Kulturjournal

Montag, 26. November 2018, 23:15 bis 23:45 Uhr
Freitag, 30. November 2018, 02:00 bis 02:30 Uhr

Macht, mächtiger, Amazon: Der große Einfluss des Online-Konzerns

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Amazon: Die Macht des Online-Konzerns

26.11.2018 23:15 Uhr

Amazon vermeidet Steuern, wo es nur geht, überwacht die Arbeiter in den Logistikzentren mit Kameras. Warum bestellen wir trotzdem immer wieder bei dem US-Handelsriesen? Video (05:02 min)

Eine neue Studie zeigt, wie stark die Macht des US-Handelsriesen ist. Fast die Hälfte des deutschen Onlinehandels läuft inzwischen über Amazon. An die 180 Milliarden setzte das Unternehmen weltweit um, 17 Milliarden davon in Deutschland. Das ist fast vier Mal so viel wie die Karstadt und Kaufhof zusammen. Bei Büchern geht laut der Studie fast jeder fünfte Euro über Amazon, bei Elektroartikeln sowie Sport und Freizeit sind es 16 Prozent Marktanteil - wohlgemerkt aller Umsätze, also sowohl online als auch im Laden. Und all das mit teilweise fragwürdiger Praxis. Man weiß, dass Amazon Steuern vermeidet, wo es nur geht, seine Arbeiter in den Logistikzentren permanent mit Kameras überwacht, schlecht bezahlt und behandelt und auf dem Weg zur Weltmacht ganze Branchen plattmacht und Märkte zerstört. Und jetzt steht das Weihnachtsgeschäft vor der Tür. Halleluja.

Das Kulturjournal macht den Test: Warum bestellen wir trotzdem immer noch und immer wieder bei Amazon und trifft den Journalisten und Buchautor Johannes Bröckers, der dieser Frage in seinem Buch "Schnauze, Alexa! Ich kaufe nicht bei Amazon" (Westend-Verlag) nachgeht.

Immer schneller, immer mehr - wie uns die Zeit verloren geht

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Zeit: Warum laufen wir im Hamsterrad?

26.11.2018 23:15 Uhr

Viele von uns haben ständig das Gefühl, der Zeit hinterher zu hetzen. Nie werden wir fertig mit unserer To-Do-Liste. Hartmut Rosa ist Soziologe und verrät, wie es anders gehen könnte. Video (03:55 min)

Schrumpft unsere Gegenwart? Viele Menschen haben ständig das Gefühl, der Zeit nur hinterher zu hetzen, dauernd im Hamsterrad zu rennen und doch nie fertig zu werden mit den Dingen, die sie sich vorgenommen haben. 72 Stunden bräuchte ein Tag im Durchschnitt, um all das zu erledigen, was wir eigentlich erledigen wollten. Selbst die Zeit der Muße ist eng durchgetaktet. Durchschnittlich zwei Sekunden lassen wir uns Zeit, um Kunst zu betrachten. Und jetzt steht die Adventszeit vor der Tür. Eigentlich die Zeit der Besinnung. Eigentlich. Doch auch hier hetzen wir von Weihnachtsfeier zu Weihnachtsfeier, haben Geschenke-Stress, kommen nicht runter. Gibt es einen Ausweg? Der Beschleunigungsforscher Hartmut Rosa sagt: Gegen die Beschleunigung der Gesellschaft sind individuelle Eskapismus-Strategien zum Scheitern verurteilt. Also alles verloren? Hartmut Rosa verrät, wie es auch anders gehen könnte.

Der Glücksmaler im Plattenbau: Ein Kunstprojekt in Schwerin

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Ein Glücksmaler im Schweriner Plattenbau

26.11.2018 23:15 Uhr

Kann man das Glück malen? Der Künstler Michael Frahm hatte genau diesen Auftrag: Er soll Glücksmomente von Menschen malen. Dafür ist er in einen Schweriner Plattenbau gezogen. Video (04:57 min)

Kann man das Glück malen? Der Künstler Michael Frahm hatte genau diesen Auftrag: Er soll das Glück malen - und zwar die Glücksmomente seiner neuen Nachbarn. Die örtliche Wohnungsgesellschaft quartierte den Maler ein halbes Jahr lang in ein frisch saniertes DDR-Plattenbau-Hochhaus am Stadtrand von Schwerin ein. 400 Mieter leben in dem Haus in 380 Ein- und Zweiraumwohnungen über zehn Etagen. Für die Flure soll der Künstler zehn Bilder malen. Ein Wagnis, denn Frahm muss die Mieter erst kennenlernen und sie müssen ihm ihre Glückmomente anvertrauen. Das Kulturjournal zeigt, ob er das geschafft hat und trifft ihn und einige Mitbewohner Monate später erneut in dem Plattenbau, um zu sehen, was das Glücks-Experiment mit ihnen gemacht hat.

Fake-News in der Archäologie: Eine ungewöhnliche Ausstellung in Hildesheim

Die Knochen eines Einhorns aus dem Harz, eine goldene Tiara des Sythenkönigs oder die Tagebücher von Adolf Hitler - sie waren Sensationen, als sie entdeckt wurden. Doch dann kam heraus, sie waren nicht, was man glaubte und hoffte. Nach dem spektakulären Fund folgte die große Enttäuschung. Die Ausstellung "Irrtümer und Fälschungen der Archäologie" im Roemer- und Pelizaeus-Museum zeigt über 200 Exponate zu  Fehlurteilen und Betrugsfällen in ganz Europa. Die Schau erzählt illustre Geschichten - aus dem Pariser Louvre, über Heinrich Schliemann oder eine Königskrone, die in Wahrheit Teil eines Eimers war. Die Schau macht deutlich, dass Irren nicht nur menschlich ist, sondern immer schon Teil der Wissenschaft ist.

Roman über eine große Dichterin: Karen Duve schreibt über Annette von Droste-Hülshoff

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Karen Duve: "Fräulein Nettes kurzer Sommer"

26.11.2018 23:15 Uhr

Zu unangepasst für ihre Zeit: Die Autorin Annette von Droste-Hülshoff passte nicht in das Bild der Frau im frühen 19. Jahrhundert. Über sie hat Karen Duve einen wunderbaren Roman geschrieben. Video (05:31 min)

Zu unangepasst, zu frech und zu klug für ihre Zeit: Die Schriftstellerin Annette von Droste-Hülshoff passte nicht in das Rollenbild der Frau im frühen 19. Jahrhunderts. Ihre großartige literarische Arbeit wurde von der Familie nicht gewürdigt, und dann gab es noch eine unglückliche Geschichte mit den Männern, die ihr ganzes Leben veränderte: Zwei Studenten aus Göttingen verehrten die junge Dichterin, eine Intrige aus Eifersucht endet in einem Eklat. Die Schriftstellerin Karen Duve hat über Annette von Droste-Hülshoff und diese "Jugendkatastrophe" einen wunderbaren Roman veröffentlicht: "Fräulein Nettes kurzer Sommer". In der Kulturjournal-Reihe Der Norden liest stellt Karen Duve ihren Roman am 27. November in Bückeburg vor.

Wahr.Schön.Gut - Julia Westlake kommentiert die Kulturwoche

Julia Westlake kämpft sich durch die High- und Lowlights der Kulturwoche. Wer hat uns besonders aufgeregt? Was hat uns amüsiert? Und wo lauert die nächste Gefahr für Kunst, Kultur und Gesellschaft? Mini-Verrisse über skurrile Abgründe der menschlichen Schaffenskraft - Julia Westlake sucht das Wahre, Schöne, Gute und findet oft das Gegenteil. Viel Spaß!

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Wahr. Schön. Gut. - Kurzkultur mit Meinung!

Julia Westlake kritisiert das aktuelle Kulturgeschehen: Mini-Verrisse über skurrile Abgründe der menschlichen Schaffenskraft - jeden Montag neu. mehr

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile