestsellerliste: Schauplatz ist der fiktive friesische Ort Brinkebüll, der wie viele norddeutsche Dörfer tiefgreifende Veränderungen erleben musste. Die Felder wurden begradigt, die Straßen geteert, der Tante-Emma-Laden und Bauernhöfe geschlossen. Im Mittelpunkt steht der Dorfkrug, der noch von einem alten Paar betrieben wird. Ihr Enkel wollte den Gasthof nicht übernehmen, aber nun muss er sich doch um die Großeltern und deren Familiengeschichte kümmern. In der Kulturjournal-Reihe Der Norden liest stellt Dörte Hansen ihre "Mittagsstunde" in Husum vor.

Wahr. Schön. Gut. - Julia Westlake kommentiert die Kulturwoche

Julia Westlake kämpft sich durch die High- und Lowlights der Kulturwoche. Wer hat uns besonders aufgeregt? Was hat uns amüsiert? Und wo lauert die nächste Gefahr für Kunst, Kultur und Gesellschaft? Mini-Verrisse über skurrile Abgründe der menschlichen Schaffenskraft - Julia Westlake sucht das Wahre, Schöne, Gute und findet oft das Gegenteil. Viel Spaß!

Weitere Informationen

Wahr. Schön. Gut. - Kurzkultur mit Meinung!

Julia Westlake kritisiert das aktuelle Kulturgeschehen: Mini-Verrisse über skurrile Abgründe der menschlichen Schaffenskraft - jeden Montag neu. mehr

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile